Diese Problematik gilt für zahlreiche Branchen. Nahrungsmittelhersteller etwa müssen mit immer kürzeren Produktionsläufen eine immer größere und zudem auf regionale Vorlieben abgestimmte Produktpalette produzieren. Pharmazeutische Unternehmen stellen fest, dass sie ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht mehr ausschließlich vom nächsten Blockbuster-Medikament abhängig machen können. Viele Autohersteller ändern ihre Produktionsstrategie und gehen verstärkt auf wechselnde Kundenvorlieben, neu entstehende Märkte, den immer schärfer werdenden Wettbewerb und steigende Kraftstoffpreise ein. Die Plattformen für Steuerungssysteme haben sich über die Jahre deutlich weiterentwickelt; sie unterstützen Unternehmen bei der Bewältigung neuer Herausforderungen in der Produktion. Während die ersten programmierbaren Steuerungen kaum mehr waren als ein besserer Relais-Ersatz, sind die heutigen Programmable Automation Controller (PACs) zu umfassenden und betriebswichtigen Hilfsmitteln geworden. Wird der PAC als Teil einer fabrikweiten Lösung eingesetzt, können Hersteller mit den Steuerungsfunktionen eine ganze Reihe von Produktionsdisziplinen abdecken und die generierten Daten an Software-Applikationen übergeben. Diese wandeln die Daten in Informationen um, die bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Die drei bedeutendsten Weiterentwicklungen erfuhren die Controller hinsichtlich ihrer Flexibilität, ihrer Kommunikationsfähigkeiten und ihrer Skalierbarkeit. Automatisierungsbasis für hybride Fertigungsprozesse Selten gibt es in einer Fabrik nur einen Fertigungsablauf. Vielmehr wird eine Kombination aus diskreten Applikationen sowie Antriebs-, Batch-, Prozess-, Sicherheits- und Bewegungssteuerungslösungen benötigt. In der Vergangenheit war man oft gezwungen, mehrere Controller einzusetzen, um einen Anwendungsbereich abzudecken: Eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) für diskrete Steuerungsaufgaben, eine Bewegungssteuerung für Mehrachsen-Steuerungsanwendungen und ein dezentrales Steuerungssystem oder eine Regelung für Prozess-Applikationen usw. Für Hersteller war die Integration mehrerer Controller mit einem hohen Zeit- und Kostenaufwand verbunden. Moderne PACs, z.B. die Logix-Steuerungen von Rockwell Automation, können alle diese Applikationen fabrikweit von einer gemeinsamen Plattform aus steuern. Das Ergebnis ist reduzierter Zeitaufwand durch die Wiederverwendung bestehender Programmierwerkzeuge, niedrigere Wartungskosten infolge der Beschränkung auf wenige Ersatzteile, besserer Informationsaustausch zwischen den Applikationen und geringerer Bedarf an Support-Personal in der gesamten Fabrik. Sowohl der Trend zur schlanken Fertigung als auch die immer kürzer werdenden Produktionszyklen begründen die Notwendigkeit eines interdisziplinären PAC. Fertiger mit schlanker Produktion können durch die kürzere Entwicklungszeit und eine einfachere Implementierung die Kosten für die Wartungszyklen der Automatisierungslösungen senken. Auch die Arbeit des Wartungspersonals wird einfacher, da nur noch eine einzige Steuerungsplattform gewartet werden muss. Das Personal muss zudem nur noch Kenntnisse zu einem einzigen Programmierpaket erwerben und pflegen, anstatt sich für jede Steuerungsdisziplin mit einem eigenen Paket auseinandersetzen zu müssen. Effektives Management von Echtzeitsteuerung und Informationsfluss Hätte man noch vor wenigen Jahren das Steuerungssystem einer Fabrik genauer unter die Lupe genommen, wäre man auf ein Gewirr inkompatibler Netzwerke gestoßen, in dem nur über komplexe Umsetzer und Treiber Informationen von einem Netzwerk zum anderen fließen konnten. Dabei war nicht nur der Informationsfluss selbst behindert. Es war für Ingenieure auch schwierig, Informationen von einer Applikationsebene zur nächsten zu weiter zu leiten. Die Vernetzung von Steuerungssystemen hat sich immens verbessert. So bedienen sich die Netzwerke eines gemeinsamen Protokolls – ganz gleich ob sie für die Geräteebene, die Steuerungsebene, die Informationsebene oder für spezielle Sicherheitsapplikationen vorgesehen sind. Das Common Industrial Protocol (CIP) z.B. wurde Anfang der 1990er-Jahre vorgestellt und seither in eine ganze Reihe weiterer Netzwerke wie etwa ControlNet und EtherNet/IP eingebaut. Nahtlose Umsetzer- und Router-Lösungen haben die Vernetzung von Steuerungssystemen verändert. Heute können Informationen von der Geräteebene an das Personal im Leitstand auf der ERP-Ebene (Enterprise Resource Planning) weitergeleitet werden, ohne dass neue Protokolle oder Treiber erforderlich wären. Auf der Automatisierungsebene ist man wiederum in der Lage, ein einheitliches, offenes Netzwerk zu programmieren und zu projektieren, ohne proprietäre Sprachen oder Codes benutzen zu müssen. Speziell das Ethernet hat entscheidende Vorteile gebracht. EtherNet/IP, bei dem es sich um das unveränderte, standardmäßige Ethernet handelt, erlaubt dem Anwender ein effektives Management von Echtzeitsteuerung und Informationsfluss im gesamten Produktions- und IT-Bereich eines Unternehmens. Mithilfe von CIP bietet EtherNet/IP den Netzwerken darunter auch Bewegungssteuerungs- und Sicherheits-Netzwerke die Möglichkeit, in der Fabrikhalle nahtlos mit anderen gängigen IT-Funktionen wie Video, Daten und Telefonie zu kommunizieren. Die künftige Weiterentwicklung auf dem Steuerungssektor Die problemlose Verfügbarkeit von Informationen aus der Fabrik ist von grundlegender Bedeutung für fundierte Entscheidungen rund um die Produktionsfähigkeit und -kapazität eines Unternehmens. Firmen, die diese Informationen abrufen und nutzen können, genießen in der modernen globalen Wirtschaft einen echten Wettbewerbsvorteil. Steuerungen haben sich weiterentwickelt von den anfänglichen Relaisplatinen zur Automatisierung von Maschinen bis hin zu den tag-fähigen interdisziplinären Controllern von heute. Auch die Aufgaben der Controller haben sich in den zurückliegenden Jahren gewandelt: Sie unterstützen nicht mehr nur den Betrieb der Maschine, sondern spielen eine wesentliche Rolle für das Unternehmen, indem sie mit ihren Informationen die Entscheidungsfindung auf Leitebene unterstützen. Werden sie per EtherNet/IP mit der Intelligenz eines ERP-Systems verknüpft, können Steuerungen entscheidende Daten über eine bestimmte Linie oder ein Gerät bereitstellen und Angaben über die Geschwindigkeit einer Maschine oder deren Leistung im Zeitablauf liefern. Das Personal in der Leitebene kann daraus den Erfolg der Anlage ablesen und entscheiden, ob für die Zukunft Veränderungen nötig sind. Diese Informationen sind für die Hersteller wichtig, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Da der PAC eine informationsorientierte Steuerung ist, wird er sich parallel zu den Anforderungen der Informationssysteme weiterentwickeln.
Mehr schaffen, in weniger Zeit
-
Gemeinsam zum vollständig integrierten Automatisierungs-Stack
Salz Automation und Tele vereinbaren Partnerschaft
Salz Automation und Tele Haase Steuergeräte gehen in ihrer Partnerschaft einen entscheidenden Schritt weiter: Tele hält künftig eine 20%-ige Beteiligung an Salz Automation.
-
3D-Druck
Harting eröffnet Zentrum für 3D-Druck
Harting hat in seinem Werk Rahden ein „Center of Competence Additive Manufacturing“ eröffnet.
-
Mikko Soirola
Neuer CEO für Elisa Industriq
Mikko Soirola startet als neuer CEO bei Elisa Industriq.
-
Drehkreuz in Südamerika
Wika eröffnet neues Werk in Brasilien
Wika hat Mitte März ein neues Werk am Standort Boituva in Brasilien eröffnet.
-
Feldbuskoppler
Feldbus und Anzeige konsequent integriert
In Profinet-basierten Anlagen übernimmt das PN220 von Motrona die Funktion eines Feldbuskopplers und bindet Sensorsignale strukturiert in das Netzwerk ein.
-
Professor Dr. Jörn Müller-Quade
Wibu-Systems beruft Kryptografie-Experten in Aufsichtsrat
Wibu-Systems hat Professor Dr. Jörn Müller-Quade in den Aufsichtsrat berufen.
