Moderne Verkehrsflugzeuge sind ohne Frage echte technische Meisterwerke: Nicht nur, dass sie mehrere Hundert Menschen in mehreren Tausend Metern Höhe schnell und sicher an jedes Ziel der Erde bringen. Sie unterstützen zudem die Piloten bei Start, Landung und Flugbetrieb und gestalten die Reise für die Passagiere je nach Klasse so komfortabel wie möglich. Bei aller Ingenieurskunst haben die größeren Flieger dennoch eines gemeinsam: Bei ausgeschalteten Haupttriebwerken ist auch die Hauptenergiequelle außer Betrieb. Der an Board benötigte Strom für die hydraulischen und elektrischen Systeme muss dann entweder über die flugzeugeigene Hilfsturbine erzeugt werden oder über externe Aggregate, die der Pilot beim Flughafen anfordern kann. Vor allem ihr ineffizienter Kerosinverbrauch und die hohe Geräuschentwicklung sind ausschlaggebend dafür, dass die Hilfstriebwerke vielerorts nur noch in Ausnahmefällen eingesetzt werden. Vor Jahren schon hat hier ein Umdenken stattgefunden, der Trend geht klar zur Fremdversorgung über stationäre und mobile Bodenstrom- und Heizgeräte. An den meisten Flughäfen ist das bereits gelebte Praxis: Mit Andocken der Fluggastbrücke erfolgt die Energieversorgung und Klimatisierung der Flieger. Für alle Maschinen, die nicht direkt am Terminal geparkt sind, steht entsprechende Technik auf kleinen Anhängern oder als Selbstfahrer zur Verfügung. Betriebsdaten automatisiert erfassen Der Stuttgarter Flughafen nimmt hierbei durchaus eine Vorreiterstellung ein. Im vergangenen Jahr 2011 haben die Verantwortlichen die Bodenstrom- und Heizgeräte mit Fernwirktechnik von Wago ausgestattet. In einer mehrmonatigen Übergangsphase sollen sie die bestehenden Handgeräte zur Betriebsdatenerfassung sukzessive ersetzen. Die Eingabe der Flugzeugdaten sowie der Start- und Endzeitpunkte der Energie- oder Heizzufuhr erfolgte früher ausschließlich manuell durch die Mitarbeiter des Bodenverkehrsdiensts. In der kurz vor einem Abflug herrschenden Hektik können dabei schon mal Fehler passieren, die dann später zu ungenauen Abrechnungen mit den Airlines führen. Auf vielen Flughäfen ist dieses Vorgehen auch heute noch gängige Praxis. Nicht so in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Am Stuttgarter Airport wird jetzt vollautomatisiert dokumentiert. Die an den Bodenstrom- und Heizgeräten installierte Fernwirktechnik registriert jeden Schaltvorgang sekundengenau. Die Prozesswerte werden an ein zentrales Web-Portal übermittelt, das von Wago mit einer besonders offenen Systemstruktur entwickelt wurde und deshalb von den Stuttgarter Technikern individuell auf die Bedürfnisse des Flughafens angepasst werden konnte. Zur Erfassung und Übertragung der Daten sind auf dem Vorfeld zwei unterschiedliche Fernwirkmodelle im Einsatz: To-Pass Modular an den stationären Fluggastbrücken sowie To-Pass Mobile an den mobilen Fahrzeugen. Fernwirktechnik am Flughafen Während To-Pass Modular direkt via Ethernet an das Netzwerk angeschlossen ist und sein Standort jederzeit unverändert bleibt, gestaltet sich die Positionsbestimmung der mobilen Strom- und Heizstationen ungleich schwieriger. Die exakten Aufenthaltsdaten sind deshalb so immens wichtig, weil sie die Grundlage für die spätere Kostenabrechnung mit den Airlines bilden: Die Bodenstrom- und Heizgeräte wissen nämlich nie, an welchen Fliegern sie gerade angeschlossen sind; diese Zuordnung erfolgt erst später im sogenannten Airport Management System (AMS). Das AMS enthält unter anderem die On- und Off-Block-Informationen jedes einzelnen Flugzeugs, also die exakten Zeiten des Eintreffens und des Verlassens einer Parkposition. Um beides nun zusammenzubringen – also die Position des Fliegers und die des mobilen Geräts – hat sich Peter Schlang gemeinsam mit seinem Team der MSR- und Gebäudeleittechnik und Wago eine intelligente Lösung ausgedacht: Alle relevanten Areale des Flughafens, darunter die Park-, Abstell- und Reparaturplätze, wurden in separate Bereiche eingeteilt. Insgesamt mehr als 70 Stück. Von diesen Bereichen wurden die exakten GPS-Koordinaten bestimmt und in einer Tabelle des Airport Management Systems abgelegt. Das AMS wird regelmäßig mit aktuellen Daten aus dem To-Pass-Web-Portal versorgt, indem eine CSV-Datei zyklisch über einen weiteren FTP-Server übermittelt wird. \“Wenn nun z.B. eines unserer mobilen Bodenstromfahrzeuge bei einem Flieger angekommen ist und mit der Energieversorgung beginnt, dann wird via To-Pass Mobile neben den eigentlichen Betriebsdaten die GPS-Position an das Web-Portal und somit auch an das AMS übermittelt\“, beschreibt Teamleiter Peter Schlang. Automatisierte Abrechnungen und effizientes Management
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