Im Schadensfall ist die Risikobeurteilung für Hersteller ein notwendiges Nachweisdokument, um die Konformität von Produkten mit den Anforderungen der EG-Richtlinien nachzuweisen. Andernfalls drohen Bußgelder und die Stilllegung der Maschinen. \“Viele unterschätzen, welche Konsequenzen es haben kann, wenn sie keine oder fehlerhafte Risikobeurteilungen erstellen\“, warnte Experte Peter Strobelberger von der Docufy GmbH bereits im vergangen Jahr im SPS-MAGAZIN. \“Vielen Unternehmern ist nicht bewusst, dass auch derjenige mit in die Haftung genommen wird, der die Konformitätserklärung unterschreibt. Und hier kann es sogar zu strafrechtlichen Konsequenzen kommen.\“ Die Risikobeurteilung muss für sämtliche Baugruppen vorgenommen werden. Sie stellt alle Unfallrisiken dar, die von einer Maschine ausgehen können, und muss daher alle Phasen von Montage und Einrichtbetrieb über Normalbetrieb, Wartung und Instandsetzung bis hin zur Außerbetriebnahme und Demontage berücksichtigen. Umfangreiches Know-how über den durchzuführenden Prozess sowie zu aktuellen Normen und Richtlinien sind für das Erstellen einer Risikobeurteilung gemäß der Maschinenrichtlinie Voraussetzung. Eine geeignete Software-Lösung kann den Anwender erheblich unterstützen und ihm eine Menge Arbeit abnehmen. Wichtig ist bei diesen Tools, dass die formellen Anforderungen nach DIN EN ISO12100 erfüllt werden, damit eine rechtskonforme Risikobeurteilung gewährleistet wird. Die vier hier vorgestellten Lösungen sind für diese Aufgabe konzipiert, weisen jedoch zum Teil sehr unterschiedliche Merkmale auf. Docufy Docufy Maschine Safety ist seit Anfang 2011 erhältlich. Nach Angaben der Docufy GmbH, die mit den Partnern Omron Electronics und Wieland Electric zusammenarbeitet, nutzen bereits über 150 Maschinen- und Anlagenbauer die CE-Software. Die Lösung deckt sämtliche Anforderungen der Maschinenrichtlinie und relevante Normen ab. Sie ist als Web-Anwendung mit einer zentralen Datenbasis konzipiert und kann daher auch in großen, international aufgestellten Unternehmen standortübergreifend eingesetzt werden. Die Benutzeroberfläche führt den Anwender durch die einzelnen Arbeitsschritte. Einmal angefertigte Beurteilungen von Baugruppen können als Module weiterverwendet und miteinander kombiniert werden. Die Weiterverwendung vorhandener Teilbeurteilungen von Baugruppen kann für Zeitersparnisse sorgen. Docufy bietet die Möglichkeit, alle Informationen zur Erstellung der Risikobeurteilung, wie Normen oder EG-Richtlinien mit automatischer Aktualisierung oder Gefahrstoffe und deren Sicherheitsdatenblätter im System zu speichern. Die Software enthält eine Schnittstelle zum Software-Assistenten Sistema des Instituts für Arbeitsschutz (IFA), der zur Berechnung von sicherheitsbezogenen Maschinensteuerungen nach DIN EN ISO3849 dient. Die in der Risikobeurteilung ermittelten Performance Level (PL) können zur weiteren Verwendung in Sistema übertragen werden. Die Gesamt-Risikobeurteilung als Nachweisdokument wird als PDF-Dokument ausgegeben. Zudem lassen sich auf Wunsch Konformitäts- oder Einbauerklärungen generieren. Die Webanwendung ist als kostenlose \’Entry\‘-Edition sowie als kostenpflichtige \’professional\‘-Version zzgl. eines Zweijahres-Wartungsvertrages zum Preis von 3.500E erhältlich. Safexpert Die IBF-Automatisierungs- und Sicherheitstechnik GmbH bietet mit der CE-Software Safexpert eine Lösung an, die den Anwender in acht Schritten durch den gesamten Konformitätsprozess bis zum CE-Zeichen führt. Nach Herstellerangaben werden alle aktuell relevanten rechtlichen Vorgaben