-
IFR stellt Preisträgerinnen vor
Women in Robotics 2026
Um Frauen in der Robotikbranche mehr Sichtbarkeit und Anerkennung zu verschaffen, hat die…
-
Erster Bauabschnitt eingeweiht
Neues Werk in Mexiko für Phoenix Contact
Phoenix Contact hat sein Produktionsnetzwerk auf dem amerikanischen Kontinent ausgebaut. In einem ersten…
-
Festo, Schaeffler und Ziehl-Abegg
Nominierte für Hermes Award stehen fest
Eine unabhängige Jury hat unter den zahlreichen Einreichungen drei Unternehmen für den Hermes…
-
Miniatur-Sensoren realisieren hohe Reichweiten
So weit, so klein
Mit hoher Reichweite, kompaktem Design und optionaler IO-Link-Anbindung eignen sich die Sensoren der…
-
Dank Binnenmarkt
Deutsche Elektroexporte mit Plus auch zum Jahresbeginn
Auch zum Beginn des Jahres 2026 verzeichnete die deutsche Elektroindustrie ein Exportplus: Im…
-
93% verlagern KI zunehmend auf lokale Server
In den letzten zwei Jahren haben 93% befragter Unternehmen einige KI-Workloads zurück auf…
-
Scada-Plattform Atvise mit Updates
Mehr Sicherheit und Kompatibilität für Scada-Systeme
Mit den Versionen 3.13 und 3.14 erweitert Bachmann Electronic seine Scada-Plattform Atvise um…
-
Beckhoff verbindet Sprachmodelle mit Echtzeitsteuerung
Physical AI: Wenn KI direkt Maschinen steuert“
Ein zentrales Thema für Beckhoff auf der Hannover Messe 2026 ist die Verschmelzung…
-
Vorschau Hannover Messe 2026
KI als produktive Kraft in der Fabrik
Auf der Hannover Messe 2026 vom 20. bis 24. April soll künstliche Intelligenz…
-
Virtuelle Inbetriebnahme als strategisches Werkzeug
Anforderungen beim Retrofit
Die virtuelle Inbetriebnahme wird im Maschinenbau häufig dafür genutzt, um Steuerungssoftware bereits vor…
-
Warum KI im Mittelstand einen neuen Ansatz braucht
Vom Hype zur Wirkung
Eine aktuelle PwC-Studie unter mehr als 4.400 CEOs weltweit zeigt, dass die erhofften…
-
Klaus Conrad – Unternehmer, Visionär, Möglichmacher
90 Jahre Pioniergeist
Mit 18 Jahren tritt er ins Familienunternehmen ein, mit 40 übernimmt er die…
-
Neues Logistikzentrum für Unitechnik
Unitechnik Systems investiert 3,5Mio.€ in eine automatisierte Logistikanlage am Firmensitz in Wiehl.
-
Durchgängiges Engineering – von der Planung bis zum Betrieb
Insellösungen überwinden
In der Robotik führen die Bruchstellen zwischen Projektphasen und Systemen zu signifikantem Mehraufwand,…
-
Steuerung, Virtualisierung und Machine Learning auf einer gemeinsamen Plattform
KI für die SPS
Als virtualisierte, hardwareunabhängige Steuerungsplattform ermöglicht die Virtual PLCnext Control eine flexible und skalierbare…
-
Mobile Cobot-Lösung erhöht die Produktivität in der CNC-Fertigung
Für wechselnde Losgrößen und große Produktvielfalt geeignet
Das auf CNC-Präzisionsfertigung spezialisierte Unternehmen Harris RCS Ltd. verarbeitet eine Vielzahl von Materialien,…
-
Die Myzel Lifecycle Platform vernetzt Menschen, Maschinen und Daten
Wenn Sicherheit Wurzeln schlägt
Produktionsanlagen werden komplexer, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Dokumentation und Compliance. Betreiber…
-
Neue Bremssättel für Scheibenbremsen
Elektromagnetische Lüftung für hohe Stundenliestung
Die federbetätigten und elektromagnetisch gelüfteten Bremssättel der Baureihe MV FEM von Ringspann zeichnen…
das könnte sie auch interessieren
-
Herausforderungen beim Muting in der Praxis
Wenn Sicherheit zur Schwachstelle wird
-
So verändert KI die visuelle Inspektion
Weniger Regeln, mehr Verlässlichkeit
-
10. Drehgeberrunde auf der SPS 2025
Blick zurück und in die Zukunft
-
ASi bringt Industrie-4.0-Schnittstellen auf die unterste Feldebene
Einfach, sicher, skalierbar
















