Komplexe Netzstrukturen betreiben: Wireless – aber wie?

Wer weit entfernt liegende Anlagenteile oder Außenstationen in sein Netzwerk integrieren will, sucht häufig nach Funklösungen, um teure Kabelverlegekosten zu vermeiden. Grundsätzlich stehen hier zwei Varianten zur Wahl: Öffentlicher und nicht öffentlicher Datenfunk. Im Folgenden wollen wir die wesentlichen Unterschiede klären und am Beispiel der Produkte von Funk-Electronic Piciorgros zeigen, wie eine Funklösung aussieht. Eine Bemerkung vorweg: Bekanntlich führen viele Wege nach Rom. Das ist auch bei der Lösung technischer Aufgaben so. Oft ist jedoch nicht sofort erkennbar, welcher der beste Weg zum Ziel ist. Das ist bei der Anbindung von Außenstationen eines Unternehmens oder einer Kommune nicht anders. Wer eine entfernte Einrichtung – egal, ob in der Wasserwirtschaft, bei einem Elektrizitäts- oder Gasversorger oder auch in der Prozessindustrie – überwachen will, kann sich der unterschiedlichsten Lösungen bedienen: Allein die Mobilfunkbetreiber halten einen ganzen Strauß von Übertragungsprotokollen bereit, für die es jeweils auch industrielle Modems am Markt gibt. Aus der Informationstechnik drängen zahlreiche Funktechnologien in die Werkhallen, von denen W-LAN und Bluetooth vermutlich die bekanntesten sind. Darüber hinaus gibt es den nicht öffentlichen Datenfunk (NöDatFu), auf den wir in diesem Beitrag noch näher eingehen werden. Für die Entscheidung jedoch, welche dieser Verbindungstechnologie in einer verteilten Anlage \’der beste Weg\‘ ist, benötigt man Erfahrung. Darum sollte man, sofern man nicht selbst über diese Erfahrung verfügt, in einer frühen Projektphase die Beratung eines Fachmanns nutzen. Dieser kann helfen, böse Überraschungen zu vermeiden.

Was ist NöDatFu?

Ortsfeste Funkverbindungen, wie sie z.B. für die Überwachung von Abwasseranlagen, Hochbehältern, Pumpstationen, Gasanlagen usw. üblich sind (typische Versorger-Anwendungen), können Kosten sparend über den nicht öffentlichen Datenfunk (NöDatFu) nach dem 6-Sekunden Zeitschlitzverfahren realisiert werden. Beim nicht öffentlichen Datenfunk fallen keine Verbindungsgebühren an. Die Gebühren sind mit ca. 1E je Funkstation im Monat verglichen mit den GSM-Diensten sehr günstig, da keine volumen- oder zeitabhängigen Gebühren anfallen. Erfreulich für gemeinnützige Betreiber ist dabei die mögliche Befreiung von laufenden Gebühren. Für NöDatFu gibt es Funkmodems am Markt, die für Reichweiten bis 50km ausgelegt sind, wobei sich z.B. zur Umgehung topologischer Hindernisse auch Funkketten mit bis zu zwei Zwischenstationen aufbauen lassen. Prinzipiell stehen fünf Frequenzen mit jeweils zehn Zeitschlitzen zu jeweils sechs Sekunden zur Verfügung. Der Anlagenbetreiber errichtet und betreibt das Funknetz in eigener Regie und Verantwortung. NöDatFu-Netze müssen bei der Bundesnetzagentur genehmigt werden.

Netzbetreiber werden?

Der wesentliche Unterschied zwischen öffentlichen und nicht öffentlichen Netzen ist also die Betreiberfrage. Wer sich z.B. für die Nutzung von GSM/GPRS-Modems für die Datenübertragung entscheidet, muss in der Regel keine Masten und Antennenanlagen errichten. Die Funktechnik für die Nutzung öffentlicher Netze ist einfach zu installieren. Telefonnetze unterliegen durch die verwendete Technologie heute meist keinen Einschränkungen hinsichtlich Reichweite und Erreichbarkeit mehr. Zahlreiche unterschiedliche Dienste mit unterschiedlichen Übertragungsraten und Abrechnungsmodi sind praktisch flächendeckend vorhanden. Für viele Anwendungen sind solche Modems daher gut geeignet. Wer hingegen den nicht öffentlichen Datenfunk nutzen möchte, wird selbst Anlagenbetreiber. Er muss das Funknetz selbst planen und errichten sowie bei der Bundesnetzagentur beantragen. Was sich zunächst wie ein Nachteil anhört, ist tatsächlich der große Vorteil des NöDatFu: Ist das Netz erst einmal in Betrieb, fallen so gut wie keine weiteren Kosten mehr an. Die monatliche Gebühr (ca. 1E pro Gerät und Monat) ist vernachlässigbar. So mancher Anlagenbetreiber hat sich beim Betrachten seiner GSM-Dienste-Rechnung ungläubig die Augen gerieben. Was zunächst günstig aussieht, kann sich unter Umständen (und über die Laufzeit einer Anlage betrachtet) als teure Lösung entpuppen. Auch die Zuverlässigkeit des Netzes kann man im NöDatFu selbst bestimmen. Wer schon einmal versucht hat, mit dem Mobiltelefon zu Silvester einen Freund oder Verwandten zu erreichen oder auch nur eine SMS zu versenden weiß, dass die Verfügbarkeit von Mobilfunknetzen keineswegs garantiert ist. Wer hier kein Risiko eingehen will oder darf, ist mit einer eigenen Lösung sicher besser bedient. So kann z.B. durch den Einsatz von unterbrechungsfreien Stromversorgungen oder Solarpanels das Netz vollkommen autark betrieben werden.

Wie könnte ein Funknetzwerk aussehen?

Am Beispiel der Geräte des Spezialisten für drahtlose Übertragungstechnologien Funk-Electronic Piciorgros aus Köln soll im Folgenden skizziert werden, wie ein solches Funknetzwerk aussehen könnte. Da es sich bei diesem Funksystem um ein wirklich umfangreiches Sortiment handelt, können hier natürlich nur Ausschnitte vorgestellt werden, die beispielhaft zeigen, aus welchen Komponenten so ein Funknetzwerk aufgebaut wird.

Seiten: 1 2 3 4