Integrierte Automatisierung aus einer Quelle Integrationsaufwand reduzieren durch die Wahl eines möglichst umfangreichen Automatisierungssystems

Immer wichtiger wird das Zusammenspiel von Maschinenbauer und Automatisierungslieferant. Natürlich ist jede Geschäftsbeziehung Vertrauenssache. Aber anders als in vielen Branchen müssen Maschinen- und Anlagenbauer darauf achten, den \’richtigen\‘ Partner als Lieferanten für elektrotechnische Komponenten zu wählen, weil diese Partnerschaft ein nicht zu unterschätzendes Investment bedeutet. Mitarbeiter müssen auf die Automatisierungssysteme geschult werden und im Laufe der Zeit – mit jedem weiteren Projekt – wächst die Erfahrung der Mitarbeiter und natürlich auch die Bibliothek der wiederverwendbaren Projektteile. Je länger eine solche Partnerschaft andauert, umso preisgünstiger kann ein Maschinen- und Anlagenbauer am Markt anbieten. Da ist es klar, dass dieses Kunden-Lieferantenverhältnis möglichst langfristig angelegt ist. Digitalisierung verändert die Automatisierungswelt Während noch vor wenigen Jahren ein Maschinenbauer vornehmlich mit austauschbaren Komponentenlieferanten agieren konnte, hat sich durch die zunehmende Digitalisierung eine Systemwelt bei den Automatisierungsanbietern herausgebildet, die weitaus mehr leistet, als die Summe ihrer Einzelteile. Damit hat sich aber auch die Integrationsaufgabe der Automatisierungskomponenten von den Maschinen- und Anlagenbauern zu den Automatisierungsanbietern verlagert. Ihnen kommt heutzutage die Aufgabe zu, eine Automatisierungsplattform zu liefern, die möglichst viele Bereiche der Automatisierungswelt abdecken kann. Dafür muss sie skalierbar, modular und möglichst umfangreich an Komponenten sein. Aber wie umfangreich auch immer ein System ist: erfahrungsgemäß müssen doch immer auch Fremdkomponenten integriert werden. Hier ist also gleichzeitig Offenheit eines Systems gefragt. Auch Service und Support müssen stimmen, gerade weil der Automatisierungslieferant heute eine so verantwortungsvolle Stellung einnimmt. Auch die internationale Aufstellung eines Unternehmens wird in diesem Zusammenhang immer wichtiger. Deutschland ist Exportweltmeister, das gilt auch für den Maschinen- und Anlagenbau. Was aber machen, wenn irgendwo in Brasilien ein Endabschalter, eine Steuerung, ein Antrieb streikt, oder eine Stapelgabel im Bedienpanel gelandet ist? Kundennähe muss für Automatisierungslieferanten bedeuten, in der Nähe ihrer Kunden zu sein. Automatisieren mit B&R Bernecker + Rainer ist ein Automatisierungsunternehmen, das sich auf die Fahnen geschrieben hat, diese Anforderungen zu erfüllen. Die zentrale Komponente im B&R-System ist das Automation-Studio. Es ist seit 1996 die integrierte Entwicklungsumgebung auf Windows-Plattform für Steuerung, Visualisierung, Motion und Kommunikation. Sie begleitet den Kunden von der Programmierung und Inbetriebnahme über die Produktion bis zum Service. Viele Funktionen entstehen im Automation-Studio durch einfaches Konfigurieren. Aber auch bei der Programmierung zeigt sich das System flexibel: Anwender haben die Wahl aus zahlreichen IEC-Sprachen, Automation-Basic, einem von B&R entwickelten Basic-Dialekt oder einfach Ansi C. Steuerungsplattform Als Plattformen kommen im B&R-Programm zahlreiche Systeme in