AXOpen stellt ergänzend ein Applikations-Framework bereit. Es umfasst unter anderem die Koordination von Primitiven, Funktionen für das Datenhandling sowie vorkonfigurierte Komponenten. Zusammengenommen sollen AX# und AXOpen insbesondere die Zusammenstellung komplexer Maschinen aus wiederverwendbaren Komponenten beschleunigen. Voraussetzung dafür sind die Schnittstellen der Engineering-Umgebung: „All das war möglich, weil AX von Grund auf offen ist und APIs bereitstellt, die es ermöglichen, die Umgebung zu erweitern und zu bereichern“, sagt Kurhajec.
Damit geht der Ansatz über den Austausch eines klassischen SPS-Programmiersystems hinaus. MTS baut auf der Engineering-Umgebung eine eigene Toolchain auf, in der Automatisierungssoftware strukturiert entwickelt, versioniert, getestet und für unterschiedliche Maschinenprojekte wiederverwendet werden kann.
IT und OT rücken im Engineering zusammen
Die stärkere Verbindung von Automatisierung, Cloud-Systemen und Datenanalyse verändert auch die Anforderungen an die Entwicklungswerkzeuge. Für MTS besteht ein wesentlicher Vorteil darin, Vorgehensweisen aus der IT auf das SPS-Engineering übertragen zu können. Das betrifft nicht nur die eingesetzten Werkzeuge, sondern auch Entwicklungs- und Teamstrukturen.
Dabei spielt auch die nächste Entwicklergeneration eine Rolle. „Für junge Programmierer ist es schwierig, einige grundlegende Prinzipien der Automatisierungswelt zu verstehen“, sagt Kuhajda. Simatic AX ermögliche es ihnen, Abläufe der OT in einer Entwicklungsumgebung zu bearbeiten, deren grundlegende Arbeitsweisen ihnen aus der Softwareentwicklung vertraut sind.
Perspektivisch sieht MTS in der offenen Struktur auch eine Voraussetzung für den Einsatz von KI-basierten Entwicklungswerkzeugen. Kurhajec verweist dabei auf Copiloten und agentenbasierte Systeme, die künftig weitere Schritte der Softwareentwicklung automatisieren könnten. Gerade dann seien klar definierte Strukturen und Leitplanken für die Codebasis erforderlich.
Die Engineering-Umgebung soll dafür die Grundlage schaffen, Automatisierungscode strukturiert zu entwickeln, zu betreiben und langfristig zu pflegen. Für MTS ist die Verbindung aus objektorientierter Programmierung, Versionsverwaltung, Tests, Paketmanagement und offenen Schnittstellen damit zugleich eine Basis, um weitere Entwicklungsprozesse schrittweise zu automatisieren.

















