Lapp-Gruppe konzentriert sich auf Europa

Am Standort Stuttgart unterziehen die Mitarbeiter von Lapp die Industrie-Steckverbinder Epic und die Kabelverschraubungen Skintop einem harten Prüfverfahren. Wie die Steckverbinder auf Herz und Nieren geprüft werden, erklärte Werner Körner, Leiter Technik und Entwicklung der U.I.Lapp GmbH Ende Juni auf der Fachpressekonferenz. So wird die Funktion geprüft und nachgewiesen, dass die Komponenten die Anforderungen der Normen erfüllen. \“Sie müssen sicher sein, dass sich die Verschraubung in einem Gehäuse nicht löst oder dass es die Schutzart hält und sie müssen sicher sein, dass die volle Funktionstüchtigkeit erhalten bleibt, egal welche Temperaturen in dem Umfeld gerade sind\“, begründete Körner das aufwendige Prüfverfahren.

Prüfverfahren

Werner Körner erklärte die unterschiedlichen Prüfverfahren: \“Da sind einmal Zugentlas­tungsprüfungen an Kabeleinführungen – eine ganz elementare, ganz wichtige Prüfung.\“ Dann gebe es die Zugprüfungen an den Crimps der Steckverbinder. Und schließlich folgen noch die Vermessung der Geometrie, elektrische Prüfungen an Steckverbindern, die Prüfungen der Schutzart, die Kälteschlagprüfung und Materialprüfungen. Beispielsweise für die Wasserschutzartprüfung nach EN60529 wird der Prüfkörper drei Minuten lang einem maximalen Volumenstrom von 100l Wasser pro Minute ausgesetzt. Bei der Staub-Schutzprüfung nach EN60529 wird der Körper mit einem Talkum-Puder der Körnung 75µm umwirbelt – acht Stunden lang. Dabei handelt es sich einerseits um Entwicklungsprüfungen. Am Ende steht dann die Freigabe für den Prototyp und die Serienproduktion. Andererseits werden Produkte aus der laufenden Produktion diesen Tests unterzogen. Beispielsweise die Verarbeitung der Produkte wird nachgewiesen. So kann der Hersteller schnell prüfen, ob Verarbeitungsfehler vorhanden sind. Dann kann der Spritzgussprozess, mit dem die Skintop-Kabelverschraubungen hergestellt werden, nachjustiert oder andere Prozessparameter neu eingestellt werden.

Schwerpunkt Europa

Siegbert E. Lapp, Technikvorstand der Lapp-Gruppe, präsentierte im Anschluss Daten und Fakten rund um das Unternehmen mit Stammsitz in Stuttgart. Wie er berichtete, beträgt der Planumsatz im laufenden Geschäftsjahr rund 860Mio. E. \“Das ist für uns sicherlich erreichbar, im Gegenteil: Fast alle Unternehmen in der Lapp-Gruppe liegen über dem Plan\“, erklärte der Technikvorstand der Lapp-Gruppe, \“das heißt, wir erwarten hier sogar noch etwas mehr.\“ Das 1959 gegründete Unternehmen beschäftigt derzeit rund 2.700 Mitarbeiter an 15 Produktionsstandorten und 37 Vertriebsgesellschaften. Dabei liegt der Schwerpunkt in Bezug auf Produktionsstandorte und Umsatz in Europa. Dort werden rund 50% des Gesamtumsatzes fokussiert, jeweils 25% in Asien und Amerika. \“Wir verkaufen keine Produktion, sondern wir verkaufen das, was der Kunde haben will und sehen dann, woher wir das bekommen\“, sagte Lapp. Dazu werden z.B. in der Stuttgarter Lapp GmbH Kabelwerke die Anschluss- und Steuerleitungen Ölflex, die Datenleitungen Unitronic und Sonderleitungen produziert. Die Stuttgarter Contact GmbH fertigt die Rechteck-, Rund-, und Solarsteckverbinder Epic. Und die Stuttgarter Lapp Systems GmbH und die PD-Lapp Systems GmbH. \“Das ist ein klares Bekenntnis zu Stuttgart und dem Standort Deutschland. Wir profitieren hier vom großen Automatisierungsgrad in unserer Produktion und von den bestens ausgebildeten Mitarbeitern, die auch Innovationsmotor für die ganze Gruppe sind. Deshalb investieren wir in Deutschland weiterhin kontinuierlich in Produktionskapazitäten, Forschung und Entwicklung.\“ Insgesamt investiert die Lapp-Gruppe jährlich rund 3,5 bis 4,5% in Forschung und Entwicklung. \“Wir wollen unsere Kapazitäten weiter ausbauen, ohne dass wir neue Standorte brauchen. Darüber hinaus wird es weitere Standorte in der Nähe unserer Kunden geben\“, ergänzte Siegbert E. Lapp.