Frage, angefangen von einfachen Hutschienen-Controllern über ein umfangreiches SPS-Programm bis hin zu High-End-Industrie-PCs ist hier für jede Anwendung die passende Lösung mit entsprechender Leis­tung verfügbar. Der Quellcode aus dem Automation-Studio ist Plattformunabhängig, sodass bereits entwickelte Projekte beim Umstieg auf eine andere Hardware übernommen werden können. Im Automation-Studio wird das Gesamtkonzept deutlich: Hohe Integration bei gleichzeitiger Einfachheit im Engineering und Offenheit für andere Komponenten und Systeme. Das E/A-System Eine breite Palette an Ein-/Ausgabebausteinen und Anpassungsmodulen sorgen für den richtigen Anschluss. Das X20-System ist für den Schaltschrankeinbau vorgesehen. Für den Anschluss von E/As in der Maschine vor Ort sind mit den X67 Bus Controllern Komponenten in IP67 verfügbar. Antriebstechnik Auch die Antriebstechnik wird von B&R komplett selbst entwickelt und hergestellt. So ist die nahtlose Integration in das Gesamtsystem gewährleistet. Das bedeutet, dass auch Antriebsanwendungen im Automation-Studio entwickelt werden. Mit der Vorstellung des AcoposMulti im vergangenen Jahr hat B&R ein hochflexibles Antriebssystem mit hoher Leistungsdichte vorgestellt, das eine Leistungsbandbreite von 1,4 bis 167A abdeckt. Integrated Safety Technology Am Automatisierungsmarkt ist B&R auch bekannt als Erfinder von Ethernet Powerlink. Auf dieser Basis kommunizieren die Produkte via Echtzeit Ethernet. Viele Weiterentwicklungen im B&R-System basieren auf dieser Technologie. Im Vordergrund der \’Integrated Safety Technology\‘ stehen die Produkte: die X20 SafeIO-Module, die integralen SafeMotionController-Fähigkeiten der Acopos und AcoposMulti-Plattformen, die SafeLogic und das SafeDesigner-Toolset im Automation-Studio. Industrie-PCs und Panels Für Steuerungs- und Visualisierungsaufgaben steht im B&R-System eine umfangreiche Produktepalette zur Verfügung. Dazu gehören mobile Panels ebenso wie Hutschienen-PCs oder Power-Panels. Die PC-Baureihen sind auf einen Produktlebenszyklus von zehn und mehr Jahren angelegt. Das gibt den Anwendern die notwendige Investitionssicherheit. Visualisierung In die Projektier- und Programmierumgebung Automation-Studio sind mit B&R Visual Components auch alle Werkzeuge zum Erstellen umfangreicher Bedienschnittstellen integriert. Durch die Offenheit des B&R-Systems hat der Anwender aber auch hier die Wahl, ein Visualisierungssystem eines Drittherstellers zu verwenden. Fazit Viele Produkte mussten hier unerwähnt bleiben, so z.B. die Soft CNC oder die Aprol-Produkte für die Prozessautomatisierung. Aber das ist es ja gerade, was ein gutes Automatisierungssystem auszeichnet: ein umfangreiches Produktportfolio für jede erdenkliche Applikation. Und zwar aus einer Hand. (kbn) HMI 2007: Halle 15, Stand C04 Kasten: Zwei \“Soft-Skills\“ von B&R in Deutschland \“Herr Winter, wie entwickelt sich B&R in Deutschland?\“ \“Wir haben gerade für unser internationale Salesmeeting die Zahlen aus Deutschland zusammengestellt: Im Jahr 2006 haben wir 710 OEM Kunden betreut von insgesamt über 2000. OEM Kunden sind für uns in der Regel Serienmaschinenhersteller mit signifikaten Stückzahlen und einem hohen Vervielfältigungspotential. Davon sind 20 Kundenaufträge größer als 1Mio. Euro. Im vergangenen Jahr haben wir 49 OEM-Neukunden gewonnen, die bei jeweils einen Jahresumsatz von 20.000 Euro und aufwärts generieren. Bei bestehenden Kunden haben wir 46 neue Projekte generiert, die auch wieder in in den Serienmaschinen Einsatz übergeleitet werden.