\“Die Kakaobohnen kommen als Rohstoff in unserem Unternehmen an und werden hier zu einer Schokoladengrundmasse weiterverarbeitet. Hierzu werden die Bohnen zunächst geröstet, von ihren Schalen befreit und dann zu sogenannten Nibs zerkleinert. Diese Nibs werden dann in einem Fünffachwalzwerk mit anderen Zutaten zu einer flüssigen Kakaomasse verarbeitet\“, berichtet Michael Rees, Elektromeister bei Stollwerck in Berlin. Zur Herstellung der Grundmasse benötigt man neben dem Kakao noch Butter, Fett, Milchpulver und Zucker, die nach einem speziellen Rezept gemischt werden. \“Damit wir am Ende eine feine Schokoladengrundmasse haben, müssen alle Zutaten, darunter auch Kristallzucker, in einem Walzwerk zermahlt werden\“, erklärt Michael Rees. Hierzu passieren die gemischten Zutaten zunächst eine Vorwalze, die die gröbsten Zutaten zerkleinert. Dann wird dieses Vorprodukt über weitere vier Feinwalzen bis auf 30µm zerkleinert. Durch diesen Walzprozess vergrößert sich zusehends die Oberfläche der Masse, bis am Ende ein Produkt aus trockenen Flocken entsteht. Diese werden über Förderbänder einer sogenannten Conche zugeführt und dort aufgelöst. \“In diesem Conchier-Prozess, der zwischen zehn und 20 Stunden dauern kann, entsteht schließlich die Schokoladengrundmasse\“, so Michael Rees. Trockenlauf unerwünscht Vor rund fünf Jahren entschloss sich Stollwerck zur schrittweisen Modernisierung der Walzwerke. Hierzu Michael Rees: \“Die zirka 1,80m langen Walzen mit einem Durchmesser von 40cm vertragen absolut keinen Trockenlauf, daher muss sich im laufenden Prozess permanent ein sauberer Schokoladenfilm auf der Walzenoberfläche befinden. Laufen die Walzen länger als 20sec trocken, entsteht ein Brandstreifen. Dann müssen die Walzen aufwendig demontiert und von einer Spezialfirma abgezogen werden. Das ist, ganz zu schweigen von den Produktionsausfällen, ein ziemlich kostspieliges Unterfangen.\“ Die Walzwerke bei Stollwerck verfügen daher über spezielle, herstellerseitige Sensoren zur Überwachung der Walzen. \“Wir arbeiten mit diesen Anlagen bereits seit mehr als 20 Jahren. Im Laufe der Zeit hatten wir zunehmend Probleme bei der Instandsetzung der Anlagen bzw. der Sensoren, z.B. aufgrund nicht mehr verfügbarer Ersatzteile. Die geplante Modernisierung des ersten Walzwerks war für uns daher ein idealer Anlass, auch gleich neueste Sensortechnik zu integrieren\“, erklärt Michael Rees. Zunächst keine Lösung in Sicht Doch das ist leichter gesagt als getan. Eine herstellerseitige Integration neuer Sensorik kam nicht in Frage, da hierfür u.a. aufwendige Umbauarbeiten an den Walzwerken selbst notwendig gewesen wären. Also machte man sich seitens Stollwerck auf die Suche nach Alternativen. \“Auch das war nicht so einfach\“, erinnert sich Michael Rees. \“Ich habe mich mit etlichen Herstellern in Verbindung gesetzt. Entweder sah man sich erst gar nicht in der Lage, unser Problem zu bewältigen, oder aber eine Lösung wäre mit extrem hohen Entwicklungskosten einhergegangen. Keiner konnte mir also eine wirklich praktikable und gleichzeitig kosteneffiziente Lösung bieten – bis ich Kontakt zu ipf electronic aufnahm.\“ Der Sensorspezialist aus Lüdenscheid konnte Stollwerck in sehr kurzer Zeit einen spezifischen Sensor, basierend auf einem modularen System, anbieten. Diese Lösung besteht aus zwei Glanzsensoren, die in einem Walzwerk von Stollwerck rechts und links über eine Walze auf einem Schacht montiert wurden. Die Sensoren müssen einen möglichst großen Bereich der Walzenoberfläche detektieren und somit sicherstellen, dass sich nicht zu wenig oder zu viel Schokoladenfilm auf der Walze befindet. Hierzu Michael Rees: \“Ist dieser Film nicht im ausreichenden Maße vorhanden, laufen die Walzen trocken. Ist indes zu viel Schokoladenmasse auf der Walze, ist das ein Indiz dafür, dass der Abstand zwischen den Walzen zu groß ist und wir nicht die gewünschte Qualität beim Mahlen erzielen. Im übrigen reicht die Detektion einer Walze über die Sensorik von ipf electronic aus, um zu gewährleisten, dass der Schokoladenfilm auf allen Walzen den Sollwerten entspricht, da sie sich mit sehr hoher Geschwindigkeit drehen. So arbeitet beispielsweise die letzte Walze mit 2.800U/min.