Energieeffizienz ist das Modethema unserer Tage. Doch wer sich erst einmal mit der Thematik beschäftigt, bemerkt sehr schnell, wie facettenreich sie ist. Wie umfangreich das Thema ist, habe ich während der Vorbereitung zu der Podiumsdiskussion \’Green Automation – Energieeffizienz in der Produktion\‘ auf der SPS/IPC/Drives erfahren (vgl. S.28). Und die Tatsache, dass dies die erste Podiumsdiskussion ist, über die wir in zwei Teilen berichten müssen, weil so viele Aspekte sonst unerwähnt blieben, spricht wohl auch für die Bedeutung des Themas. Eines wird in der gegenwärtigen Diskussion bereits deutlich: Will man den Markt nicht anderen überlassen, wird es höchste Zeit sich dieser Thematik intensiv zu widmen, schließlich ist nicht überall auf der Welt unbeschränkt Anschlussleistung verfügbar. Engineering überdenken Will man eine Maschine oder Anlage strikt nach Effizienz-Gesichtspunkten Auslegen, so hat dies Einfluss auf den gesamten Entwicklungsprozess. Viele lieb gewonnene Gewohnheiten müssen überdacht werden. So ist die Verwendung von pneumatischen Komponenten aus Energieeffizienzsicht nicht mehr zu rechtfertigen. Durch die mehrfache Umwandlung der Energie bleibt hier leider nicht mehr sehr viel Effizienz übrig, selbst bei optimal gewarteten Kompressoren und Leitungen. Leider ist aber nicht einmal das immer der Fall. Sind solche Anlagen in schlechtem Zustand, löst sich die Energie hier – im wahrsten Sinne des Wortes – in Luft auf. Darüber hinaus macht die Pneumatik eine Maschine übrigens über den Lebenszylus gesehen auch teurer, wenn entsprechende elektrische Alternativen verfügbar sind, denn die Nebenanlage zur Drucklufterzeugung sowie deren Betrieb und Wartung muss als Gesamtes zu den Lebenszykluskosten der Maschine hinzugerechnet werden. Erfolgreiche Beispiele Ähnlich verhält es sich mit der Hydraulik: Dazu zeigen wir in dieser Ausgabe, wie die hydraulischen Komponenten einer Kunststoffspritzgussmaschine erfolgreich durch elektrische Antriebe ersetzt wurden, mit dem Ergebnis, dass die Qualität gestiegen und die Kosten gesunken sind (S.138). Gleichzeitig ist der Energieverbrauch deutlich niedriger, als bei einer vergleichbaren Maschine. Los geht\’s Die Diskussion um die CO2-Belastung der Umwelt durch den Energieverbrauch in der Industrie hat die Maschinen- und Anlagenbauer zum Nachdenken gezwungen. Zahlreiche gute Ideen dazu liegen bereits auf dem Tisch, jetzt wird es Zeit, sie umzusetzen. Ihr Kai Binder kbinder@sps-magazin.de
Zeit für Taten!
Das Umweltbewusstsein ist groß in Deuschland, doch aus Furcht, dass Energiesparmaschinen dauerhaft ein Nieschendasein für Ökospinner fristen, widmen sich bisher nur wenige Maschinenbauer konzentriert der Thematik der Energieeffizienten Maschine. Wenn sich das nicht ändert, könnte es sogar sein, dass wir in Deutschland aus Angst vor der eigenen Courage eine bedeutende Entwicklung verschlafen.
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