Beim Rotorspinnen wird das Rohmaterial, das Vorlageband, über die Speisung in die Auflösung eingezogen. Hier wird das Faserband durch die Auflösewalze in Einzelfasern zerlegt, die in der Spinnbox mit dem Rotor wieder zu einem Faden versponnen werden. Das Verhältnis von Speise- zu Abzugsdrehzahl bestimmt hierbei den Verzug und damit die Dicke, die Rotordrehzahl bestimmt die Drehung des Fadens. Vom Abzug gelangt der Faden über den Fadenführer in die Spulung. Hier muss nach einem ganz bestimmten Muster aufgewickelt werden, um eine Spulenqualität zu gewährleisten, die eine einfache Weiterverabeitung, bzw. ein problemloses Abwickeln des Fadens in den nachfolgenden Prozessen ermöglicht. Früher nur vier Frequenzumrichter Noch vor wenigen Jahren fand man in der damaligen Version der Rieter Rotorspinnmaschine nur vier Frequenzumrichter, zwei für die Rotorantriebe, einen für die Speisung und einen für den Abzug. Antriebe wie die für die Auflösewalzen oder die Absaugung liefen starr am Netz. Die Spulung und Fadenverlegung war mechanisch über Getriebe und Riemenscheiben an den Antrieb für den Abzug gekoppelt. Wollte man also auf einer Maschine z.B. ein gänzlich anderes Garn produzieren oder Spulen einer anderen Breite produzieren, waren Eingriffe und Umbauten an der Mechanik nötig. Forderung: höhere Produktivität Der in den vergangenen Jahren lauter werdende Ruf nach längeren Maschinen mit einer höheren Anzahl an Spinnstellen und die Forderung nach flexibleren, schnelleren Maschinen zwang jedoch zu neuen Antriebskonzepten. Das Ergebnis sind verknüpfte Antriebe mit intelligenten Frequenzumrichtern, die einen Teil der Steuerungsaufgabe übernehmen. So kommen in heutigen Maschinen bis zu 19 Frequenzumrichter der Baureihe T1000 von Yaskawa zum Einsatz. Die Frequenzumrichter sind dabei per CANopen verknüpft und an die Maschinensteuerung angebunden. Der Antieb für den Abzug stellt den Leitantrieb dar. Speisung und Rotor laufen in bestimmten, variabel einstellbaren Verhältnissen zu diesem. Ebenso die Spulung und Fadenverlegung. Bei diesen Antrieben ist dem Drehzahlleitwert vom Abzug zusätzlich ein Störmuster überlagert, das für einen optimalen Spulenaufbau sorgt. Der Ablauf des Störmusters ist dabei in beiden Antrieben synchronisiert. Bei besonders langen Maschinen findet man in bestimmten Teilen wie Speisung und Abzug noch eine mechanische Trennung in Längsrichtung der Maschine. Die mechanisch getrennten Maschinenteile werden dabei von separaten, jedoch synchronisierten Frequenzumrichtern angetrieben. Der Clou des Systems Das komplexe Zusammenspiel der Umrichter inklusiv der Synchronisierung der Spulung benötigt keine externe Steuerungsfunktionalität. In enger Zusammenarbeit zwischen der Europazentrale von Yaskawa in Eschborn und Rieter Ingolstadt wurde die Firmware der Frequenzumrichter so modifiziert, dass es genügt, die Umrichter mit Sollwerten für Abzug, Garndrehung, Spulenaufbau usw. zu versorgen, den Rest erledigen die Umrichter selbständig. Netzspannungssicherung Auch im Falle einer kurzen Netzspannungsunterbrechung, in vielen Ländern in denen Spinnmaschinen zum Einsatz kommen noch immer an der Tagesordnung, sorgt eine speziell entwickelte Regelung in den Yaskawa T1000-Umrichern ohne ein Eingreifen der Maschinensteuerung für einen unterbrechungsfreien Fortlauf der Produktion mit unveränderten Garn- und Spuleneigenschaften. Das ist ein nicht unwesentlicher Faktor, wenn man bedenkt, dass bei einem unkontrollierten Tieflauf der Maschine alle Fäden brechen und ein Neuanspinnen