\“ Besondere Optik bewertet großen Bereich Die Glanzsensoren haben einen Durchmesser von 80mm und wurden über der dritten Walze in einem Abstand von rund 100mm zu deren Oberfläche montiert. Damit ein relativ großer Bereich der Walzenoberfläche bewertet werden kann, verfügen die Sensoren über eine besondere Optik. Ein Ring aus Weißlicht-LED sorgt zunächst dafür, dass möglichst viel Licht auf die Walzenoberfläche gelangt. Um Fremdlichteinflüsse bei der Detektion zu eliminieren, arbeiten die Systeme mit getaktetem Licht. Gewissermaßen im Zentrum des Weißlichtrings befinden sich mehrere Empfänger, um das Reflektionsverhalten über die Walzenoberfläche zu bewerten, wobei ein im Sensor integrierter Mikroprozessor die Empfängersignale auswertet. Der von den zwei Glanzsensoren detektierte Bereich der Walze beträgt auf beiden Seiten je 80mm. Hierbei empfangen die Sensoren das Reflektionssignal der Walzenoberfläche. Befindet sich zu wenig Schokoladenfilm auf der Oberfläche, wird deren Glanz stärker und das Intensitätssignal des Sensors steigt an. Ist indes zu viel Masse auf der Walze, verringert sich analog hierzu das Intensitätssignal. Damit das Reflektionsverhalten der Walzenoberfläche absolut sicher bewertet werden kann, kalibrierte man die Sensoren über eine Software auf einen spezifischen Soll-Teachwert bei einer mit einem Schokoladenfilm bedeckten Walze. Außerdem definierte man eine zulässige Abweichung vom Sollwert. \“Die Parameter für den Sollwert und die Differenz, um die der Istwert um diesen eingeteachten Wert schwanken darf, haben wir aus den Einstellungen der Altanlage übernommen. Auf diese Weise stellen wir im Zusammenspiel mit dem relativ großen Detektionsbereich der Sensoren sicher, dass sich das Walzwerk nicht sofort abschaltet, falls sich einmal kleinere Lücken im Schokoladenfilm ergeben, die aber innerhalb der Toleranzen liegen und daher keinerlei Gefahren für einen Trockenlaufen der Walze bergen\“, meint Michael Rees. Höherer Komfort, mehr Sicherheit Der Elektromeister von Stollwerck zeigt sich sehr zufrieden: \“Die Glanzsensoren von ipf electronic standen bereits drei Monate nach unserer Anfrage für einen ersten Testlauf zur Verfügung. Das System hat auf Anhieb reibungslos funktioniert! Im Zuge der Modernisierung des ersten Walzwerks haben wir auch gleich die alten Druckschalter zur Überwachung des Wasser-, Hydraulik- und Schmierdrucks entsorgt und durch Druckaufnehmer von ipf electronic ersetzt. Die Drücke lassen sich nun über die neue SPS auf einem Touchpanel komfortabel einstellen und überwachen. Auch von einer Leitwarte können jetzt sämtliche Parameter konfiguriert und kontrolliert werden, ohne sich hierzu direkt zum Walzwerk begeben zu müssen.\“ Fazit
Für den zarten Schmelz Glanzsensoren erhöhen Walzenstandzeiten bei Stollwerck
-
Neue Bremssättel für Scheibenbremsen
Elektromagnetische Lüftung für hohe Stundenliestung
Die federbetätigten und elektromagnetisch gelüfteten Bremssättel der Baureihe MV FEM von Ringspann zeichnen sich durch Schalt-Performance, Design und Energieeffizienz aus. Konstrukteuren in vielen Schlüsselbranchen bietet sich damit eine…
-
MX-System: Goodbye Schaltschrank
Mit dem MX-System hat Beckhoff einen Systembaukasten entwickelt, der dem Schaltschrank konstruktiv überlegen ist. Das MX-System ermöglicht die schaltschranklose Automatisierung von Maschinen und Anlagen und eröffnet so neue…
-
Scada-Plattform Atvise mit Updates
Mehr Sicherheit und Kompatibilität für Scada-Systeme
Mit den Versionen 3.13 und 3.14 erweitert Bachmann Electronic seine Scada-Plattform Atvise um neue Funktionen für mehr Sicherheit, Flexibilität und Systemkompatibilität.
