Offene Standards wie die OPC Spezifikationen werden entwickelt, um Interoperabilität zwischen Produkten unterschiedlicher Hersteller zu ermöglichen. Um sicherzustellen, dass ein Produkt der Spezifikation auch tatsächlich entspricht, wird es einer Reihe von Tests unterzogen, anhand derer das Produkt gegenüber der Spezifikation auf Konformität geprüft und zertifiziert wird. Der Benutzer muss sich darauf verlassen können, dass OPC Produkte, die er von unterschiedlichen Herstellern erwirbt, auch korrekt zusammenarbeiten. Diese Sicherheit kann durch die Wahl zertifizierter Produkte gewonnen werden. Die Nicht-Konformität von Produkten ist meistens auf eine falsche Interpretation der Spezifikation oder auf deren unvollständige oder nicht korrekte Implementierung zurückzuführen. Sogenannte Compliance Tests (Konformitätstests) helfen dem Hersteller dabei, Abweichungen zu ermitteln und zu korrigieren, damit der Benutzer nicht erst im praktischen Einsatz darauf stößt. Dabei kann der Hersteller eine Selbstzertifizierung vornehmen oder sein Produkt durch ein unabhängiges Testlabor zertifizieren lassen. Compliance Test Tools Für Hersteller von Server-Produkten bietet die OPC Foundation sogenannte Compliance Test Tools (CTT) als Download an. Für Classic OPC sind diese aufgeteilt nach Data Access, Historical Data Access, XML-DA und Alarms & Events; für OPC UA-Server nach Profilen. Die Tests werden in Form einer OPC Client Anwendung bereitgestellt, die in Verbindung mit dem zu testenden Server automatisch eine Reihe von Prüftests durchführt. Der Compliance Testclient erstellt ein Testergebnis, das vom Hersteller im Produktkatalog auf den Webseiten der OPC Foundation veröffentlicht werden kann. Um die Integrität des Testberichts zu gewährleisten, wird dieser bei der Erstellung durch den Testclient verschlüsselt. Durch die ausführlichen Selbstzertifizierungstests kann sichergestellt werden, dass die Schnittstellen des getesteten Servers so auf Client-Anfragen reagieren, wie die Spezifikation dies vorsieht. Trotz der Gründlichkeit der Tests kann das interne Verhalten des Servers aber nur zu einem bestimmten Grad überprüft werden. Die Test Cases (Testfälle) sind so aufgebaut, dass sowohl das Server-Verhalten mit gültigen als auch mit ungültigen Parametern für die verschiedenen Aufrufe getestet wird. Es ist wichtig zu gewährleisten, dass die Konformität eines Servers nicht nur unter normalen Bedingungen gegeben ist, sondern auch dann, wenn der Client sich nicht bestimmungsgemäß verhält. Die Ergebnisse werden in einer Datei gespeichert und können als Zusammenfassung ausgegeben werden. Für Clients stellt die OPC Foundation Compliance Test Tools (CTT) in Form einer OPC Server Anwendung bereit. Diese Anwendung führt in Verbindung mit dem zu testenden Client automatisch eine Reihe von Prüftests durch. Der Testserver kann das Verhalten des getesteten Clients nicht protokollieren. Um die Konformität bestätigen zu können, muss der Client-Test daher von einem OPC-Vertreter begleitet werden. Die OPC Foundation beschäftigt entsprechende Mitarbeiter – das Certified Test Lab Personal. Diese können das Client-Verhalten per Fernzugriff überprüfen. Interoperability Workshops Auf Interoperability Workshops (IOP-Workshops), die von der OPC Foundation drei Mal jährlich nacheinander in Europa, USA und Japan veranstaltet werden, haben Client-Hersteller die Möglichkeit, ihre Implementierungen gegenüber Standard-Server-Herstellern in einer teilstrukturierten Weise zu testen. Der Besuch dieser Interoperabilitäts-Treffen erfolgt auf freiwilliger Basis. Der Interoperabilitäts-Prüfvorgang sieht vor, dass OPC