Welchem Bereich wird das antriebstechnische Angebot von B&R zugerechnet?

Wierod: B&R ist Bestandteil des Geschäftsbereichs Robotik & Fertigungsautomation. Deshalb werden wir speziell hier übergreifend eng zusammenarbeiten, um den Kunden exakt abgestimmte Lösungen aus einer Hand zu liefern – ohne dabei organisatorische Hürden innerhalb des Konzerns nehmen zu müssen. Die vereinfachten Strukturen sind also generell ganz im Sinne des Kunden.

Die Lösungsdenke auf Anbieterseite ist ja nichts neues. In wie weit hat sie sich denn auch bereits im Bewusstsein des Kunden festgesetzt?

Wierod: Unsere Kunden drängen ganz klar in Richtung Lösungen. Warum, lässt sich gut am Beispiel der Energieeffizienz festmachen. Ob man einen IE3- oder IE4-Motor einsetzt, ist kein sehr großer Unterschied. Das wirkliche Potenzial zeigt sich erst, wenn alle Komponenten im Antriebsstrang aufeinander abgestimmt sind. Und die Reise geht noch weiter: mit unseren neuen smarten Sensoren, die den Zustand an Motoren, Getrieben oder Lagern überwachen. Sie ermöglichen die nächste Stufe der Effizienz – aber auch der Produktivität. Und das kommt bei unseren Kunden natürlich sehr gut an.

Ist das dann bereits echte Industrie 4.0?

Wierod: Auf jeden Fall. Denn dieses Level lässt sich nur mit den modernen Möglichkeiten der Digitalisierung erreichen. Und nur im System. Bei Industrie 4.0 geht es eben nicht um einzelne Komponenten. Deswegen bieten wir unseren Kunden und den OEMs komplette Lösungspakete. Auf Wunsch sogar mit individuellem Engineering, Konfiguration und Auslegung sowie inklusive Remote-Anbindung und permanentem Monitoring. Sogar eine Anpassung der Parameter aus der Ferne lassen unsere Lösungen während des laufenden Betriebs zu. Der nächste Schritt wäre es dann, die Antriebe über KI und die integrierte Steuerungstechnik so smart zu machen, dass sie gar nicht mehr überwacht werden müssen, sondern sich permanent selbst optimieren. Aber das ist noch Zukunftsmusik.

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