B&R bringt Steuerung für Mobile Automatisierung Umsatz wird 2011 um 14% auf 410Mio.E wachsen

Wie Geschäftsführer Hans Wimmer Ende September auf der Jahrespressekonferenz in Salzburg berichtete, erwarte das Unternehmen ein Wachstum von 14% von 360Mio.E auf dann ca. 410Mio.E. Nach dem dramatischen Umsatzrückgang im Jahr 2009 verläuft die Wachstumskurve damit wieder planmäßig mit einem anvisierten Jahresumsatz von durchschnittlich 15%. Erfolg in Stückzahlen und Regionen Am Jahresende 2011 hat das Unternehmen vorausichtlich 150.000 Steuerungen, 120.000 Industrie-PCs und Panels sowie 145.000 Antriebssysteme verkauft. Regional ist Europa mit einem Umsatzanteil von 65% der stärkste Absatzmarkt für B&R, gefolgt von Asien (17%) und Amerika (16%). Für 2012 plant das Unternehmen einen Umsatz von 450Mio.E. Derzeit beschäftigt B&R weltweit 2.300 Mitarbeiter, davon 1.600 in Österreich. Mit 168 Büros in 68 Ländern sei das Unternehmen international gut aufgestellt, erläuterte Wimmer. Weitere Expansionen in Südostasien, der Türkei sowie Japan seien geplant bzw. bereits in der Umsetzung. Basis des Erfolges sei die innovative Produktpalette des Unternehmens, erläuterte der Geschäftsführer. Die 209 Hardware-Entwicklungsprojekte im Jahr 2011 unterstreichen dies. Wichtigstes Entwicklungsprojekt des Unternehmens ist das Engineeringtool Automation Studio in der Version 4.0, das viele Verbesserungen bringen soll und für Mitte 2012 angekündigt wurde (ausführlicher Bericht ab Seite 77). Mehr als 200 neue Maschinenbaukunden konnte B&R allein im ersten Halbjahr 2011 gewinnen. Dies berichtete Vertriebschef Peter Gucher. Damit setzen nun mehr als 2.500 Maschinenbaukunden auf die Automatisierungskomponenten von B&R. In den letzten 12 Monaten seien weltweit mehr als 150.000 neue Maschinen mit B&R Automatisierungstechnik ausgeliefert worden und über 12.000 Kunden haben 2010 ein B&R Automatisierungssystem gekauft. Mobile Automatisierung mit Mondial Natürlich wurden auf der Pressekonferenz zahlreiche neue Produkte vorgestellt, die auf der SPS/IPC/Drives zu sehen sein werden. Diesen widmen wir uns in unserer Sonderausgabe zur Messe. Besonders hervorheben wollen wir an dieser Stelle die Ankündigung eines neuen Steuerungssystems für Mobile Automation. Dabei spielt die Akqusition des Unternehmens Mondial eine zentrale Rolle. Das Unternehmen, das B&R bereits im vergangenen Jahr übernommen hatte, ist nunmehr als weiterhin eigenständiges Unternehmen in die Organisationsstrukturen integriert worden. Mondial fokussiert sich auf den Bereich der mobilen Automation (Baufahrzeuge, Agrarfahrzeuge, Kommunalfahrzeuge) und verfügt auch weiterhin über eine eigene Fertigung. Der weltweite Vertrieb der Mondial-Produkte wurde von B&R übernommen, während Forschung, Entwicklung und Fertigung weiterhin von Mondial umgesetzt werden. Im Baufahrzeug-Sektor habe man bereits einige bedeutende Unternehmen gewinnen können, erläuterte Wimmer. Derzeit wird eine Bedientableau-Familie entwickelt, die Entwicklungen hier liefen auf Hochtouren, so der Geschäftsführer weiter. Die Bildschirmdiagonalen reichen von 3,5 bis 10\“. Alle diese Produkte sind mit dem B&R-Automation Studio programmierbar. Damit steht von Beginn an für die mobile Automatisierung ein umfangreiches Produkt- und Funktionsportfolio zur Verfügung. Wimmer erwartet erhebliche Synergieeffekte und geht davon aus, das der Bereich der mobilen Automation ein wichtiges Standbein im B&R-Geschäft werden wird. Neue Produkte auf Basis von X20 Bereits auf der SPS/IPC/Drives wird ein neues modulares Steuerungssystem für mobile Automatisierungsanwendungen zu sehen sein, das hinsichtlich Dichtigkeit, Betauungsschutz, erweiterter Temperaturbereich usw. an die Bedürfnisse mobiler Anwendungen angepasst ist. Die Basis ist das bestehende X20-System, das in einem komplett neuen Gehäuse daherkommt und kundenspezifisch erweitert werden kann. Hier stehen neben I/O-Modulen bereits Kommunikationsmodule für CANopen, Powerlink usw. zur Verfügung. Als weitere Bereiche, aus denen B&R seine Erfahrungen aus dem Industrie-Maschinenbau in die mobile Automatisierung einbringen kann nannte Wimmer neben der Antriebstechnik, z.B. die Hydraulik, auch die Safety-Technologie sowie die Robotik. Durch die Erfahrung im Bereich der Regelungstechnik und die Integration in das Automation Studio ist es nunmehr möglich, eine mobile Arbeitsmaschine mit Matlab/Simulink zu modellieren. \“All diese Dinge bekommen wir durch diese Synergien und ich bin überzeugt, dass wir dort eine ganze Reihe an Vorteilen liefern können\“, zeigte sich Hans Wimmer überzeugt. (kbn) Kasten: Konsortium mit Airbus und französischer Bahn standardisiert auf Opensafety Die von der EPSG im vergagenen Jahr vorgestellte Opensafety-Technologie hat weitere bedeutende Unterstützer gewonnen. Wie B&R meldete wurde Opensafety kürzlich vom DDASCA Konsortium (Dependable Distributed Architecture for Safety Critical Applications) für alle Bereiche der Automatisierung zum offiziellen Kommunikationsstandard erklärt. Im März 2011 auf Initiative von Arion Entreprise, EADS, HPC Project, ENSTA, Alstom Power, EDF R&D, SNCF, Windriver, B&R, u.a. in Paris gegründet, ist es Aufgabe des Konsortiums, Standards für offene Lösungen im Bereich sicherheitskritischer Applikationen bis zu SIL4 zu definieren und umzusetzen. Zum Einsatz kommen diese in der Automatisierungs- und Raumfahrtindustrie, dem Energie-, Bahn-, Verteidigungs- und medizinischen Sektor sowie im Bereich Automotive. Das DDASCA Konsortium biete eine ideale Plattform für Lieferanten, Hersteller, Integratoren, Anwender sowie Wissenschaftsvertreter mit höchsten Anforderungen an die Systemsicherheit, heißt es in der Pressemeldung. Durch die Auswahl innovativer Sicherheits-Technologien wie z.B. Opensafety erarbeite das Konsortium zertifizierte, offene Bausteine auf Basis von skalierbaren und modularen Lösungen. Durch die Busunabhängigkeit von Opensafety können Anwender diese Technologie für alle Feldbusse, Industrial Ethernet Lösungen oder branchenspezifische Kommunikationslösungen verwenden. SPS/IPC/Drives: Halle 7, Stand 206