Hersteller eine Reihe von Standardtests für jede Kombination von OPC Client- und OPC Server-Produkten durchführen. Dabei sind sowohl die Teilmenge der überprüften Schnittstelle als auch die Tests der Schnittstellen begrenzt. Es handelt sich also nicht um einen vollständigen Test, der alle Eventualitäten abdeckt. Die Testumgebung ändert sich bei jedem Durchlauf, da unterschiedliche Hersteller daran teilnehmen. Die von den Herstellern bereitgestellten Server haben vor dem IOP-Workshop für gewöhnlich bereits Compliance Tests durchlaufen. Sie verhalten sich daher in der Regel bereits bestimmungsgemäß. Clients werden aus diesem Grund nicht mehr auf den Umgang mit einfachen Fehlern geprüft. Third Party Certification Die Third Party Certification (Zertifizierung durch ein unabhängiges Testlabor) erweitert in mehrerlei Hinsicht den Grad der Testabdeckung, der durch Selbstzertifizierungstests erreicht wird. Das OPC Foundation Independent Certification Test Lab (unabhängige Zertifizierungseinrichtung der OPC Foundation) hat dazu ein Standardtestverfahren entwickelt, das sowohl automatische als auch manuell ausgeführte Tests vorsieht, die ständig weiterentwickelt werden. Als Teil dieser Initiative wurden Test Lab-Anerkennungsverfahren entwickelt. Die OPC Foundation hat dazu bereits ein Independent Certification Test Lab in Deutschland eingerichtet. Bei Bedarf wird diese Einrichtung auf weitere Länder ausgedehnt. Abbildung 1 zeigt die Umgebung für das Testen eines OPC Server Produktes in einem Test Lab. Der Hersteller des OPC Servers stellt den Testkandidaten und eine Liste seiner Funktionen zur Verfügung (Spezifikationen und optionale Schnittstellen). Basierend auf dieser Liste werden die Test Cases durchgeführt, die in Abhängigkeit zu den unterstützten Funktionen stehen, also bspw. durch den Server unterstützte OPC Funktionen. Die deaktivierten Test Cases (fehlende Unterstützung) sowie das Ergebnis der ausgeführten Test Cases werden im Testbericht dokumentiert. Wenn es die Tests des unabhängigen Labors besteht, wird das Produkt als \’OPC Certified\‘ (OPC zertifiziert) ausgezeichnet. Das Zertifikat wird auf der Website der OPC Foundation (www.opcfoundation.org) veröffentlicht. Der Online-Katalog enthält für interessierte Benutzer die Beschreibungen der verschiedenen OPC Herstellerangebote. Ergänzend zu diesen Beschreibungen wird auch der Konformitätsstatus der Produkte angegeben. Es werden Vorgabefilter angeboten, die dem Benutzer die Anzeige der zertifizierten Produkte ermöglichen. Teil 7 der OPC UA-Serie wird sich eingehend mit OPC UA Toolkits beschäftigen. Kasten: Buchtipp Grundlagen, Implementierung und Anwendung von Classic OPC und OPC UA werden in diesem Buch umfassend beschrieben. Anwendern und Herstellern von OPC-Produkten bietet dieses Buch den idealen Einstieg, die OPC-Technologie zu verstehen und effizient zu nutzen. Lange/Iwanitz/Burke, OPC. Von Data Access bis Unified Architecture. XXIII, 494 Seiten. Kart. Mit CD-ROM. VDE Verlag, ISBN 978-3-8007-3217-3, Preis 58EUR
OPC UA Compliance
-
Neue Bremssättel für Scheibenbremsen
Elektromagnetische Lüftung für hohe Stundenliestung
Die federbetätigten und elektromagnetisch gelüfteten Bremssättel der Baureihe MV FEM von Ringspann zeichnen sich durch Schalt-Performance, Design und Energieeffizienz aus. Konstrukteuren in vielen Schlüsselbranchen bietet sich damit eine…
-
Scada-Plattform Atvise mit Updates
Mehr Sicherheit und Kompatibilität für Scada-Systeme
Mit den Versionen 3.13 und 3.14 erweitert Bachmann Electronic seine Scada-Plattform Atvise um neue Funktionen für mehr Sicherheit, Flexibilität und Systemkompatibilität.
