
Nach einem schwachen Jahresauftakt hat der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau im zweiten Quartal deutlich mehr Aufträge verzeichnet, real 27% über dem Vorjahresniveau. Das Inlandsgeschäft legte um 19% zu, die Auslandsaufträge stiegen um 30%. Besonders stark entwickelte sich die Nachfrage aus dem Euro-Raum mit einem Plus von 55%, aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 20% mehr Bestellungen. Noch zu Jahresbeginn hatte sich ein anderes Bild gezeigt: Im ersten Quartal war der ostdeutsche Maschinen- und Anlagenbau mit einem Auftragsminus von real 15% im Bundesvergleich das Schlusslicht. Die kräftige Zunahme ist dabei zu einem großen Teil auf ein schwaches Vorjahresquartal zurückzuführen. Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, wie unterschiedlich sich die Maschinenbauregionen in Deutschland derzeit entwickeln. Während Baden-Württemberg das erste Halbjahr mit einem Auftragsplus von real 8% abschloss, lag der Auftragseingang bei den VDMA-Mitgliedsunternehmen im Norden Deutschlands (Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) 1% über Vorjahresniveau. Nordrhein-Westfalen verzeichnete dagegen ein Minus von 8%. Mit einem Plus von 4% bewegt sich Ostdeutschland im Mittelfeld. Das Inlandsgeschäft verzeichnete im Osten ein Plus von 18%, während die Auslandsbestellungen insgesamt lediglich um 1% zunahmen. Die Nachfrage aus dem Euro-Raum stieg um 15%, aus den Nicht-Euro-Ländern gingen hingegen 5% weniger Bestellungen ein.
„Das zweite Quartal zeigt eine deutliche Belebung des Auftragseingangs. Allerdings sollte dieses Ergebnis nicht überinterpretiert werden“, sagt Oliver Köhn (Bild), Geschäftsführer des VDMA Ost. „Zwar konnte die starke Entwicklung im zweiten Quartal den schwachen Jahresauftakt weitgehend ausgleichen, für das erste Halbjahr ergibt sich aber insgesamt nur ein leichtes Auftragsplus von 4%. Die Unsicherheit aufgrund geopolitischer Krisen und handelspolitischer Spannungen bleibt hoch. Viele Kunden verschieben weiterhin größere Investitionsentscheidungen.“
















