Hightech hinter historischen Mauern Bolschoi-Theater mit flexibler Bühnentechnik

Zeitgleich mit der Eröffnung nimmt das zum Weltkulturerbe erklärte Bolschoi-Theater seinen Spielbetrieb wieder auf. Hinter der vollständig erhaltenen historischen Fassade von 1825 finden Theaterfreunde nun eine ausgeklügelte und hoch moderne Bühnentechnik. Da die Außenmaße des Gebäudes beim Umbau unverändert bleiben mussten, wurde der Bühnenbereich vollständig entkernt und für die Bühnentechnik neuer Raum geschaffen. So ist z.B. die Bühnengrube, in der die großen Bühnenpodien fahren, nun mehr als 20m tief. Die sieben großen Bühnenpodien beeindrucken schon bevor sich der Vorhang zur ersten Vorstellung hebt: Jedes Podium hat zwei Ebenen und ist 22m lang, 3m breit und 10m hoch. Das Eigengewicht jedes Podiums liegt bei rund 80t. Hydraulische Antriebe bewegen sie ruckfrei mit bis zu 0,7m/s über einen Hub von 16m auf- und abwärts. Und von all dem ist im Zuschauerraum nichts zu hören: Das Hydraulikaggregat ist nicht nur sehr leise, Rexroth hat es zusätzlich in maximaler Entfernung zum Publikum am niedrigsten Punkt des Kellers platziert. Die Aufgaben der Obermaschinerie sind vielseitig: Eine Winde hebt z.B. bis zu 1t Gewicht an – und das vergleichsweise schnell mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1,8m/s. Während der Bewegung darf der Zuschauer von den Antrieben nichts hören. Deshalb verhindert eine sehr leise Maschinentechnik in Kombination mit einer effektiven Schalldämmung auch hier störende Geräusche. Eine weitere Herausforderung ist absolute Sicherheit: Während sich oben hohe Lasten bewegen, können sich Künstler oder Bühnenpersonal auf der Bühne befinden. Eine ausgeklügelte Sensorik und zahlreiche Softwarefunktionalitäten der Rexroth-Bühnensteuerung verhindern, dass es zu gefährlichen Situationen kommt. Rexroth hat bereits die Bühnentechnik zahlreicher historischer Opernhäuser modernisiert sowie Neubauten wie das China National Grand Theatre Beijing und das Opera House Oslo ausgerüstet. SPS/IPC/Drives: Halle 7, Stand 450