Roboterbasierte Verpackungslösungen: Multi-Robot-Lösungen aus einem Guss

Multi-Robot-Lösungen umfassen meist nicht nur verschiedene Roboter, sondern auch Förderbänder und Erkennungssysteme. Eine gemeinsame Steuerung ermöglicht das Ineinandergreifen aller Komponenten: vom Picking, dem Aufnehmen des Produktes, über das Packen bis hin zur abschließenden Konfektion der versandfertigen Paletten. Für eine solch technisch einheitliche Gesamtlösung des gesamten Packprozess hat Yaskawa den Delta-Roboter Motoman MPP3 entwickelt. Die Neuentwicklung ermöglicht erstmals die technisch einheitliche Realisierung von kompletten Verpackungslinien mit Produkten des Herstellers (Bild 1). Delta-Roboter Der vierachsige Roboter mit Parallelkinematik verbindet die Schnelligkeit der Delta-Bauform mit einer hohen Traglast und einem großen Arbeitsbereich (Bild 2). Die vierte Achse, die sogenannte Handachse, ist stärker ausgeführt als bei vergleichbaren Modellen. So lassen sich Traglasten bis zu 3kg mit einer hohen Schnelligkeit bewegen: Möglich sind zwischen 140 Takte pro Minute bei 3kg und 230 Takte pro Minute bei 1kg Beladung. Die Förderbänder können dabei mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120m/min laufen. Auch der Arbeitsbereich ist entsprechend großzügig ausgelegt: Er umfasst einen Gesamthub von 500mm mit einem Durchmesser von 1.300mm im oberen zylindrischen Teil des Arbeitsbereiches. Im kegelförmig zulaufenden unteren Teil liegt der Durchmesser bei 950mm. Wie bei allen Produkten der Marke Motoman stand auch bei der Entwicklung des Delta-Roboters eine hohe Verfügbarkeit der Maschine im Fokus. Langlebige Verschleißteile sind eine Voraussetzung dafür. Darüber hinaus sind diese so konzipiert, dass sie sich einfach auswechseln lassen. Aufgrund der mechanischen Eigenschaften, langer Wartungsintervalle und kurzer Ausfallzeiten liegt die Verfügbarkeit der Motoman Roboter bei ca. 95%. Durchgehende Verpackungslinie Seine volle Leistungsfähigkeit entwickelt der Delta-Roboter im Zusammenspiel mit nachgeschalteten Pack-Robotern: Ein Delta-Roboter nimmt das primär verpackte Produkt – z.B. eine Gummibärchen-Tüte – mit seinem Vakuumgreifer auf und setzt es mit sehr hoher Geschwindigkeit in eine Karton- oder in eine flache Tray-Verpackung um. Im zweiten Schritt übernimmt dann ein fünfachsiger Motoman MPK2. Mit seiner schlanken Greifhand und einer 400mm langen Z-Achse eignet er sich zum Beladen von Kisten und tieferen Trays. Bei 2kg Traglast erzielt er dabei bis zu 133 Takten pro Minute. Die Prozess-Management Software Motopick verwaltet diesen komplexen und schnell ablaufenden Prozess. Sie kontrolliert sowohl die integrierte Bildverarbeitung als auch das Nachführen der Förderbänder (Conveyor Tracking). So wird sichergestellt, dass das richtige Produkt am richtigen Ort platziert wird. Darüber hinaus bietet Motopick dem Anlagenbediener eine einfach zu bedienende Oberfläche, mit der neue Formate schnell und unkompliziert eingerichtet werden können. Für den weiteren Verpackungsprozess der entsprechend vorgruppierten Komponenten übernimmt z.B. ein MPK 50. Er verfügt über eine Traglast bis 50kg und ist als Vier-Achser mit einem fast rechtwinkligen Arbeitsbereich, den er mit hoher Geschwindigkeit abdeckt. Auch die für das anschließende Palletieren konzipierte Motoman Serie MPL ist als Vier-Achser ausgelegt. Die Roboter der MPL-Serie sind mit Traglasten von 80 bis zu 800kg und Palettierhöhen von über 3m lieferbar. Dabei sind sie schnell und aufgrund ihres großen Arbeitsbereiches bei kompakter Baugröße flexibel in die Anlagenkonzeption integrierbar. Flexibel und platzsparend Nicht zuletzt im Vergleich mit herkömmlichen Linear- bzw. Schwerkraftpackern bieten solche robotergestützten Verpackungslinien entscheidende Vorteile: Sie arbeiten produktschonend, sind flexibel einsetzbar und dabei platzsparend. Die auf geringen Platzbedarf und hohe Geschwindigkeit abgestimmte Produktpalette ermöglicht die Konzeption kompakter Gesamtlösungen. Daraus resultieren letztlich eine höhere Anlagenrendite durch einen reduzierten Platzbedarf. SPS/IPC/Drives 2011: Halle 2, Stand 131