-
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die…
-
Beckhoff verbindet Sprachmodelle mit Echtzeitsteuerung
Physical AI: Wenn KI direkt Maschinen steuert“
Ein zentrales Thema für Beckhoff auf der Hannover Messe 2026 ist die Verschmelzung von künstlicher Intelligenz und klassischer Maschinensteuerung als Basis für Physical AI. In Halle 27 an…
-
Vorschau Hannover Messe 2026
KI als produktive Kraft in der Fabrik
Auf der Hannover Messe 2026 vom 20. bis 24. April soll künstliche Intelligenz (KI) in der Industrie greifbar werden. Praxisnah und anwendungsorientiert möchte die Messe zeigen, wie produzierende…
-
Virtuelle Inbetriebnahme als strategisches Werkzeug
Anforderungen beim Retrofit
Die virtuelle Inbetriebnahme wird im Maschinenbau häufig dafür genutzt, um Steuerungssoftware bereits vor der realen Inbetriebnahme zu testen und diese frühzeitig zu optimieren. Auf der Seite der Maschinenhersteller…
-
Anzeige
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei…
-
Die Myzel Lifecycle Platform vernetzt Menschen, Maschinen und Daten
Wenn Sicherheit Wurzeln schlägt
Produktionsanlagen werden komplexer, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Dokumentation und Compliance. Betreiber…
-
Mobile Cobot-Lösung erhöht die Produktivität in der CNC-Fertigung
Für wechselnde Losgrößen und große Produktvielfalt geeignet
Das auf CNC-Präzisionsfertigung spezialisierte Unternehmen Harris RCS Ltd. verarbeitet eine Vielzahl von Materialien,…
-
Anzeige
MX-System: Goodbye Schaltschrank
Mit dem MX-System hat Beckhoff einen Systembaukasten entwickelt, der dem Schaltschrank konstruktiv überlegen…
-
Steuerung, Virtualisierung und Machine Learning auf einer gemeinsamen Plattform
KI für die SPS
Als virtualisierte, hardwareunabhängige Steuerungsplattform ermöglicht die Virtual PLCnext Control eine flexible und skalierbare…
-
Energiekette mit Zugentlastung versorgt Umschlagmaschine
Stabile Verbindung für höhenverstellbare Kabine
Die höhenverstellbare Fahrerkabine der Umschlagmaschinen aus der neuen G-Serie von Fuchs stellt besondere…
-
Auftragseingang im Indus-Segment Engineering steigt um 26,9%
Trotz der schwachen globalen Industriekonjunktur lag der Umsatz im exportorientierten Indus-Segment Engineering mit…
-
Very-Small-Form-Factor-Technologie für Next-Generation-Netze
MMC-Stecker für hochdichte Glasfaserverkabelung
Rosenberger OSI erweitert sein Portfolio um den MMC-Stecker (Miniature Multifiber Connector), eine Very-Small-Form-Factor-(VSFF)-Lösung…
-
Guido Schuette leitet Wago-Geschäftsbereich Automation
Wago gibt bekannt, dass Guido Schuette zum 1. April als Chief Business Officer…
-
Neues Logistikzentrum für Unitechnik
Unitechnik Systems investiert 3,5Mio.€ in eine automatisierte Logistikanlage am Firmensitz in Wiehl.
-
Durchgängiges Engineering – von der Planung bis zum Betrieb
Insellösungen überwinden
In der Robotik führen die Bruchstellen zwischen Projektphasen und Systemen zu signifikantem Mehraufwand,…
-
China baut Vorsprung aus
Deutsche Werkzeugmaschinenindustrie stabilisiert sich
Nach zwei Jahren mit spürbarer Investitionszurückhaltung zeigt die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie erste Anzeichen einer…
-
Interview: Industrielle Server ‚Made in Germany‘
Die Datenfabrik braucht neue Server
Automatisierungssysteme erzeugen immer größere Datenmengen – durch Bildverarbeitung, KI oder vernetzte Produktionsanlagen. Gleichzeitig…
-
Herausforderungen beim Muting in der Praxis
Wenn Sicherheit zur Schwachstelle wird
Muting ermöglicht es, die Sicherheitsfunktion an Maschinen oder Anlagen vorübergehend zu überbrücken, damit…
-
So verändert KI die visuelle Inspektion
Weniger Regeln, mehr Verlässlichkeit
Der Fachkräftemangel und steigende Anforderungen an Qualität und Flexibilität erhöhen den Druck auf…
-
10. Drehgeberrunde auf der SPS 2025
Blick zurück und in die Zukunft
Die Podiumsdiskussion auf der SPS 2025 markierte ein besonderes Jubiläum: Bereits zum zehnten…
-
ASi bringt Industrie-4.0-Schnittstellen auf die unterste Feldebene
Einfach, sicher, skalierbar
AS-Interface – kurz ASi – ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der industriellen Automatisierung.…





















