
Modularisierung im Packaging bedeutet, eine Maschine in standardisierbare Funktionseinheiten zu zerlegen. Flexibilität heißt, kleine Losgrößen zu Konditionen einer industriellen Großserienfertigung zu verpacken. Erreicht man im Maschinenbau beides, so lassen sich die Engineering-Kosten und -Zeiten signifikant senken. Die im Verpackungswesen üblichen, kurzen Produktwechselzeiten brauchen eine Achsvereinzelung sowie automatisierte Formatverstellung, wobei die Maschinen immer kompakter werden. Das schnelle Umkonfigurieren gewährleistet ein Baukastensystem, basierend auf standardisierten Hardware- und Softwaremodulschnittstellen, das sich einfach kombinieren lässt.

Produktivität und Individualisierung
Darüber hinaus geben zwei Trends die Richtung vor: steigende Maschinenproduktivität und die zunehmende Individualisierung der Produkte. Damit werden dezentrale Steuerungskonzepte im Packaging immer wichtiger. Entsprechende Automatisierungslösungen umfassen echtzeitfähige Busse, ins Maschinenbett integrierte I/O-Systeme, kleine, in der Anlage verteilte Schaltkästen sowie dezentrale, kompakte Servoantriebstechnik. Bezüglich der passenden Antriebslösungen montiert man Antriebsregler nicht länger im Schaltschrank, sondern direkt auf dem Motor in der Maschine. So bleibt der Anlagenbauer flexibel, da er einen kompakteren Schaltschrank konfigurieren und sich zudem den Platz und den Umbau für zusätzliche Antriebsregler sparen kann. Der Wandel im Packaging setzt sich auch in der Struktur der klassischen Automatisierungspyramide fort: Mehr und mehr setzt sich das intelligente Automatisierungsnetzwerk mit Cloud-Funktionalität durch, wobei der Antriebstechnik als Bewegungsexekutive eine tragende Rolle zugeschrieben wird. Für diese Netze braucht man die Eigenschaften einer intelligenten Antriebstechnik, die vernetzbar, autark und skalierbar sein muss. Gerade im Packaging sind miniaturisierte, multifunktionelle und autark agierende Elektroniksysteme gefordert, damit die Daten aufgenommen, verarbeitet und übertragen werden, und so mit Steuerung und Kommunikationsnetzwerken interagieren. Unter diesen Voraussetzungen der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung müssen diese smarten Elektroniksysteme leistungsfähig und zugleich energieeffizient sein, was nur durch Lösungsansätze realisiert werden kann, die durch moderne Komponenten, intelligente Firmware und neue Interface-Architekturen gewährleistet sind. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein

Spielend im Engineering umsetzen
Die Kenntnis dieser Trends in der Verpackungstechnik ist die eine Seite der Medaille. In der Umsetzung liegt die Kunst der Dinge darin, vorhandene oder neue Anlagen auf diese neuen Bedürfnisse der Branche vorzubereiten oder zu realisieren. Neuartige Komponenten und Systeme lassen der Kreativität im Engineering freien Lauf, Lösungen für die Verpackungsmaschinen zu detektieren. Passend zu dem Umdenken zeigt AMK den Smart-Airhockey-Demonstrator, der interessante Analogien zwischen dem Spiel und dem Packaging aufzeigt. Exakt für die beschriebenen Anforderungen nach höherer Varianz und kleineren Losgrößen bei höherer Ausbringung offeriert das Anschauungsobjekt – sozusagen im Schlagabtausch zwischen Mensch und Maschine – wichtige Erkenntnisse, die man für flexible wie auch modulare Anlagenkonzepte verstehen muss. Um Rüstvorgänge gering zu halten, braucht man das Verständnis der in der Maschine integrierten Besonderheiten, damit sich der Funktionsablauf in der Maschine verbessern lässt – sei es durch die Verstellung von Antriebsachsen, mit intelligenten Systemen nach aktuellen IIoT-Ansätzen und lokaler Motion-Control mit (Ablauf-)Steuerung in der Cloud.
Schlagabtausch zwischen Mensch und Maschine
Mit dem hochdynamischen Geschicklichkeitsspiel sollen Neuerungen in der Antriebstechnik veranschaulicht werden, die in der genaueren Betrachtung die Zusammenhänge zur Verpackungstechnik anwendungs- und zielgruppenspezifisch darstellen. Im Spiel geben sich mit dieser proaktiven Kommunikation die technischen Vorteile zu erkennen, die die Anwendung besser auf die Bedürfnisse anpassen. Hier können sich unterschiedliche Fragen ergeben: Wie lassen sich die mechanischen Grenzen einer Antriebslösung mit Mechatronik überwinden? Wie verfährt man, wenn Reaktionszeiten in der Sensor- und Kameraperipherie immer kürzer werden? Mit welchen modernen Kommunikationsprotokollen können die unterschiedlichen Aufgaben in spezialisierten Anlagenmodulen gelöst werden? Wo punkten digitale Simulationsmodelle für eine Mensch/Maschine-Kollaboration? Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht



















