Ein positives Bediengefühl
Aus dem Consumer-Bereich bekannte Gesten eröffnen für die Mensch/Maschine-Schnittstellen ganz neue Bedien- und Designmöglichkeiten: Ziehen oder Drehen von Objekten, Rein- und Raus-Zoomen durch Zweifingerspreizen und -stauchen beispielsweise bei Kennlinien oder Prozessabbildungen, Wischen zum Scrollen oder Durchblättern in Listen, Verzeichnissen, Einstellungen und Rezepten. Auch Mehrfinger-Shortcuts lassen sich realisieren. Bedienkonzepte können durch die Gestensteuerung viel flexibler, übersichtlicher und intuitiver gestaltet werden. Durch die Mehrfinger- bzw. Zweihandbedienung steigt die Bediensicherheit und das positive Bediengefühl. Bei kritischen Bedienfunktionen lassen sich Fehlbedienungen vermeiden, indem der Bediener zwingend zwei Schaltflächen gleichzeitig drücken muss – Beispiele dafür sind das Aktivieren von Funktionen oder das unbeabsichtigte Ändern von Werten. Auf der glatten Glasoberfläche der ETT-Panels können die Bedienschritte leicht ausgeführt werden: Bis zu Zehnfingereingaben sowie der Einsatz von Touchstiften und dünnen Handschuhen sind möglich.
Eine Frage der Philosophie: Zwei- und Mehr-CPU-Lösung
Die neue Multitouch-Panel-Reihe ist Teil des skalierbaren, modularen Systembaukastens von Sigmatek, der E/A- und Steuerungstechnik, Visualisierung, Antriebstechnik sowie Safety umfasst und auf einer Engineering-Plattform vereint. Der Automatisierungsanbieter verfolgt – speziell bei komplexen Anwendungen – den Ansatz der verteilten Intelligenz, der den Anwender mit viel Freiheit ausstattet. Bei einer Ein-CPU-Lösung besteht die Gefahr, dass diese im Laufe des Lebenszyklus der Maschine überlastet wird. Durch eine saubere Trennung von Ablaufsteuerung und Visualisierung – mit einer Zwei- oder Mehr-CPU-Lösung – ist die Applikation für die Zukunft gut gerüstet. Dazu sind bei Sigmatek wirtschaftliche ARM-basierende Prozessoren im Einsatz, sodass die Mehr-CPU-Lösung preislich mit einem Ein-CPU-System mithalten kann und in puncto Flexibilität überlegen ist. Da die Mensch/Maschine-Schnittstelle zumeist der anfälligste Teil des Steuerungssystems ist, macht es Sinn, sie von der Ablaufsteuerung zu trennen. So ist sichergestellt, dass der Automatisierungsprozess reibungslos läuft, auch wenn das Bediengerät einmal ausfallen sollte. Multiprozessorlösungen ermöglichen eine kundenspezifische Systemkonfiguration. Jede Funktionseinheit erledigt exakt die ihr zugedachte Funktion. Die Rechenleistung lässt sich nach Bedarf skalieren und das System kann flexibel erweitert oder an neue Anforderungen angepasst werden. Mehr-CPU-Lösungen machen Anwendungen fit für Industrie 4.0. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
Software Tool zur Gestaltung der Mensch/Maschine-Interaktion
Zusätzlich zur Leistungsfähigkeit der Panels ist die Effizienz der Visualisierungs-Software ein Schlüsselfaktor. Nur wenn Hard- und Software optimal zusammenspielen wird Multitouch zu einem vollständig integrierten Bedienkonzept: Das Betriebssystem und die Software müssen Multitouch-Funktionen unterstützen und projektierbar machen. Die Sigmatek-Panels werden mit linux-basiert Echtzeit-Betriebssystem und der objektorientierten Entwicklungsumgebung Lasal geliefert, die für die Erstellung von intuitiven, Zwei- bis Zehnfinger-Touchapplikationen gut gerüstet ist. Software-gestaltete Bedienflächen lassen sich mit den Tools Lasal Class und Screen komfortabel realisieren. Die HMI-Applikationsstrukturen sind modular aufgebaut und skalierbar, sodass sie für verschiedene Panel-Größen passen und einfach änder- und erweiterbar sind. Unterschiedliche Maschinengrößen bzw. -typen können eine einheitliche Benutzeroberfläche mit identischem Look&Feel nutzen. Die Objektorientierung vereinfacht die Modularisierung und Wiederverwendbarkeit erheblich. Zudem sorgt sie für maximale Übersichtlichkeit, sodass der Aufwand für die Software-Erstellung – vor allem aber für die Software-Wartung – minimiert wird. Dies ist ein wichtiger Faktor, da die Komplexität von Anwendungen laufend zunimmt und Produktionsmaschinen bzw. -anlagen weit über zehn Jahre im Einsatz sind, und damit auch die Software. Ein integrierter Ansatz mit einer durchgängigen Entwicklungsumgebung für Steuerung und Visualisierung reduziert den Engineering-Aufwand und minimiert Fehlerquellen. Wenn wie bei Sigmatek auch Motion Control- und Safety-Funktionen mit demselben Engineering Tool erstellt werden können, ist für hohe Engineering-Effizienz gesorgt. Lasal unterstützt das OPC-UA-Kommunikationsprotokoll, womit ein hersteller- und plattformunabhängiger Datenaustausch möglich ist. Dies bietet dem Anwender große Freiheit, speziell im Hinblick auf die Vision von Industrie 4.0. Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht



