bei 500 Spinnstellen selbst mit vier Anspinnrobotern längere Zeit benötigt. Denn das hätte einen nennenswerten Produktionsausfall zur Folge. Produktivität erhöht Der Einzug der Yaskawa Frequenzumrichter in die Rotorspinnmaschine bringt den Kunden der Firma Rieter noch weitere Vorteile. Durch die hohe Zuverlässigkeit und Langlebigkeit der Frequenzumrichter gehören Störungen bei den Antrieben und damit verbundene Produktionsausfälle praktisch der Vergangenheit an. Durch die nun bis auf maximal 350m/min pro Spinnstelle gestiegene Abzugsgeschwindigkeit wurde zudem die Produktivität erhöht. Neben dem schon angesprochenen besseren Verhalten bei Netzausfall ist man nun auch flexibler. So erfordert die Produktion eines anderen Garnes nur noch eine kurze Anpassung von Parametern in der Maschinensteuerung, die Mechanik bleibt unberührt. Verschleißteile wie Riemen wurden durch Elektronik ersetzt, was den Wartungsaufwand reduziert, die Produktivität erhöht und die Maschinenlaufzeiten verlängert. Zusätzlich zu den dadurch erreichbaren Kostenreduzierungen erreicht der Anlagenbetreiber auch geringere Betriebskosten, denn aufgrund der gesteigerten Effizienz der Maschine sinkt der Energiebedarf im Betrieb. SPS/IPC/Drives 2010: Halle 2, Stand 131
Keine Spinnerei: Intelligente Antriebe erhöhen Effizienz in Rotorspinnmaschinen
-
Erfolgreiches Omlox-Plugfest
Auf dem Omlox-Plugfest prüften 21 Experten aus neun Unternehmen zwölf verschiedene Omlox-Komponenten, darunter UWB-Infrastruktur, Ortungstags, ergänzende Positionierungstechnologien, Omlox-Hubs und industrielle Softwareanwendungen.
-
Energy-Monitoring für nachhaltige Umgebungen
Plug&Play-Energieüberwachung
Facility-Management-Systeme (FMS) ermöglichen die Echtzeitmessung/-überwachung des Energieverbrauchs für die Kostenoptimierung. Sie unterstützen erweiterte Diagnosen und ermöglichen schnelle Reaktionen auf Änderungen und betriebliche Anforderungen. Aber: Bestehende FMS-Lösungen sind nicht…
-
Philip Harting verstärkt VDMA-Hauptvorstand
Der VDMA hat Philip Harting in den Hauptvorstand aufgenommen.
-
Schwere Industriesteckverbinder bei der Montage und Inbetriebnahme
Schneller verbunden, schneller produktiv
Mit welchen Herausforderungen sieht sich der Maschinen und Anlagenbau konfrontiert und welchen Beitrag können Steckverbinder bei der Lösung leisten? Einfache, standardisierte und möglichst automatisierbare Verbindungsprozesse werden zum entscheidenden…
-
Antriebstechnik
Hybridleitungen reduzieren Aufwand, Kosten und Störanfälligkeit
Antriebssysteme sollen heute kompakt, leistungsfähig und zuverlässig sein. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Verkabelung, Montage und Betriebssicherheit. Hybridleitungen bündeln Energie- und Datenübertragung in einem Kabel, reduzieren den Aufwand…
-
DataTec verzeichnet 9% mehr Aufträge
DataTec hat das Geschäftsjahr 2025/2026 in einem angespannten wirtschaftlichen Umfeld erfolgreich abgeschlossen.
-
NIS-2 in fünf Schritten strukturiert und pragmatisch umsetzen
So gelingt das Setup
Cyberangriffe auf industrielle Systeme sind längst keine Ausnahme mehr. Produktionsanlagen, Steuerungen und vernetzte…
-
Design, Produktsuche und Beschaffung auf einer Plattform
Nachschlagewerk für Automatisierer
Wer als Maschinen- oder Anlagenbauer schnell die richtigen Komponenten finden, Schaltpläne skizzieren und…
-
Elektroexporte wachsen etwas langsamer
Mit Warenlieferungen im Wert von 20,7Mrd.€ verzeichnete die deutsche Elektro- und Digitalindustrie auch…
-
Virtuelle SPS: Reif für die Praxis?
