Typische Schwachstellen im Alltag
Wie groß der Nutzen einer vernetzten Risikobewertung ist, zeigen drei Praxisbeispiele. Im ersten Fall wurde bei der Wartung eines Kessels ein geringer Restdruck übersehen. Bei der Demontage eines Ventils entwich Dampf und verletzte Mitarbeitende. IaHAZOP hätte Sensordaten mit Informationen aus dem digitalen Zwilling (Zustandsdiagramm, Arbeitsschein etc.) abgeglichen und den Restdruck mit Verbrühungsgefahr als Risiko sichtbar gemacht.
Im zweiten Fall wurde die Fahrweise der Anlage geändert, allerdings ohne die Risikobeurteilung anzupassen. Austretende Säure zerstörte Flanschverbindungen und Komponenten, und der resultierende Anlagenschaden führte zu einem langen Produktionsstopp. IaHAZOP hätte die Anlagenänderung automatisch erfasst und den neuen Schadensweg vorausschauend transparent dargestellt.
Im dritten Fall meldete eine Armatur den Status ‚geschlossen‘ – tatsächlich war sie nach Jahren im Betrieb durch Erosion undicht. Rückströmendes Medium sammelte sich im System an und führte beim Abfahren der Anlage zu einer Explosion. IaHAZOP hätte dieses Szenario frühzeitig erkannt: Der ‚Health Score‘ der Armatur wäre auf Basis der Wartungshistorie abgewertet worden. Der ‚Health Score‘ in Kombination mit dem Wissen aus der Risikobeurteilung hätte das Ereignis vorhergesagt. Ein klares Warnsignal, lange bevor es zum Schadensfall kam.
Flexibler Einstieg – On-Site oder Cloud
Der Einstieg in IaHAZOP ist flexibel. Unternehmen mit eigener OT- und IT-Infrastruktur führen digitale Zwillinge, Sensordaten und Regelwerke auf einem lokalen Server zusammen. Dies garantiert ein hohes Maß an Datenkontrolle und eine Risikobewertung, die exakt auf die eigene Anlage zugeschnitten ist. Wer den Aufbau auslagern möchte, nutzt eine Cloud- oder Hybridlösung über externe Partner. Das senkt den initialen Aufwand und schont interne Ressourcen. Das System wächst bei Bedarf mit – und passt damit zu Unternehmen unabhängig von ihrem aktuellen Digitalisierungsstand.

