erfüllt. Wenn sich Normen oder Richtlinien ändern, aktualisieren die Entwickler die Software entsprechend den neuen Anforderungen und stellen ein Update zur Verfügung. Im Gegensatz zu Docufy handelt es sich bei Safexpert um eine Software für Windows-Systeme. Richtlinien sind im Volltext enthalten und verlinkt. So kann der Anwender das Programm und Projekte komfortabel und richtlinienkonform aktualisieren. Die Software überträgt alle Ihre Eingaben automatisch in die relevanten Berichte. Status- und Filterfunktionen erleichtern die Übersicht. Das Tool bietet ebenfalls eine Schnittstelle zu Sistema. Die Software wird in drei verschiedenen Editionen angeboten: – Basic: Risikobeurteilung, Richtlinien, inte- grierter CE-Leitfaden, Projektverwaltung – Compact: wie Basic, zusätzlich NormManager, Katalog grafischer Zeichen, Vorlage für maschinenrichtlinienkonforme Betriebsanleitungen (MS Word, Deutsch/Englisch) – Professional: wie Compact, zusätzlich Normenpaket Standard Die günstigste Variante ist für 1.025E erhältlich; für die umfangreicheren Editionen werden 2.040 bzw. 2.865E fällig. Safexpert wird auch über die IBF-Partner Leuze electronic und Sick vertrieben. Weka Manager CE Auch der Weka Manager CE ist eine Windows-Anwendung, die Schritt für Schritt durch den CE-Prozess (Ermittlung der relevanten Richtlinien und Normen, Durchführung der Risikobeurteilung, Erstellung einer Betriebsanleitung) führt. Für jeden Arbeitsschritt lässt sich eine Nachweisdokumentation erstellen. Damit der Anwender keine wichtigen Angaben vergisst, um die Anforderungen der Maschinenrichtlinie zu erfüllen, fragt der Software-Assistent alle benötigten Informationen ab. Besonderes Augenmerk bei der Entwicklung der Anwendung legt der Anbieter auf die kontinuierliche Verbesserung der Benutzeroberfläche. So ist das Programm vergleichsweise ergonomisch zu bedienen. Zudem versorgt das Programm den Benutzer mit hilfreichen Erläuterungen und Hintergrundinformationen. Um Arbeit zu sparen, lassen sich mehrfach benötigte Stammdaten speichern und in späteren Projekten übernehmen. Der Weka Manager CE ist für 979E zzgl. USt. erhältlich. Safety App Eine Besonderheit stellt die Safety App von Phoenix Contact für iOS dar (Bild?1). Die mobile Anwendung ist auf dem iPhone und dem iPad lauffähig. Sie ist ein hilfreiches Werkzeug, um sich einen Überblick zu verschaffen, inwieweit eine Maschine bzw. Anlage den Anforderungen der Maschinenrichtline 2006/42/EG entspricht. Eine Checkliste führt den Benutzer durch die wesentlichen Schritte. Als Ergebnis erhält er eine Übersicht der erfüllten Kriterien und der offenen Punkte als PDF-Dokument. Diese Datei lässt sich zur weiteren Verwendung an einen PC verschicken. Zudem kann man mit der App beispielhaft den erforderlichen Performance Level (PLr) mit dem Risikograph nach EN ISO13849-1 bestimmen und den MTTFd-Wert für eine Sicherheitsfunktion ermitteln. Das Tool ist somit ein praktisches Hilfsmittel, um sich schnell ein Gefühl über die Risikoeinschätzung von Gefährdungen und die Ausfallwahrscheinlichkeiten von Sicherheitsfunktionen zu verschaffen. Das Programm setzt besonderes Augenmerk darauf, dem Anwender Verständnis für die Zusammenhänge zu vermitteln und ihn mit der Thematik vertraut zu machen. Über eine eingebaute Kartenfunktion kann der Benutzer den nächsten Ansprechpartner des Anbieters zum Thema funktionale Sicherheit anzeigen lassen. Die App ist kostenlos im App Store von Apple erhältlich. Fazit
Kalkuliertes Risiko Software zur Dokumentation der Risikobeurteilung
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