Lange galt die virtuelle SPS als Zukunftsvision. Inzwischen sehen viele Hersteller sie als…
-
IIoT und Cloud-Visualisierung
Sensordaten sicher erfassen und weltweit visualisieren
Edge Computing und Cloud-Technologien verändern den Umgang mit Produktionsdaten. Maschinen- und Sensordaten lassen…
-
Interview auf dem Eplan Next26
Wie KI, Daten und Plattformen die Elektrokonstruktion verändern
Auf dem Event Eplan Next26 in München standen die Zukunft des Engineerings, künstliche…
-
Stromversorgung außerhalb des Schaltschranks
Netzteilreihe mit Schutzart IP67
Mit der neuen Netzteilreihe S8NR bringt Omron robuste Netzteile mit Schutzart IP67 auf…
-
Prof. Dr.-Ing. Volker Stich ins VDI-Präsidium gewählt
Prof. Dr.-Ing. Volker Stich wurde mit Wirkung zum 1. Juli in das Präsidium…
-
Intelligentes Transportsystem sorgt für mehr Flexibilität beim Labeling
Digitaldruck in sechs Freiheitsgraden
Herkömmliche Druckverfahren mit Kunststoff- und Papieretiketten sind mit langen Rüstzeiten, häufigen manuellen Eingriffen…
-
Ansatz für nachhaltige Produktentwicklung
Neue Kategorie der Weltdarstellung
Die 3D Univ+rses sind eine neue Kategorie der Weltdarstellung, entwickelt von Dassault Systèmes.…
-
Hochmanövrierfähige Fahrzeugplattform mit Hebeeinrichtung
Omnidirektional
Weiterentwicklungen in der Handhabungs- und Montagetechnik steigern den Grad der automatisierten Produktion. Effiziente…
-
Schwarz Digits eröffnet neuen Campus
Schwarz Digits, die IT- und Digitalsparte der Schwarz Gruppe, hat ihren neuen Campus…
-
Update-Management für vernetzte Maschinen
Aus Pflicht wird Potenzial
Vernetzte Maschinen müssen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg aktualisiert werden und Hersteller müssen…
-
Geräteschutz und digitale Transparenz verbinden
IIoT-Framework
Mit dem IIoT-Framework Caparoc erweitert Phoenix Contact die Kommunikationsmöglichkeiten des gleichnamigen Geräteschutzschalter-Systems um…
-
Für den Maschinen- und Anlagenbau
Robuste Wellschläuche
In der automatisierten Fertigung müssen Kabelschutzschläuche von Maschinen, Bearbeitungszentren und CNC-Anlagen vielfach hohe…
-
Für effizienteres Kabelmanagement Mehrfachdurchführungen
Mit den robusten Kabeldurchführungen der Serie MCE Pro und dem modularen System MCE…
-
Cybus beruft Stefan Schwab zum Co-CEO
Cybus hat Stefan Schwab mit Wirkung zum 1. Juli zum Co-CEO berufen.
-
Spatenstich für Hummel-Werkserweiterung
Mit einem symbolischen Spatenstich hat Hummel das offizielle Startsignal für die geplante Werkserweiterung…
-
Mit 3 Metern Reichweite
Kompakte Ultraschallsensoren
Mit den Ultraschallsensoren U1KM in Miniaturbauform erweitert Wenglor sein Portfolio um eine Lösung…
das könnte sie auch interessieren
-
-
-
Edge, Cloud und Cybersecurity in der Praxis
IIoT im Realitätscheck: Warum Vernetzung heute anders gedacht wird als 2020
-
Funktionale Sicherheit
SIL3 auf dem Touchscreen: Wie sichere HMIs die Bedienung neu denken
















