
Bild 1: Mit den Serien AX und KX hat Rittal sein komplettes Programm für Kompaktschaltschränke inklusive Kleingehäuse einem Relaunch unterzogen und zur Systemlösung deutlich weiterentwickelt. – Bild: Rittal GmbH & Co. KG 
Bild 7: Sicherer: Rundum im Gehäuse eingeprägte Nocken sorgen für präzise Positionierung und sichere Befestigung der Innenausbauschienen – auch unter dynamischen Belastungen. (*Gilt nicht für Edelstahl) – Bild: Rittal GmbH & Co. KG 
Bild 4: Alle Flachteile sind bei Auslieferung lose beigelegt und können direkt ohne Demontage bearbeitet werden. Die Montage ist schnell, da sie weitgehend werkzeuglos erfolgen kann. – Bild: Rittal GmbH & Co. KG 
Bild 8: Industrie 4.0 in der Praxis: Die Fertigung der Kompaktschaltschränke AX und der Kleingehäuse KX findet in dem neu errichteten Werk in Haiger statt. Das weltweit modernste Produktionswerk für Kompaktgehäuse setzt durchgängig auf Industrie-4.0-Konzepte und auf hochautomatisierte Prozesse, um eine ständige Verfügbarkeit der Produkte sicherzustellen. – Bild: Rittal GmbH & Co. KG
Vielfältige Lösungen für jede Anforderung
Mit den Kompaktschaltschränken und Kleingehäusen steht für jede Aufgabe die passende Ausführung zur Verfügung. Wenn nur wenige Komponenten untergebracht werden müssen, eignen sich die KX-Kleingehäuse ab einer Größe von 150x150x80mm. Je nach Anzahl und Größe der Komponenten sind die verschiedensten Abmessungen sowohl in der KX- als auch der AX-Serie erhältlich. Die Kompaktschaltschränke sind mit Tiefen von 210 bis 400mm und mit einer maximalen Größe bis zu 1.000×1.400mm lieferbar. Insgesamt gibt es das neue KX in etwa 60 verschiedenen Abmessungen; beim AX sind es etwa 40 Varianten. Die meisten Modelle gibt es sowohl in lackiertem Stahlblech als auch in Edelstahl-Versionen. Serien-Gehäuse sind ab Lager in der Regel innerhalb von 24 Stunden in Europa lieferbar.
(Leiter Produktmanagement Schaltschränke bei Rittal)
Können Sie ein Beispiel für neue Kundenanforderungen nennen, die sich heute aus der Digitalisierung ergeben?
Matthias Müller: Daten sind im Umfeld von Industrie 4.0 eine wichtige Ressource, sei es zum Verbessern eines Produktes oder nur zum Überwachen eines reibungslosen Herstellungsprozesses. Diese Daten transportieren häufig Informationen, die Sensoren in der Maschine oder Anlage aufnehmen. Die Digitalisierung führt dazu, dass manchmal mehrere 100 Sensoren in einer Maschine verbaut sind. Die zugehörigen Komponenten – beispielsweise Klemmen oder Feldbusmaster – kommen in der Regel in einem Gehäuse unter. Da die Komponenten noch dazu immer kleiner werden, steigt die Packungsdichte in den Gehäusen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit eine größere Anzahl Leitungen in das Gehäuse einführen zu können. Dies haben wir bei den neuen Kompaktschaltschränken der Serie AX und den Kleingehäusen der Serie KX durch neue, bis zu 35 Prozent größere Flanschplatten gelöst, die deutlich mehr Platz bieten als in den Vorgängermodellen. Heute ist es häufig so, dass die zur Kabeleinführung erforderlichen Öffnungen nicht alle auf der Flanschplatte Platz haben. Die Folge ist, dass zwei Teile, Flanschplatte und Gehäuse bearbeitet werden müssen. Bei den neuen, größeren Flanschplatten kann in den meisten Fällen die Bearbeitung der Gehäuse entfallen. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
Gibt es neben der Erfüllung von Anforderungen aus den Anwendungen noch weitere Vorteile, die die internen Prozesse Ihrer Kunden – die Schaltanlagenbauer – betreffen?
Müller: Ja natürlich, bei unseren Neuentwicklungen ist immer eines der wichtigsten Ziele, unseren Kunden die Arbeit zu vereinfachen. Das fängt schon beim Auftragsprozess an. Das Rittal Configuration System liefert neben den 3D-Modellen und den Daten für die Maschinenbearbeitung gleich die Stückliste und die Preisliste mit. Nach Order wird in der Regel in 24 Stunden geliefert, sodass keine großartige Lagerhaltung beim Kunden erforderlich ist. Noch ein typisches Beispiel, das zeigt, wie tief wir gedanklich in die Prozesse unserer Kunden einsteigen, ist die Lieferung an sich. Bei den neuen KX und AX sind sämtliche Flachteile, wie Türen und Flanschplatten, bei der Lieferung einzeln entnehmbar. Für die Bearbeitung muss der Kunde diese also nicht erst demontieren. Das kostet wertvolle Zeit, vor allem bei einem Mengenprodukt wie den Kompakt- und Kleingehäusen. In der Werkstatt des Schaltanlagenbauers können diese Teile dann direkt auf einem Bearbeitungszentrum bearbeitet werden, die Daten sind ja durch die Konfiguration bereits vorhanden. Im Anschluss muss jede Tür und jede Flanschplatte wieder dem passenden Projekt zugeordnet werden. Hier helfen die QR-Codes mit den Projektdaten, die jetzt standardmäßig auf allen Teilen angebracht sind. Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht
Die Internationalisierung ist ja bei vielen Unternehmen ein wichtiges Thema. Welche Möglichkeiten bieten hier die neuen Serien – Stichwort UL-Zulassung?
Müller: Selbstverständlich sind auch alle neuen Kompaktgehäuse und Kompaktschaltschränke UL-konform. Die neuen Serien bieten aber noch mehr für Firmen, die international tätig sind: Die UL-Konformität bleibt auch dann erhalten, wenn zusätzliches Zubehör in die Gehäuse eingebaut wird. Hier haben wir sehr clevere konstruktive Lösungen entwickelt, die unter anderem dafür sorgen, dass das Zubehör in den AX-Kompaktschaltschränken eingebaut werden kann, ohne dass dafür Bohrungen notwendig sind; Gleiches gilt auch für die Wandhalterungen. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Schutzart dabei erhalten bleibt.



