-
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die…
-
Beckhoff verbindet Sprachmodelle mit Echtzeitsteuerung
Physical AI: Wenn KI direkt Maschinen steuert“
Ein zentrales Thema für Beckhoff auf der Hannover Messe 2026 ist die Verschmelzung von künstlicher Intelligenz und klassischer Maschinensteuerung als Basis für Physical AI. In Halle 27 an…
-
Vorschau Hannover Messe 2026
KI als produktive Kraft in der Fabrik
Auf der Hannover Messe 2026 vom 20. bis 24. April soll künstliche Intelligenz (KI) in der Industrie greifbar werden. Praxisnah und anwendungsorientiert möchte die Messe zeigen, wie produzierende…
-
Virtuelle Inbetriebnahme als strategisches Werkzeug
Anforderungen beim Retrofit
Die virtuelle Inbetriebnahme wird im Maschinenbau häufig dafür genutzt, um Steuerungssoftware bereits vor der realen Inbetriebnahme zu testen und diese frühzeitig zu optimieren. Auf der Seite der Maschinenhersteller…
-
MX-System: Goodbye Schaltschrank
Mit dem MX-System hat Beckhoff einen Systembaukasten entwickelt, der dem Schaltschrank konstruktiv überlegen ist. Das MX-System ermöglicht die schaltschranklose Automatisierung von Maschinen und Anlagen und eröffnet so neue…
-
Anzeige
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei…
-
Die Myzel Lifecycle Platform vernetzt Menschen, Maschinen und Daten
Wenn Sicherheit Wurzeln schlägt
Produktionsanlagen werden komplexer, gleichzeitig steigen die Anforderungen an Sicherheit, Dokumentation und Compliance. Betreiber…
-
Anzeige
MX-System: Goodbye Schaltschrank
Mit dem MX-System hat Beckhoff einen Systembaukasten entwickelt, der dem Schaltschrank konstruktiv überlegen…
-
Mobile Cobot-Lösung erhöht die Produktivität in der CNC-Fertigung
Für wechselnde Losgrößen und große Produktvielfalt geeignet
Das auf CNC-Präzisionsfertigung spezialisierte Unternehmen Harris RCS Ltd. verarbeitet eine Vielzahl von Materialien,…
-
Steuerung, Virtualisierung und Machine Learning auf einer gemeinsamen Plattform
KI für die SPS
Als virtualisierte, hardwareunabhängige Steuerungsplattform ermöglicht die Virtual PLCnext Control eine flexible und skalierbare…
-
Energiekette mit Zugentlastung versorgt Umschlagmaschine
Stabile Verbindung für höhenverstellbare Kabine
Die höhenverstellbare Fahrerkabine der Umschlagmaschinen aus der neuen G-Serie von Fuchs stellt besondere…
-
Auftragseingang im Indus-Segment Engineering steigt um 26,9%
Trotz der schwachen globalen Industriekonjunktur lag der Umsatz im exportorientierten Indus-Segment Engineering mit…
-
Very-Small-Form-Factor-Technologie für Next-Generation-Netze
MMC-Stecker für hochdichte Glasfaserverkabelung
Rosenberger OSI erweitert sein Portfolio um den MMC-Stecker (Miniature Multifiber Connector), eine Very-Small-Form-Factor-(VSFF)-Lösung…
-
Guido Schuette leitet Wago-Geschäftsbereich Automation
Wago gibt bekannt, dass Guido Schuette zum 1. April als Chief Business Officer…
-
Neues Logistikzentrum für Unitechnik
Unitechnik Systems investiert 3,5Mio.€ in eine automatisierte Logistikanlage am Firmensitz in Wiehl.
-
Durchgängiges Engineering – von der Planung bis zum Betrieb
Insellösungen überwinden
In der Robotik führen die Bruchstellen zwischen Projektphasen und Systemen zu signifikantem Mehraufwand,…
-
China baut Vorsprung aus
Deutsche Werkzeugmaschinenindustrie stabilisiert sich
Nach zwei Jahren mit spürbarer Investitionszurückhaltung zeigt die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie erste Anzeichen einer…
-
Interview: Industrielle Server ‚Made in Germany‘
Die Datenfabrik braucht neue Server
Automatisierungssysteme erzeugen immer größere Datenmengen – durch Bildverarbeitung, KI oder vernetzte Produktionsanlagen. Gleichzeitig…
-
Herausforderungen beim Muting in der Praxis
Wenn Sicherheit zur Schwachstelle wird
Muting ermöglicht es, die Sicherheitsfunktion an Maschinen oder Anlagen vorübergehend zu überbrücken, damit…
-
So verändert KI die visuelle Inspektion
Weniger Regeln, mehr Verlässlichkeit
Der Fachkräftemangel und steigende Anforderungen an Qualität und Flexibilität erhöhen den Druck auf…
-
10. Drehgeberrunde auf der SPS 2025
Blick zurück und in die Zukunft
Die Podiumsdiskussion auf der SPS 2025 markierte ein besonderes Jubiläum: Bereits zum zehnten…
-
ASi bringt Industrie-4.0-Schnittstellen auf die unterste Feldebene
Einfach, sicher, skalierbar
AS-Interface – kurz ASi – ist seit Jahrzehnten fester Bestandteil der industriellen Automatisierung.…





















