Vertikale Integration

Der Arbeitsablauf bestand vor der vertikalen Integration aus Insellösungen. Es gab jeweils eigene Module bzw. Softwarelösungen für die Projektierung, Materialwirtschaft, Konstruktion, bis hin zur mechanischen Fertigung der Schaltschränke. Da keine ineinander- greifenden Schnittstellen zur Verfügung standen, mussten die Daten in jedem einzelnen Modul gepflegt, bzw. aktualisiert werden. Dies verursachte außer wirtschaftlichen Nachteilen Fehl- und Doppeleingaben, da die jeweiligen Daten in verschiedenen Abteilungen von verschiedenen Mitarbeitern teilweise noch per Hand eingegeben werden mussten.

Aufgabenstellung

Das Ziel war eine ineinandergreifende Prozesskette der Arbeitsabläufe von der Projektierung über die Materialwirtschaft bis hin zur Produktion. Die Arbeitsprozesse mussten also besser miteinander \’verzahnt\‘ werden. Ein Arbeitskreis aus Mitarbeitern der jeweiligen Fachbereiche wurde 2005 installiert. Er sammelte Vorschläge zur Optimierung, stufte sie nach ihrem Ersparnispotential in hoch, niedrig und mittel ein und legte fest, welche Maßnahmen weiter verfolgt werden sollten, um durch rechnergestützte Abläufe und gezielte Investitionen in Maschinen und Software eine durchgängige Prozesskette zu schaffen. Nach Erstellung eines Pflichtenheftes mit Definierung der Schnittstellen in den einzelnen Modulen, wurde eine Kosten-/Nutzanalyse durchgeführt. Nach Prüfung der Angebote schien eine Amortisation innerhalb von zwei Jahren möglich. Die Umsetzung selbst erfolgte in fünf Schritten.

1. Schritt: Gemeinsamer Artikelstamm

Zunächst war ein gemeinsamer Artikelstamm notwendig, der von verschiedenen zuverlässigen Quellen mit Daten gefüllt wird. Man entschied sich hier für die Software Eplan PMS, die sich mit der bereits im Haus vorhandenen Engineeringssoftware Eplan ergänzte. Allgemeine technische Artikeldaten (Größe, Abmessungen, Gewicht, Texte) sowie spezielle technische Artikeldaten (Anschlussbelegungen, Leistungsdaten, usw.), die für die Konstruktion benötigt wurden, standen somit zentral zur Verfügung. Die kaufmännischen Artikeldaten wurden von dem bereits in der Firma vorhandenen Warenwirtschaftssystem AS/400 automatisch zu dem technischen Teil der Artikel hinzugefügt. Damit standen die vollständigen Artikeldaten sowohl für die Konstruktion als auch für die Kalkulation zur Verfügung. Der Datenaustausch zwischen AS/400 und Eplan PMS erfolgt über eine SQL-Datenbank.

2. Schritt: Automatisch gepflegte Materialstammdaten

Da die manuelle Stammdatenpflege generell sehr zeitaufwändig und fehleranfällig war, entschied man sich für den Zukauf des Eplan-PMS-Artikelkatalogs. Mit dessen Hilfe werden die Daten für die verschiedenen Hersteller über das Internet gepflegt, alle Katalog-Updates werden auf Plausibilität geprüft und in ein einheitliches Format umgesetzt. Die Software bietet auch umfangreiche Selektions- und Editiermöglichkeiten zur Aktualisierung und Ergänzung. Durch die automatische Pflege der Daten über das Internet wurde der manuelle Pflegeaufwand für die technischen Artikeldaten erheblich reduziert, während die kaufmännischen Daten durch die bereits bewährten Techniken der automatischen Preispflege mithilfe verschiedener Normen (DATA-, ELDA- oder ZVEI-Norm) erledigt wurden.

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