Zudem gibt es neue Prozessgeräteprofile, die Systemintegratoren und Endanwendern dabei helfen, neue Geräte effizient in Betrieb zu nehmen und Geräte einfacher auszutauschen. Geräteprofile sind für Coriolis-Durchfluss, elektromagnetischen Durchfluss, Wirbelstrom, Standarddruck, skalierten Druck und jetzt auch für Widerstandstemperaturmessgeräte (RTD) und Thermoelemente verfügbar. Der Wert der Standardformatierung von Prozessvariablen, Datensummen und Diagnosen, die Prozessgeräteprofile bieten, wird durch das Hinzufügen von Temperaturprofilen erhöht. „Alle Ethernet/IP-Profile für Prozessgeräte sind auf das PA-DIM und die Namur-NE107-Diagnose abgestimmt. Das ermöglicht eine einfachere Übertragung von Daten aus der Fabrikhalle in die Cloud für Analysen und Maßnahmen sowie eine schnellere Identifizierung von Wartungsproblemen durch Standardisierung“, erläuterte Beydoun.

Nachhaltige Verbindungen

Lapp hatte auf der SPS einen Fokus auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz gelegt. So wurde etwa damit begonnen, den Product Carbon Footprint (PCF) eigener Produkte zu bestimmen, was von der Dekra geprüft wird. Auf der Messe wurden die ersten verifizierten PCFs für Produkte aus der Ölflex-Serie vorgestellt. Zudem läutete Lapp eine neue Ära für seine Epic-Steckverbindungen ein und präsentierte zwei Steckverbindergehäuse aus teilweise biobasierten Rohstoffen. „Das Interesse an nachhaltigen Lösungen ist groß, das haben wir auf den vergangenen Messen mit unserer nachhaltigeren Datenleitung deutlich gesehen“, so Alexander Denk, Vice President Business Unit Epic. „Daran knüpfen wir mit den Bio-Gehäusevarianten an.“ Das besondere an den nachhaltigeren Versionen: Sie haben die gleichen technischen Eigenschaften wie herkömmliche Steckverbinder. „Indem wir einen Bio-Kunststoff gefunden haben, der bei der Herstellung die gleiche Schrumpfung aufweist wie die fossile Variante, können wir bei uns in der Fertigung die gleichen Werkzeuge nutzen“, erklärte Denk. Darüber hinaus sind gerade die Gehäuse der Steckverbindungen im Einsatz oftmals starken Umwelteinflüssen ausgesetzt. Somit war es notwendig, dass die nachhaltigeren Varianten die gleichen Alterungs- und UV-Tests durchlaufen. Das Ergebnis: Auch hier bestehen keine Unterschiede zwischen fossiler und Bio-Variante.

Sichere Transformation

Im Rahmen der SPS stellte Pilz seine ganzheitlichen Automatisierungslösungen inklusive Safety und Security für eine digitalisierte Industriewelt in den Mittelpunkt. Zu den Schwerpunktthemen gehörte die sichere und flexible Konnektivität. Im Blick hat das Unternehmen zudem die Miniaturisierung als Treiber einer nachhaltigen Industrie-Transformation: Für die Absicherung von Schutztüren wurde ein neues Schutztürsystem gezeigt, das Sicherheitszuhaltung und Bedienelement zugleich ist. Vorgestellt wurde auch die neue induktive Variante des Sicherheitsschalters PSENini, der keinen proprietären Betätiger mehr benötigt. Das Unternehmen sieht in einer flexiblen Erweiterung und schnellen Inbetriebnahme modularer und dezentraler Produktionsanlagen einen wichtigen Aspekt einer gelungenen Transformation. Die Datenkommunikation ist hierfür ein relevanter Baustein, die flexibel ausgelegt sein muss, um sowohl die sicherheitsgerichtete als auch die Standardkommunikation umsetzen zu können.

Auch bei Kontron ging es um die sichere Transformation der Industrie. CEO Hannes Niederhauser stellte ganzheitliche Ansätze vor, die den wachsenden Anforderungen an Konnektivität und Sicherheit gerecht werden. Darunter waren Technologien für die vernetzte Zukunft im Bereich 5G und Connectivity. Im Fokus standen Mobile Private Networks (MPN) sowie 4G/5G-Funkmodule für industrielle Kundenlösungen. Auf dem Gebiet der Cybersecurity unterstützt das Unternehmen die Hersteller von Geräten bei der Umsetzung der aufkommenden NIS2-Richtlinie. Dazu gibt es mit dem Linux-basierten, gehärteten Betriebssystem KontronOS und der IoT-Device-Management-Lösung KontronGrid ein umfassendes Angebot für sichere Edge Devices. Zudem unterstützt das Susietec-Toolset Unternehmen dabei, die Potenziale des IoT und der Digitalisierung auszuschöpfen.

Elektroaktuatoren statt Pneumatik

Die Message auf dem Stand von Murrelektronik lautete: Die Zukunft der Automatisierung ist nicht nur schaltschranklos, sondern auch druckluftlos. Auf der SPS demonstrierte das Unternehmen an typischen Applikationen aus den Bereichen Automotive, Packaging, Logistik und Werkzeugmaschinen wie einfach, kosteneffizient und nachhaltig sich mit dem hauseigenen System Vario-X rein elektrische Anlagen realisieren lassen. Die Vorteile: Alle Parameter lassen sich für die jeweilige Applikation exakt so programmieren, wie es optimal ist. Die Beschleunigung, die Bremszyklen, die Zahl und das konkrete Verhalten bei Zwischenstopps – alles lässt sich flexibel an die Anforderungen anpassen. Auch die Inbetriebnahme ist per App schnell erledigt. Durch die modulare Bauweise lassen sich Komponenten ohne lange Stillstandszeiten hinzufügen oder austauschen. Und der digitale Zwilling macht es möglich, die Maschine oder Anlage bereits vor der Inbetriebnahme virtuell zu testen und anzupassen.

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