Marktübersicht: Prozessleitsysteme und Scada

Die Liste der Kriterien, anhand derer Anwender das jeweils optimale Prozessleit- oder Scada-System für ihre Anwendungen auswählen können, ist lang. Hierzu zählt beispielsweise die maximale Anzahl verarbeitbarer Datenpunkte, die bei vielen Systemen nur von den Ressourcen begrenzt wird. Daneben beeinflusst z.B. die Möglichkeit von Rezeptsteuerungen, Chargenverarbeitung oder FDA-konformer Arbeitsweise die Auswahlentscheidung. Auch die Internetanbindung erhält zunehmende Bedeutung, weil sich mit dem Internet und dem Einsatz offener Technologiestandards flexible Architekturen gestalten lassen. Das Internet ist auch dort von besonderer Bedeutung, wo Unternehmen global aufgestellt sind. Sie stehen häufig vor der Herausforderung, auf unterschiedlichen Kontinenten der Erde aus unterschiedlichen Grundstoffen bei unterschiedlichen Klima- und Infrastrukturbedingungen das gleiche Produkt mit identischen Qualitätsmerkmalen herstellen zu müssen. Die Bedienung und Überwachung dezentraler, stark verteilter Anlagen erfolgt per Browser von jedem Ort aus. In diesem Zusammenhang verdient die Möglichkeit zum Interneteinsatz besondere Beachtung. Da die Scada- bzw. Prozessleitsysteme auch zur Überwachung und Steuerung wichtiger Vorgänge wie der Verteilung von Energie, Gas und Wasser dienen, werden hohe Anforderungen an ihre Ausfallsicherheit gestellt. Durch die Internetanbindung entstehen zusätzliche Bedrohungen durch Softwareviren oder dem Zugriff auf die Informationspakete im Netzwerk. Insbesondere wiegen sich Scada-Nutzer in einer falschen Sicherheit, wenn sie glauben, dass das Virtual Private Network (VPN) einen ausreichenden Schutz bietet. Da sich dieser Schutz physikalisch umgehen lässt, sollten Verschlüsselungen und End-zu-End-Prüfungen von Zugangsberechtigungen und Authentizität implementiert sein. (ghl)