Vor 370 Experten aus der Automatisierungstechnik stellte Dr. Eberhard Veit, Vorstandsvorsitzender von Festo, zu Beginn des vom VDI Wissensforum organisierten Kongresses Zukunftstrends in der Automation vor. Neben einer Weiterentwicklung der Unternehmen zum \’Full-Chain\‘-Lieferanten würden in Zukunft die Faktoren \’Mensch, Wissen und Weiterbildung\‘ einen immer größeren Einfluss gewinnen. 60 Vorträge und 50 Posterpräsentationen mit den Schwerpunkten Prozess- und Fertigungsautomation förderten am 3. und 4. Juni in Baden-Baden den fachlichen Austausch unter den Experten aus Industrie und Wissenschaft. Auf der begleitenden Fachausstellung stellten über 20 Unternehmen neue Entwicklungen vor und standen für Gespräche bereit. Bei der Abendveranstaltung wusste Professor Heinz-Otto Peitgen, Mevis Bremen, mit einem Festvortrag zur Chaosforschung zu begeistern. Erstmals in diesem Jahr wurde der Kongress Automation – neben der VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) – auch von der Namur und dem ZVEI-Fachverband Automation unterstützt. Vom Produktlieferanten zum Systempartner Den Kern des Eröffnungsvortrags von Dr. Eberhard Veit bildeten die Ergebnisse einer internationalen Studie von Fraunhofer und Festo. Als Marktpotenzial für die gesamte Fertigungsautomation bis 2014 stellte Veit 26,5Mrd.Euro in Aussicht, für die Prozessautomation sogar 70Mrd. Anhand von Heraus- forderungen, die Kunden an die Automatisierungstechnik stellen werden, erläuterte Veit, wie sich die Anbieter im Hinblick auf den Wettbewerb im Jahr 2014 aufstellen müssen. Ein wichtiger Trend sei die Weiterentwicklung vom Produktlieferanten über den Systemlieferanten zum \’Full-Chain\‘-Lieferanten mit komplettem Serviceangebot. Neben den Vorteilen für den Kunden bei einer solchen Systempartnerschaft ließe sich für den Anbieter eine höhere Wertschöpfung erzielen. Um am globalen Markt bestehen zu können, müssten sich die Unternehmen weltweit so aufstellen, dass sie vor Ort Service bieten können sowie die Vorschriften und Eintrittsbarrieren in einem Markt kennen. Immer wichtiger werde in Zukunft auch die Qualifikation der Mitarbeiter sein, mit der sich die Unternehmen im Wettbewerb absetzen können. \“Was der Kunde nicht versteht, kauft er nicht\“, unterstreicht Veit die Bedeutung des Know-hows als wichtigsten \“Rohstoff von Deutschland\“. Know-how in Industrie und Forschung Um die Förderung des Know-hows ging es auch bei den 60 Fachvorträgen und 50 Posterpräsentationen zu den Schwerpunkten Prozess- und Fertigungsautomation, die die 370 Teilnehmer zu vielen fachlichen Diskussionen anregten. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Teilnehmerzahl um 20% an. Die begleitende Fachausstellung wuchs auf 23 teilnehmende Unternehmen und Institutionen. Unter den Vortragenden befanden sich zahlreiche technische Fach- und Führungskräfte von Herstellern und Anwendern der Mess- und Automatisierungstechnik. Unter anderem präsentierten Vertreter von Siemens, Pepperl+Fuchs, Emerson, BASF, Bayer, ABB, Endress+Hauser oder Festo neue Entwicklungen. Ebenso stellten Experten aus Forschung und Wissenschaft neue Ergebnisse vor. So waren beispielsweise die RWTH Aachen, die TU Kaiserslautern, die TU Ilmenau, die TU München und die Universität Rostock mit aktuellen Beiträgen vertreten. Ehrung für Dieter Schaudel Während der Abendveranstaltung wurde Dieter Schaudel mit der Otto-Winkler-Ehrenmedaille ausgezeichnet. Damit honoriert die VDI/VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) das herausragende ehrenamtliche Engagement von Schaudel mit ihrer höchsten Ehrung. In den Jahren zwischen 1996 und 2003 war der diplomierte Elektroingenieur Mitglied des Vorstands und des Beirats der GMA und von 1998 bis 2000 stellvertretender Vorsitzender. Schaudel ist Vorstand Technologie, Technik, Logistik und Informatik der Endress+Hauser Gruppe, Reinach (Schweiz). Fazit Mit der Automation wird der ehemalige GMA-Kongress erfolgreich weitergeführt. Künftig findet der Kongress jährlich statt. Der nächste Termin ist am 16. und 17. Juli 2009, wieder in Baden-Baden. Der Automatisierungskongress wird – wie erstmals in diesem Jahr – abermals neben der VDI/VDE-Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) auch vom ZVEI-Fachverband Automation und der Namur unterstützt. \“Die gute Resonanz zeigt, dass die neue Ausrichtung positiv angenommen wird\“, erklärt der GMA-Vorsitzende Professor Gerald Gerlach, \“mit dem jährlichen Rhythmus passt sich der Kongress der Dynamik und Relevanz der Branche an.\“ Die Tagungsbeiträge sind im VDI-Bericht 2032 auf 390 Seiten sowie einer CD-ROM zusammengefasst und können für 90Euro beim VDI-Verlag in Düsseldorf bestellt werden.
Kongress Automation in Baden-Baden erfolgreich: Automatisierung stärkt heimische Produktion
370 Experten der Mess- und Automatisierungstechnik diskutierten auf der Automation 2008 am 3. und 4. Juni in Baden-Baden über aktuelle Trends und Technik in der Prozess- und Fertigungsautomation. Dr. Eberhard Veit von Festo stellte die Trends für 2014 vor. Insgesamt wurde eine positive Entwicklung der Automatisierungstechnik prognostiziert.
VDI Wissensforum GmbH
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