
Digitalisierung und Vernetzung bieten große Chancen. Doch um sie zu nutzen, hat die Industrie noch einige Arbeit vor sich. Nur eine digitalisierte Produktion versetzt Unternehmen in die Lage, auf immer kürzere Produktzyklen in der Herstellung kosteneffizient reagieren zu können. „Wir bei Wago sind davon überzeugt, dass das am besten mit offenen Lösungen funktioniert, die sich an die individuellen Bedürfnisse der Kunden anpassen lassen“, sagt Schmutte. Auf der Hannover Messe zeigt das Unternehmen, was hinter dem Ansatz steht. Das Entscheidende: Offenheit bezieht sich hier nicht nur auf die Hardware, sondern auch auf das Engineering. Wago unterstützt alle gängigen Feldbussysteme im Bereich Factory- und Gebäudeautomation sowie Energie- und Prozesstechnik, inklusive der Subsysteme, Linux ermöglicht es Anwendern, von der Offenheit dieses Systems zu profitieren. „Als wir vor Jahren auf Linux gesetzt haben, war die Offenheit des Systems für die Entscheidung ausschlaggebend“, so Schmutte weiter. „In Zukunft wird die Zahl der Hochsprachenprogrammierer im Produktionsumfeld weiter zunehmen und Linux ist ideal für die Anforderungen in der Automatisierung geeignet.“

Mehr Möglichkeiten mit Linux
Ein Beispiel für die Möglichkeiten sind auf Linux basierende Docker-Container in Embedded-Geräten, wie dem neuen Controller PFC200 der 2. Generation. „Damit haben unsere Kunden die Möglichkeit, gerade im Engineering-Prozess bzw. in einer frühen Phase ihre Projekte zu testen und in Betrieb zu nehmen, um letztendlich entscheiden zu können, ob die Funktionalität des Containers die Anforderungen der Applikation erfüllt“, erklärt der Vertriebsleiter. Eine weitere Herausforderung sieht er für Anwender darin, die verfügbaren Ressourcen des Controllers zu nutzen. Mit Docker kann in einer frühen Phase geprüft werden, welche Ressourcen die Anforderungen der Applikation erfüllen. „Gerade im Entwicklungsprozess einer Serienmaschine lässt sich diese Möglichkeit sehr gut nutzen.“ Bedarf für IoT- und Industrie-4.0-Lösungen besteht in Deutschland vor allem im mittelständischen Maschinenbau. Statistiken zufolge sind hierzulande mehr als 60 Prozent aller Maschinen noch nicht digitalisiert. Mit der Wago-IoT-Box, einer vorkonfigurierten Datenerfassungslösung, bestehend aus Controller, I/O-Modulen und Optokopplern, können Unternehmen einfach und schnell in die Datenerfassung an Maschinen und Anlagen einsteigen. „Der Maschinenbauer selbst ist an einer solchen Lösung interessiert“, so Schmutte. „Er kann so Prozesssteuerung und Datenerfassung voneinander trennen. Das ist deshalb wichtig, weil der Standardsteuerungsprozess nicht beeinträchtigt werden darf. Um sich dem Thema anzunähern, um z.B. mit vorbeugender Wartung Geld zu verdienen, muss der Maschinenhersteller Daten erfassen.“ Auch für Endanwender sieht Schmutte durch das Nachrüsten der Hardware neue Geschäftsmodelle. „Der Controller kann alle Daten über einen zentralen Punkt erfassen und für die Cloud bereitstellen.“ In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein

Schnelleinstieg in Industrie 4.0
Bei der Wahl des Cloudsystems hat der Anwender mit Wago alle Möglichkeiten. Die hauseigene Cloud bietet einiges an Grundfunktionalität und ermöglicht es, auf einfache Weise die Daten aus Wago-Geräten zu erfassen. Für das Asset-Management können außerdem auch Daten aus der Steuerung eingesammelt werden, um zu erkennen, in welchem Status sie sich befindet und welche Firmware installiert ist. Enthalten ist auch eine Alarmfunktion, zudem kann die Lösung mit jedem Provider umgesetzt werden. „Mit der Wago-Cloud bieten wir sozusagen ein bezugsfertiges Haus, das man jederzeit ausbauen kann“, erklärt Schmutte. Mögliche Geschäftsmodelle der Zukunft sieht er darin, die Daten aus verschiedenen Quellen zu kombinieren und auszuwerten. „Dazu bieten wir eine Basislösung, mit der kommende Analytics-Aufgaben effizient gelöst werden.“ Wago unterstützt die sogenannte Rest-Schnittstelle, die ITler in die Lage versetzt, Daten aus einer Cloud in die andere zu übertragen. „Hier werden Startups entstehen, die fern vom eigentlichen Prozess Daten auswerten“, führt Schmutte weiter aus. „Ihnen eröffnen wir mit der Wago-Cloud einen Weg, auf dem sich ‚Automation meets IT‘ gut erkennen lässt.“

Neue Fähigkeiten für Ethernet
Realisiert wird die Cloud-Connectivity bei Wago über MQTT, das sich als Protokoll für die Steuerung und für Edge Devices bewährt hat. In den Controllern des Anbieters ist dieses Protokoll bereits in der Firmware integriert. Die Kommunikation wird über die integrierte Website konfiguriert. Dabei kann es sich um eine Wago-, Azure-, IBM- oder SAP-Cloud sowie um jeden anderen offenen Broker handeln. „Da wir bestrebt sind, auch hier Offenheit zu bieten, unterstützen wir diese zweispurige Lösung, einmal zur Wago-Cloud und einmal mittels Cloud-Connectivity zu anderen Systemen“, erläutert Schmutte. „Hier werden sich weitere Verbindungen am Markt etablieren, die wir dann Zug um Zug erweitern.“ Zudem treibt Wago OPC UA über TSN als ebene- und herstellerübergreifende Kommunikationslösung mit großem Einsatz voran. Ziel von TSN ist es, das herkömmliche Ethernet um Fähigkeiten zu erweitern, die für die Echtzeitübertragung von Daten benötigt werden – und das mit einer Bandbreite von mehreren Gigabit. „Auch dieser Ansatz unterstützt die Offenheit“, sagt Schmutte. „Es ist kaum vorstellbar, klassische Feldbusse komplett zu ersetzen, es wird vielmehr eine sinnvolle Ergänzung resultieren.“ Wago hat OPC UA bereits fest in seinen Controllern integriert. Bei TSN gibt es bisher kaum fertige Produkte. Das Engagement von großen Feldbusorganisationen und Unternehmen lässt aus Sicht des Wago-Vertriebsleiters in absehbarer Zeit jedoch zukunftsfähige Lösungen erwarten. MK|Ware schafft Transparenz in der Fertigung: Maschinenzustände, Auftragsdaten und Rückmeldungen stehen in Echtzeit bereit. ‣ weiterlesen
Shopfloor-Daten sinnvoll nutzen



















