Deutsche Wirtschaft: Corona stoppt leichte Aufwärtsbewegung

Das Corona-Virus setzt der deutschen Wirtschaft zu. Wie stark und wie lange sei gegenwärtig noch nicht belastbar abzuschätzen, weil noch keine aussagekräftigen konjunkturellen Daten verfügbar sind. Dabei war die deutsche Wirtschaft laut dem Bundeswirtschaftsministerium gerade dabei, ihre seit Anfang des Jahres 2018 anhaltende Schwächephase zu überwinden, die im Zusammenhang mit der globalen industriellen Rezession und den Handelskonflikten steht. Nach der Stagnation des Bruttoinlandsprodukts im Jahresschlussquartal 2019 waren die industriellen Aufträge, Umsätze und Produktion der deutschen Wirtschaft im Januar kräftig gestiegen. Es zeichnete sich insoweit eine merkliche konjunkturelle Belebung für das erste Quartal 2020 ab. Diese wird nun nicht mehr erwartet, weil die deutsche Wirtschaft im Februar und März voraussichtlich Absatzeinbußen im Außenhandel mit einigen bereits vom Virus stärker betroffenen Ländern haben wird und auch einige Dienstleistungsbereiche Umsatzrückgänge verzeichnen werden. Die Ausfuhren an Waren und Dienstleistungen sind im Januar saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen im Vergleich zum Vormonat um 0,2% gestiegen. Im Zweimonatsvergleich ergab sich ein leichtes Minus von 0,3%. Die aktuellen Indikatoren deuten nicht auf eine deutliche Belebung hin, obwohl die Daten überwiegend vor der Ausbreitung des Corona-Virus erhoben wurden. So haben sich die Ifo-Exporterwartungen des verarbeitenden Gewerbes in den vergangenen Monaten nicht wesentlich aufgehellt. Die Importe von Waren und Dienstleistungen gingen im Januar saisonbereinigt und in jeweiligen Preisen im Vergleich zum Dezember zurück (-0,3%).