Technologische Grundlage sind moderne Multicore-SoCs, die eine parallele und deterministische Ausführung von Safe- und Non-safe-Anwendungen ermöglichen. Sicherheitsfunktionen werden in getrennten, softwarediversen Kanälen implementiert und überwachen sich zyklisch gegenseitig. Auf dieser Basis lassen sich Systeme gemäß IEC61508 bis SIL3 bzw. Performance Level e auslegen und normgerecht nachweisen.
„Eine zentrale Rolle spielt dabei unsere hardwareunabhängige Safety-Runtime, die den Einsatz auf geeigneter industrieller Standardhardware ermöglicht,“ erklärt Robert Mühlfellner. „Damit entkoppeln wir Safety von dedizierten Controllern und machen sie als integrierbare Softwarefunktion verfügbar. Das vereinfacht die Systemarchitektur grundlegend und schafft die Basis für skalierbare, zukunftsfähige Automatisierungslösungen.“
Weniger Hardware – geringere Komplexität
Durch den Wegfall der klassischen Parallelarchitektur lässt sich der Hardwareeinsatz signifikant reduzieren. Separate Safety-Controller und redundante Strukturen entfallen. Daraus ergibt sich ein Einsparpotenzial von größer 50 Prozent bei den Hardwarekosten.
Gleichzeitig sinkt die Systemkomplexität spürbar. Schnittstellen zwischen funktionaler Steuerung und Safety werden reduziert, Daten müssen nicht mehr über getrennte Systeme hinweg synchronisiert und validiert werden. Das vereinfacht sowohl das Systemdesign als auch die Integration, Inbetriebnahme und spätere Anpassungen. Automatisierungstechnik von Beckhoff ermöglicht die effiziente Entwicklung ressourcenschonender Verpackungsmaschinen, verkürzt Konstruktionszeiten und senkt Kosten – für innovative Lösungen und nachhaltige Produktionsprozesse. ‣ weiterlesen
Vorsprung im Packaging
Auch auf Engineering-Seite entstehen klare Effizienzgewinne. Statt getrennter Toolchains für Safe- und Non-safe-Anwendungen können beide in einer gemeinsamen Entwicklungsumgebung erstellt werden. Änderungen lassen sich konsistenter umsetzen und Abstimmungsaufwände sowie potenzielle Fehlerquellen werden reduziert.
KI beschleunigt das Safety-Engineering
Ein weiterer Baustein des Konzepts von Neuron Automation ist der Einsatz von KI im Engineering-Prozess. Auf Basis strukturierter Anforderungen – beispielsweise aus der Risikoanalyse – kann man Applikationscode und Testfälle teilweise automatisiert vorbereiten. Ein KI-gestützter Assistent generiert Vorschläge, unterstützt bei Konsistenzprüfungen und reduziert manuelle Arbeitsschritte.
Gerade in den Bereichen Programmierung, Test und Verifikation, die einen wesentlichen Anteil am Gesamtaufwand von Safety-Projekten ausmacht, ergibt sich daraus ein erhebliches Effizienzpotenzial und mögliche Zeitersparnis von bis zu 90 Prozent. „Wichtig bleibt: Die Verantwortung für Validierung und Freigabe liegt weiterhin vollständig beim Entwickler“, sagt Mühlfellner.
Mit diesem integrierten Ansatz verschiebt sich Functional Safety grundlegend: weg von projektspezifischen Einzellösungen hin zu standardisierten, wiederverwendbaren Architekturen. Das durchgängige Safety-Toolkit von Neuron besteht aus Multicore-Referenzarchitekturen, vorzertifizierter Firmware, hardwareunabhängiger Safety-Runtime sowie integrierten Engineering-Tools, Kommunikationskomponenten und Zertifizierungs-Assets.















