Die Productivity Days

Die Productivity Days in Herborn standen ganz im Zeichen der Produktivitätsverbesserungen am Wirtschaftsstandort Deutschland. Nur durch schnelle Produkt- und Lösungsumsetzungen, waren sich die Teilnehmer der Veranstaltung sicher, lasse sich der Vorsprung gegenüber den Wettbewerbern sicherstellen. Die Referenten aus Unternehmen und Hochschulen berichteten über die derzeitigen Top-Themen – die Digitale Fabrik, baukastengestützes Engineering für variable Honapplikationen, kürzere Durchlaufzeiten im Steuerungsbau und den Technologietreiber Retail. Eine Podiumsdiskussion zum Thema \’Condition Monitoring-Systeme (CMS)\‘ ging der Frage nach, welchen Nutzen Condition Monitoring-Systeme für Komponentenlieferanten, Systemintegratoren und Endanwender haben. Die Teilnehmer an der Podiumsdiskussion waren sich einig, dass CMS-Systeme für Unternehmen unverzichtbar sind, die über den Zustand ihrer Produktionsmaschinen genau informiert werden und im Störfall den Produktionsprozess gezielt zurückfahren wollen. Gerade die Prävention, so die einhellige Meinung der Teilnehmer, sei sehr wichtig, um die Kontinuität der Geschäftsprozesse aufrechtzuerhalten und Kosten zu senken. Professor Uwe Bracht von der Technischen Hochschule Clausthal beleuchtete in seinem Fachvortrag \’Digitale Fabrik – aktuelle Praxis und Vision\‘ die Notwendigkeit, Entwicklung und Produktion näher zusammenzubringen. Angesichts der höheren Marktanforderungen und eines immer schnelleren Time-to-Markets-Prinzips werde die \’Digitale Fabrik\‘, welche die Produktions- und Fabrikplanung in den Fokus rücke, eine immer wichtigere Rolle für die Unternehmen spielen. Es gelte vor allem, die Anfangsprozesse besser zu gestalten und die Gewerke früher zu koordinieren, um später Kosten einzusparen. Die Vorteile einer früheren Integrations-, Logistik- und Produktionsplanung lägen auf der Hand – eine entscheidende Verkürzung der Produktentwicklungszeiten, eine höhere Produktreife, eine bessere Planungsqualitität, ein schnellerer Anlauf sowie die anschaulichere Entwicklung von Prozessketten, Anlagenkonzepten und ganzheitlichen Produktionssystemen. Mittels Modularisierung und Flexibilisierung entlang der Lieferketten lasse sich, so Bracht, die Produktivität in Unternehmen erheblich steigern. Jochen Kortmann von der KSV Koblenzer Steuerungs- und Verteilungsbau GmbH berichtete, wie sein Unternehmen mit Hilfe durchgehender Erfahrungsketten kürzere Durchlaufzeiten im Steuerungsbau erzielen konnte. Nach gezielten Optimierungen sei es gelungen, die Durchlaufzeiten in den letzten zehn Jahren auf die Hälfte zu reduzieren. Peter Laudien von der Mettler-Toledo GmbH stellte in seinem Einstiegsvortrag den Technologietreiber Retail vor. Anhand einiger Beispiele zeigte er auf, wie sein Unternehmen den Einzelhandel mit effizienten Lösungen unterstütze. Die RFID-Technik spielt hier eine wesentliche Rolle, und es ist davon auszugehen, dass diese Technologien nicht nur in den Supermärkten, sondern auch in die Fabrik der Zukunft einziehen. Insgesamt konnten über 100 Teilnehmer die Productivity Days als Plattform zum Wissenstransfer nutzen. Im Folgenden stellen wir die beiden erstplatzierten Lösungen ausführlich vor. Die Lösung der Siemens AG folgt in der nächsten Ausgabe. (kbn)

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