• Hohe Dienstgüte: Es bietet eine Einweglatenz von weniger als 4ms für 99,9999% aller Sendeversuche bei voller Ethernet-MTU von 1.500 Bytes und 6Mbit/s Nettodatenrate. Das wurde in extensiven Tests und Probeinstallation nachgewiesen und wird durch Anpassungen auf der Funkzugriffschicht erreicht.
  • Skalierbarkeit: Das neue System kann nach dem Baukastenprinzip je nach Bedarf erweitert und skaliert werden – pay as you need.
  • Einfache Bedienung: Die Einrichtung und Bedienung von BlitzFunk ist noch einfacher als die des Heim-WLANs, was die Installation und den Einsatz auch ohne spezielle technische Kenntnisse ermöglicht.
  • Plug&Play-Kompatibilität: Das System verhält sich wie ein Ethernet-Switch und unterstützt somit out-of-the-box alle Ethernet-basierten Protokolle wie Profinet, Profisafe, Ethernet/IP, Sercos III sowie Industrieprotokolle auf höheren Ebenen wie OPC UA und MQTT.
  • Globale Einsatzmöglichkeiten: BlitzFunk operiert im lizenzfreien WLAN-Spektrum und ist damit weltweit einsetzbar. Es unterstützt die Frequenzbänder 2,4, 5 und 6GHz.
  • Schnelles Roaming: Die Reichweite ist mit Standard-WLAN (10 bis 100m, je nach Gegebenheiten) vergleichbar. Es unterstützt jedoch Roaming zum nächsten Access Point im Bruchteil einer Millisekunde, was eine unterbrechungsfreie Verbindung sogar für anspruchsvollste Anwendungen gewährleistet.
  • Security: Die Funkübertragung ist nach dem neusten Stand der Technik verschlüsselt und authentifiziert. Im Gegensatz zu Standard-WLAN, in welchem alle Geräte denselben Schlüssel benutzen, können Geräte einzeln dem Netzwerk hinzugefügt und auch wieder entfernt werden (z.B. bei Diebstahl), ohne dass das System kompromittiert bleibt und ein zentraler Schlüssel ausgetauscht werden muss.

Mit diesen Eigenschaften erfüllt BlitzFunk viele Anforderungen der OT, sodass ab sofort wirklich jeder in die Lage versetzt wird, seine Maschinen in Kabelqualität zu vernetzen, ohne dass es wirklich ein Kabel gibt. Das Funksystem gibt es ab sofort in der Schutzart IP65 zu erwerben. Die Preise starten bei 1.100 Euro für einen Client und 1.700 Euro für einen Access Point.

5 Fragen an Geschäftsführer Dr. Lucas Scheuvens

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Bild: Fünfeinhalb Funksysteme GmbH

Herr Scheuvens, stellen Sie Ihr Unternehmen bitte vor. Wie kam es zur Gründung von Fünfeinhalb Funksysteme und was sind Ihre Ziele?
Fünfeinhalb wurde im Februar 2023 aus dem Lehrstuhl für Mobile Nachrichtensysteme der TU Dresden heraus mit dem Ziel gegründet, die nicht eingehaltenen Versprechen von 5G einzulösen. Die Vision des Unternehmens ist die Bereitstellung von Funksystemen, die sehr geringe Latenz bzw. Reaktionszeit aufweisen und gleichzeitig ultra-zuverlässig sind. Es soll die Latenz mit Wahrscheinlichkeiten >99,999% einhalten. Damit können zum einen existierende Ethernet-basierte Applikationen als Retrofit drahtlos angeboten werden, die bisher an ein Kabel gewöhnt sind, und zum anderen Applikationen schneller laufen, weil mit aktueller Funktechnologie hohe Sicherheitsmargen eingehalten werden müssen und nun deutlich geringer gewählt werden können. Zudem lassen sich völlig neue Anwendungen konzipieren, weil die Konnektivität zu jedem Zeitpunkt gegeben ist.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie?
Unsere größte Herausforderung ist vor allen Dingen das schlechte Image von Funknetzen und die damit verbundene Überzeugungsarbeit. Zu schlecht sind einfach die Erfahrungen, die mit bisherigen kommerziellen Funksystemen wie WLAN und 5G gemacht wurden. Der Wow-Moment ist jedes Mal, wenn unsere Kunden BlitzFunk zum ersten Mal in Betrieb nehmen und sie verstehen, dass es damit wirklich einfach weiterläuft.

Für welche industriellen Anwendungen sehen Sie das größte Potenzial für Ihre Technologie?
BlitzFunk wurde als verteilter Ethernet-Switch entwickelt. Das bedeutet, dass sich alle Geräte im Netz auf Ethernet-Ebene adressieren können, und damit selbstverständlich auch auf IP-Level. Eine dynamische Umkonfiguration der Kommunikation ist dementsprechend problemlos möglich. Der Roboter muss zuerst mit der Einparkstation sprechen, danach mit der Beladestation und danach mit dem Routenplaner? Mit BlitzFunk ist das überhaupt kein Problem mehr.

Wie positionieren Sie sich gegenüber kabelgebundenen Lösungen?
BlitzFunk wird nicht alle Datenkabel ersetzen und das ist auch nicht sein Anspruch. Insbesondere bei stationären und unbeweglichen Regelanwendungen sind Kabel nach wie vor besser geeignet. Wenn Kabel jedoch stark beansprucht werden, weil sie z.B. häufig gebogen werden, macht BlitzFunk Sinn. Die Kabelkosten, die Downtime-Kosten durch Kabeltausch, sowie die Kosten des Servicetechnikers werden damit auf Null reduziert.

Was sind Ihre nächsten Schritte?
Unser mittelfristiges Ziel ist, BlitzFunk möglichst vielen industriellen Anwendern zu präsentieren und seine Vorzüge sowie Einfachheit gegenüber anderen industriellen Funklösungen zu demonstrieren.

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