
Im Gegensatz zu trennenden Schutzeinrichtungen verhindern berührungslos wirkende Schutzeinrichtungen nicht den Zugang zu einer Gefährdung, sondern erkennen vielmehr einen Menschen oder einen Körperteil des Menschen bei Annäherung an eine Gefahr. Zweidimensionale Sicherheitssysteme können sowohl optische Schutzeinrichtungen wie Lichtgitter oder Laserscanner als auch taktile Sensoren in Form von Schaltmatten sein. Ein Lichtgitter erfasst z.B. einen Menschen im Gefahrenbereich und schaltet die Maschine ab oder verlangsamt sie. Für die dreidimensionale Überwachung eines Raums, der dynamisch an die Situation anpassbar sein soll, bietet sich ein sicheres Kamerasystem an, über das Schutz- und Warnräume frei konfiguriert werden können. Die Schaltmatte dagegen wird durch Berührung aktiviert und löst den entsprechenden Sicherheitsbefehl aus.

Sicherer Halt in Millisekunden
Lichtgitter eignen sich für den Einsatz in allen Industriebereichen, in denen ein barrierefreies Sicherheitskonzept nach IEC61496-1/-2 erfüllt werden soll. Sie bilden ein unsichtbares Infrarotschutzfeld. Lichtgitter wie PSENopt von Pilz bieten eine Reaktionszeit im ms-Bereich und schützen so Mitarbeiter oder das Produktionsgut. Wird ein Lichtstrahl unterbrochen, löst das sofort einen sicheren Abschaltbefehl aus. Um den Schutzbetrieb aufrecht zu halten und dennoch Material durch das Lichtgitter zu führen, haben sich erweiterte Funktionen durchgesetzt. Es können einzelne Strahlen bis hin zu ganzen Bereichen ausgeblendet werden (Blanking), Lichtgitter können sicher, automatisch und vorübergehend überbrückt werden (Muting) oder übereinander angeordnet und in Reihe geschaltet werden (Kaskadierung). In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein

Flächen sicher scannen
Sollen Flächen insbesondere vor Maschinen abgesichert werden, kommen Laserscanner zum Einsatz. Ihre große Stärke ist ihre Vielseitigkeit. So reicht das Anwendungsspektrum von der stationären Flächenüberwachung über fahrerlose Transportsysteme (FTS) bis hin zur Mensch/Roboter-Kollaboration (MRK). Vor allem der Hintertretschutz hat in den vergangenen Jahren eine immer größere Bedeutung bekommen. Mit einer Reichweite von 5,5m für den Sicherheitsbereich und einem großen Öffnungswinkel von 275° kann der Sicherheits-Laserscanner PSENscan selbst große Flächen mit einem Gerät abdecken. Der bis zu 40m reichende Warnbereich erlaubt es, dass z.B. eine Person rechtzeitig durch ein akustisches Signal gewarnt wird, bevor die Maschine in einen kostspieligen Stillstand versetzt wird.

Barrierefreie Überwachung
Im Unterschied zu einfachen Sensoren können Kamerasysteme detaillierte Informationen über den gesamten Überwachungsbereich erfassen und auswerten. In Bereichen in denen Mensch und Roboter eng zusammenarbeiten, kann auch das kamerabasierte 3D-System SafetyEye eine sichere Schutzlösung bieten. Es generiert aus den Aufnahmen einen dreidimensionalen Schutzraum. Da das Kamerasystem über dem zu beobachtenden Prozess angebracht wird, ist der Zugang barrierefrei möglich. Tritt ein Werker in den als Schutzraum definierten Aktionsbereich eines Roboters, veranlasst das Sicherheitssystem den sofortigen Nothalt. Die Warnräume hingegen decken verschiedene Funktionen ab: eine gefährliche Bewegung verlangsamen, eine Warnlampe aktivieren oder auch ein akustisches Signal auslösen. Telezentrische Kamerasysteme eignen sich für die sichere Überwachung von Abkantpressen, die, abstandsunabhängig von der Kamera, Objekte gleich groß abbilden. Das mitfahrende, kamerabasierte Schutzsystem PSENvip von Pilz erkennt selbst sehr kleine Fremdkörper und bietet zusätzlich einen integrierten Hintergreifschutz. Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht



















