Analogien interessant verpackt

Das Engineering hinter Puck und Tisch ist schnell zusammengefasst: Eine 300FPS-Highspeed-Kamera erfasst die Szenerie um den H-förmigen Aufbau für zwei Achsenbewegungen mit sehr geringen beschleunigten Massen. In der Entwicklung sind Sensorik und Aktorik im Vorfeld simuliert worden, wobei man mit virtuellen und realen Prototypen den Prozessablauf getestet hat. Im Demonstrator ist ein schnelles Sensor-Interface integriert, das die Übertragung der digitalen Signale in Echtzeit von der hochdynamischen Bildverarbeitung an die Motion Control des Umrichters gewährleistet. Eine Basis, die für das schnelle Adaptieren von neuen Aufgaben im laufenden Betrieb wichtig ist. Bestes Beispiel sind Verpackungsgrößenwechsel und das Sortieren mit Pick&Place in Losgröße 1, ohne die Anlage anzuhalten. Aktuelle IIoT-Ansätze und -Standards wie der digitale Zwilling und der Datenaustausch per OPC UA machen den Weg frei für Web-Services in einer digitalisierten Wertschöpfungskette. Im digitalen Workflow, in dem Prozesse und Entscheidungen parallel laufen, wird die Erweiterbarkeit und Adaption bestehender Systeme erleichtert. Die hohe Kompatibilität zwischen Modulen unterschiedlicher Lieferanten ermöglicht die nahtlose Integration neuer, ursprünglich ungeplanter Produkte. Dezentrale Steuerungsstrukturen dominieren die Anlagenszenerie: mit dem Einsatz des Multiservo von AMK lässt sich Motion Control autark und intelligent verteilen, was dem Trend zu einer mechatronischen Modularisierung der Anlage folgt. Verfügen die Maschinenmodule über eine eigene Steuerung und sind Busarchitekturen darauf vorbereitet, Module simpel hinzuzufügen, dann sind gewünschte Veränderungen der Ablaufsteuerung in der Cloud schnell umsetzbar. Dem Systemgedanken folgend eröffnen sich mit diesem Demonstrator weitere Themenfelder wie Simulation mit VR/AR, die der vernetzbaren Antriebs- und Steuerungstechnik eine völlig neue Rolle geben. Mit dem Projekt Smart Airhockey ist dem Komponenten- und Systemhersteller AMK ein attraktives Anschauungsobjekt gelungen, der mit den Trends im Maschinenbau weiterwächst und dem Betrachter neue Lernkurven bereithält. „Der Demonstrator kann für sich ändernde Entwicklungsmethoden und -paradigmen als Fingerzeig und didaktisches Mittel begriffen werden – gleichermaßen geeignet für Studierende und erfahrene Ingenieure“, resümiert Dr. Fabian Distel, Innovation Manager bei AMK. „Jeder kann sich spielerisch mit den aktuellen Trends beschäftigen: der Wandel von der klassischen Automatisierungspyramide, Augmented und Virtual Reality, IIoT-Geschäftsmodelle und vielen mehr.“

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