\“ \“Welche Unterstützung bietet B&R seinen Kunden bei der Realisierung von Projekten?\“ \“Wir sind der Meinung, dass der Kunde in der Lage sein sollte seine Verfahrenstechnik in Software und Hardware selbst abzubilden. Dabei helfen wir unseren Kunden tatkräftig: Wir bieten ihnen ein Start-Up-Paket, das alle erforderlichen Schulungen umfasst und einen von beiden Seiten für sinnvoll erachteten Engineeringanteil, um mit der Maschine bzw. Anwendung in einen Serienzustand zu kommen. Das kann entweder nur eine Schulung aber auch das Komplettengineering sein. Die Wahrheit liegt meistens in der Mitte: Manchmal benötigt der Kunde bei seinem Projekt eine Arbeitsteilung – z.B. aus Kapazitätsgründen. Oder er möchte eine bestimmte Funtkionalität gerne in Hochsprache von uns geschrieben haben – einen komplexen Algorithmus zum Beispiel. In Deutschland verfügen wir über 66 Aplikationsingenieure, die unseren Kunden zur Verfügung stehen und jedes technisches Büro – in Deutschland sind es zurzeit 6 und bald 7, weil wir derzeit in Berlin ein weiteres einrichten – hat eine Reihe von Engineeringpartner, die dann im Einverständnis mit dem Kunden an diesen Projekten eingesetzt werden. So kommen wir auf eine Engineeringkapazität von mehr als 200 Leuten.\“ Das AcoposMulti Antriebssystem AcoposMulti ist die neue Antriebsreihe aus dem Hause B&R. Für Maschinen mit vielen Achsen, wie sie üblicherweise in der Kunststoff-, Verpackungs-, Druck- oder Textilbranche vorkommen, bietet die AcoposMulti-Generation hohe Wirtschaftlichkeit. Der Einsatz von Lüftern bzw. Klimageräten im Schaltschrank bedeutet einerseits deutliche Mehrkosten und andererseits zusätzlichen Wartungsaufwand. AcoposMulti gibt dem Konstrukteur den Freiraum für herkömmliche Wärmeabgabe im Schaltschrank, Durchsteckkühler in IP65 für Wärmeabgabe außerhalb des Schaltschranks und eine \’Cold Plate\‘ Variante für den Anschluss an einen Kühlkreislauf (Wasser, Öl). Bei herkömmlichen Anstriebsystemen wird nur die Hälfte der aus dem Netz aufgenommenen Scheinleistung tatsächlich auch in mechanische Leistung umgesetzt. Das AcoposMulti Antriebssystem beschreitet mit der Power Faktor Korrektur einen anderen Weg. Hinter dem Begriff verbirgt sich der Umstand, dass aus dem Netz nur Wirkleistung aufgenommen wird. Sie reduziert den Anschlusswert bzw. die Stromaufnahme der Maschine deutlich (ca. Faktor 2). Dies bedeutet kleinere Absicherungen und Anschlussquerschnitte. Unabhängig von der Netzspannung wird die Zwischenkreisspannung konstant gehalten, das bedeutet bestmögliche Ausnutzung der Wechselrichterbaugruppen und Motoren rund um den Globus. Alle Leistungsversorgungsmodule besitzen die Fähigkeit der Netzrückspeisung. Dadurch wird nicht, wie allgemein üblich, die kinetische Energie beim Bremsen in Wärme umgewandelt, sondern in elektrische Energie, die wiederum ins Netz zurückgespeist wird. Die intelligenten Leistungsversorgungsmodule mit Netzwerkanschluss über EthernetPowerlink bieten neue Möglichkeiten der Maschinen- und Anlagendiagnose. Das X20-I/O-System