Berührungsloser Grippeschutz

Das Ausgangsmaterial für die Herstellung des Grippeimpfstoffs sind bebrütete Hühnereier. Aus Referenzvirenstämmen, die von einem Labor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereitgestellt werden, präparieren die Dresdner Experten lebende Krankheitserreger, sogenannte Saatviren. Diese werden in die befruchteten Eier gespritzt, die dann unter Wärmezufuhr mehrere Wochen bebrütet werden. Das Impfvirus vermehrt sich in dieser Zeit und reichert sich im Eiklar an. Nach Abziehen des virushaltigen Eiweißes durchläuft dieses einen Reinigungsprozess. Anschließend folgen die Separierung der Viren und ihre Inaktivierung mit Hilfe von Chemikalien. Im fertigen Impfstoff trainieren sie das menschliche Immunsystem auf den jeweiligen Erreger, der dann keine Infektion mehr hervorrufen kann. Ein saisonaler Grippeimpfstoff besteht aus drei verschiedenen Virusstämmen, die in einem definierten Verhältnis gemischt werden. Die sich jährlich ändernde Zusammensetzung gibt die WHO vor. Der fertige Wirkstoff wird in Spritzen abgefüllt, länderspezifisch etikettiert und verpackt. Vom Eingang der Referenzstämme bis zur Auslieferung des fertigen Grippeimpfstoffs vergeht rund ein halbes Jahr.

Füllstandskontrolle im Downstream Processing

Die Biotechnologie bezeichnet den Reinigungs- und Separierungsprozess, den das virushaltige Eiklar durchläuft, als Downstream Processing. Die Produkte jedes einzelnen Prozessschrittes werden in Behältern gesammelt. Die Füllstände dieser Gefäße misst GSK mit Schwimmer-Füllstandssonden. Diese sind typbedingt jedoch nicht in der Lage, die Behälterentleerung anzuzeigen. Für diesen Zweck benötigte GSK eine alternative Messtechnik. 2007 begaben sich die Experten auf die Suche nach einem passenden Füllstandsmesser. \“Im Rahmen einer Internetrecherche stießen wir auf die Firma Sonotec. Gleich bei unserem ersten gemeinsamen Termin fanden die Ultraschallexperten eine geeignete Lösung für unsere spezielle Anwendung\“, erinnert sich Jörg Bellen, Support Manager DSP 02 bei GSK in Dresden. \“Nach Berücksichtigung aller anwendungsspezifischen Besonderheiten, wie der Beschaffenheit der Tanks und der Eigenschaften der Flüssigkeiten, fiel die Wahl auf unseren Ultraschallgrenzschalter SonoControl 15\“, so Dipl.-Physiker Wolfgang Kircher, Vertrieb Prozessmesstechnik & Automatisierung bei Sonotec. Jörg Bellen und sein Team durften sich den Sensor ausleihen und im Produktionsalltag testen. Das Ergebnis: Der Sensor war der ideale Ultraschallsensor für die berührungslose Füllstandskontrolle im Down-stream Processing Antigenherstellung. Inzwischen setzt GSK die Ultraschallgrenzschalter seit Jahren erfolgreich zur Kontrolle der Behälterrestentleerung ein. \“Die guten Erfahrungen aus den ersten Tests haben sich auch in der täglichen Praxis bestätigt.\“, so das Fazit von Jörg Bellen.

Installation bei laufendem Anlagenbetrieb

Der nachträgliche Einbau des Sensors bei GSK war nur mit einem geringen Aufwand verbunden. \“Die Sensoren werden von außen am Rohr befestigt. Die vereinfachte Montage des Zwei-Leiter-Systems kann sogar bei laufendem Anlagenbetrieb erfolgen\“, erklärt Wolfgang Kircher. Da weder der Ultraschall-Füllstandssensor noch die angeschlossene Messtechnik mit dem Produkt in Berührung kommen, konnten die Techniker den Messschalter problemlos einem internen Change Control Prozess folgend einbauen. Damit blieb die bestehende Reinigungsvalidierung von der Nachrüstung unbeeinflusst. Auch eine nachträgliche Versetzung des Ultraschallgrenzschalters ist durch eine neue Rohrbefestigung aus Kunststoff möglich. Die zusätzliche Installation des Sensors in der Behälterentleerung gestattet es GSK nun, den exakten Zeitpunkt der vollständigen Entleerung zu detektieren. \“Die Kenntnis dieses Zeitpunkts ist für die nachfolgenden Prozessschritte absolut entscheidend und wurde daher in unserem Fall visualisiert\“, erklärt Bellen. Besonders zufrieden ist er darüber, dass mithilfe des neuen Sensors die Anlagensicherheit erhöht und die Produktverluste verringert werden konnten.

Berührungslose Messung durch die Rohrwand

Der Ultraschallgrenzschalter SonoControl 15 detektiert, ob eine Rohrleitung mit Flüssigkeit oder Flüssiggas gefüllt ist oder nicht. Der Sensor zur berührungslosen Messung durch die Rohrwand wird vor allem in Anlagen der Pharmazie oder Feinchemie eingesetzt. Wie auch bei GSK dient er in der Pharmabranche häufig als Schalter zur Voll-/Leermeldung an Rohrleitungen mit kleinen Nennweiten. \“Der Sensor ist außen am Rohr befestigt und unterscheidet nach erfolgreichem Einlernen an dieser Position zwischen Flüssigkeit und Gas/Luft\“, erläutert Wolfgang Kircher. Besonders klar sind die Bedingungen dabei am senkrechten Rohr. Am waagerechten Rohr kann sogar mit der Wahl der Montageposition die Detektion verschiedener Füllgrade von den ersten Gasblasen bis hin zu halb leer realisiert werden. Der Grenzschalter eignet sich für den Pumpenschutz, zur Überwachung von Abfüllanlagen oder der Kontrolle der Behälterrestentleerung. Einsatzgebiete sind u.a. wässrige Produkte und Reinigungsflüssigkeiten, aggressive und giftige Flüssigkeiten in der chemischen Industrie sowie hochtoxische Spezialflüssigkeiten.

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