Mit zunehmender Vernetzung gewinnt neben der funktionalen Sicherheit auch die Cybersicherheit an Bedeutung. Die neue Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 (MVO), die am 20. Januar 2027 ohne Übergangsfrist die bisherige Maschinenrichtlinie ablöst, schreibt Security-Anforderungen für Maschinen mit Internetverbindung verbindlich fest. In dieselbe Richtung zielt der Cyber Resilience Act (CRA) der Europäischen Union, der die Cybersicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Elementen EU-weit harmonisiert und ebenfalls ab 2027 gilt.

Die ASi-Gateways von Bihl+Wiedemann entkoppeln das ASi-Netzwerk physisch von den IT- und Feldbusebenen. Dieser kommunikative Bruch zwischen ASi und TCP/IP isoliert die Netzwerkteilnehmer nach außen und verhindert, dass Sicherheitslücken entstehen. Das Gateway ist damit das einzige sicherheitsrelevante Gerät im Netzwerk. Um es zu schützen, werden bereits in der Entwicklung umfangreiche Tests mit Werkzeugen aus dem Bereich der Cybersicherheit durchgeführt. Für IT-Abteilungen ergibt sich daraus ein doppelter Nutzen: Einerseits reduziert ASi durch die Verringerung von Ethernet-Schnittstellen das Sicherheitsrisiko innerhalb der Anlage, andererseits gewährleistet das Gateway als einziger Übergangspunkt zwischen ASi und Ethernet ein hohes Maß an Kommunikationssicherheit.

Industrie 4.0 und IIoT

Die ASi-Gateways von Bihl+Wiedemann übernehmen in der Automatisierungsarchitektur eine Doppelfunktion: Als Schnittstelle zwischen Feldebene und übergeordneten Systemen greifen sie direkt auf die Daten von Sensoren und Aktuatoren zu. Über integrierte IT-Schnittstellen – OPC UA und REST-API – stehen diese Daten ohne Umwege für Edge-Computing- oder Cloud-Applikationen bereit. Betreiber können damit in ihrem eigenen Tempo in die Digitalisierung einsteigen – mit der vorhandenen ASi-Infrastruktur als Basis, ohne zusätzliche Gateways oder Protokollkonverter.

Ein weiterer Aspekt, der bei längerfristig betriebenen Anlagen an Gewicht gewinnt, ist die Frage nach der Datentiefe auf der untersten Automatisierungsebene. ASi-5 überträgt neben den reinen Prozessdaten auch zyklisch Diagnosedaten der angeschlossenen Teilnehmer. Diese Informationen stehen dem Gateway zur Auswertung und Weiterleitung zur Verfügung – ein Ansatz, der für Predictive-Maintenance-Konzepte relevant ist, ohne dass hierfür separate Kommunikationspfade oder zusätzliche Hardware benötigt werden. Die IO-Link-Integration verstärkt diesen Effekt: IO-Link-Geräte liefern parametrierbare, gerätespezifische Prozess- und Diagnosedaten, die über das ASi-Netzwerk und das Gateway direkt in übergeordnete IT-Systeme weitergeleitet werden können.

Wer Maschinen mit ASi-Infrastruktur – insbesondere mit ASi-5 und ASi-5 Safety – betreibt, verfügt damit über eine Feldbus-Plattform, die klassische Anforderungen an Verdrahtung und Steuerung mit modernen Anforderungen an Datenverfügbarkeit, Sicherheit und Konnektivität verbindet. Dass die Technologie dabei sowohl Maschinenbauern als auch Anlagenbetreibern konkrete technische und betriebswirtschaftliche Vorteile bietet, macht sie zu einer Lösung, die auf beiden Seiten der Lieferkette gleichermaßen akzeptiert wird.

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