Abschied von Stand-alone-Lösungen
Eine weitere Auswirkung von Industrie 4.0-Konzepten auf die Maschinensicherheit ist die zunehmende Vernetzung und die Abkehr von Stand-alone-Lösungen auf der Ebene der (sicherheitsgerichteten) Steuerungstechnik. Auch dieser Trend ist keinesfalls neu, er wird durch Industrie 4.0 aber nochmals verstärkt. Ein Grund dafür ist der Wunsch, alle maschinenrelevanten Informationen an einem Ort zugänglich zu machen bzw. sie auf höheren Ebenen der Unternehmens-IT zu nutzen, ein anderer ist die Möglichkeit, die zunehmend in die Software verlagerten Sicherheitsfunktionen an veränderte Anforderungen anzupassen. Eine solche Flexibilität gehört zu den Grundmerkmalen von Industrie 4.0.
Bus-Systeme vereinfachen die Installation
Dem Konstrukteur einer sicheren Maschine und Anlage stehen heute Wege offen, um Sicherheits-Schaltgeräte zu vernetzen und Alternativen zur konventionellen Punkt-zu-Punkt-Verdrahtung zwischen Sicherheitsschaltgerät und Sicherheitsrelaisbaustein oder Sicherheitssteuerung zu schaffen. Eine Möglichkeit der vereinfachten Anschaltung wird durch sicherheitsgerichtete Bussysteme abgebildet. Zentrale Baureihen der Sicherheitsschaltgeräte sind mit integrierten ASi-SaW-Schnittstellen verfügbar – ein internationaler Standard, der für derartige Anwendungen entwickelt wurde und eine besonders einfache Installation auch deshalb erlaubt, weil über die ASi-Leitung sowohl die Energiezufuhr als auch die betriebsmäßige, d.h. die nicht sicherheitsgerichtete Kommunikation erfolgt. Ein weiterer Vorteil dieser Systeme sind die zusätzlichen Diagnose- und Monitoring-Informationen, die generiert und dem Anwender an der betriebsmäßigen Steuerung vorbei, in der IT oder Cloud Umgebung bereitgestellt werden. Das erhöht die Transparenz. Zudem können die Sicherheitsfunktionen besser und flexibler an den Anwendungsfall angepasst werden – z.B. durch die individuelle Konfiguration und Parametrierung der Sicherheitsschaltgeräte mit Sicherheitsverknüpfungen, Stopp-Kategorien und Filterzeiten. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
Safety integrated oder Safety separated?
Unabhängig von der Art der Signalübertragung – d.h. mit und ohne sicheres Feldbussystem – lassen sich durchgängige Konzepte verwirklichen, die nach den Prinzipien ‚Safety separated’und ‚Safety integrated‘ aufgebaut sind. Beim ‚Safety integrated‘-Konzept sind die sicherheitsgerichteten Steuerungsfunktionen in einem Safety Bereich der betriebsmäßigen fehlersicheren (F-CPU) Steuerung integriert. Bei ‚Safety separated‘ wird die betriebsmäßige Steuerung unabhängig von den sicherheitsgerichteten Funktionen realisiert, und die Sicherheitssteuerung übermittelt Status- und Diagnoseinformationen an die ’normale‘ Steuerung. Das vereinfacht die Fehlersuche bei Unregelmäßigkeiten und beugt Stillstandszeiten vor. Dadurch kann die betriebsmäßige Steuerung viel einfacher an Kundenbedürfnisse angepasst werden, ohne dass die Safety-Funktionen sowie deren Dokumentation abgeändert werden müsste. Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht



















