Freiheiten bei der Programmierung
Dafür bietet die Linux-Plattform heute schon viele andere Vorteile. Zu den für Wago wesentlichen zählt, dass der Anwender bei der Programmierung frei wählen kann – ganz gleich, ob er sich in der Embedded- oder SPS-Programmierung zuhause fühlt. „Der SPS-Spezialist programmiert in der IEC-Umgebung mittels Funktionsplan oder im strukturierten Text mit den dort definierten Sprachen. Zusätzlich kommen Visual Studio, C++, Node-Red, php oder Python zum Einsatz. Es laufen Kundenprojekte, die schon heute beide Ansätze erfolgreich kombinieren.“ Während der eigentliche Steuerungsprozess in IEC programmiert wird, wird die Kommunikation zu einer Kamera zur Qualitätssicherung zum Beispiel in C++ programmiert. „Das bietet den Vorteil, die Kompetenz der Programmierer bestmöglich zu nutzen und reduziert den Aufwand gerade bei komplexen Aufgaben.“ Schmutte ist überzeugt, dass sich der kollaborative Ansatz weiter durchsetzen und auch für die Maschinenentwicklung an Bedeutung gewinnen wird. „Auch die Hochschulabgänger verfügen heute über deutlich mehr Hochsprachen-Knowhow. Die Administration der Geräte kann dann zukünftig vermehrt den IT-Abteilungen im Unternehmen überlassen werden, die sich um die Netzverbindung oder die Inbetriebnahme kümmern.“
Echtzeitfähigkeit im Fokus
Die Visualisierung der Prozesse erfolgt bei Wago mit dem IEC-Engineering-Werkzeug e!Cockpit. Hiermit lassen sich Visualisierungen erstellen, die im Gerät als HMTL5-Webseite mit jedem Endgerät abgerufen werden können. Für Docker sind verschiedene Tools verfügbar, z. B. Grafana, das in einem Container läuft und Visualisierungen erstellt. „Auch hier resultiert letztendlich eine Arbeitsteilung. Während Ingenieure den eigentlichen Prozess visualisieren, visualisieren andere Kollegen komplexe Auswertungen oder Serviceansichten.“ Schmuttes Ansicht nach werden so künftig auch Grafiker oder Marketing-Experten vermehrt eigene Visualisierungen erstellen und damit den Personenkreis erweitern. Auch für weitere künftige Entwicklungen will sich Wago gut aufstellen. So ist es ein aktueller Trend, im sogenannten Edge-Device eine Datenvorverarbeitung bzw. -auswertung vorzunehmen. Wago kann diese Anforderung nach seinen Angaben mit dem neuen PFC200 G2 erfüllen. Die Herausforderung besteht darin, die Anwendung auf seine Leistung zu skalieren. „Wir haben z.B. eine Datenbank implementiert, sowohl direkt auf dem Gerät als auch in einem Docker.“ Schmutte ist sich sicher, dass neue Geschäftsmodelle es erforderlich machen, eine wachsende Menge an Daten zu erfassen und auszuwerten. Dem Edge Computing wird dabei große Bedeutung zukommen, da die Echtzeitkommunikation über die Cloud kaum gewährleistet ist. „Möchte ich Prozesse steuern, ist das realistisch nur vor Ort möglich.“ Mit wachsenden Anforderungen werden auch bei Wago leistungsfähigere Geräte folgen. Die Anbindung an IOs ist bereits vorhanden. „Sobald wir mit 5G dann industrietaugliche Netzwerke realisieren können, werden wir mit der direkten Kommunikation zur Cloud der Digitalisierung einen großen Schritt näher kommen.“ In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
Der Controller PFC200 ist in der zweiten Generation deutlich leistungsfähiger und mit größerem Speicher ausgestattet. Zusätzlich zu diesen Features beherrscht er zwei Welten: Er ermöglicht sowohl die klassische SPS- als auch die offene Linux-Programmierung in Hochsprachen. Deshalb ist er für Kunden aus beiden Welten die erste Wahl und gestaltet das Programmieren offen und einfach. Eingesetzt als SPS lässt sich der Controller komfortabel mit der Engineering-Software e!Cockpit programmieren. Dadurch sinkt der Entwicklungsaufwand signifikant. Die Entwicklerumgebung unterstützt zahlreiche Feldbusse und Protokolle und bietet darüber hinaus ein umfassendes Funktionspaket. Auf dem PFC200 arbeitet ein Embedded Linux. Dieses offene Betriebssystem erlaubt, das Basisimage der Steuerungen durch Open-Source-Pakete zu erweitern oder auszutauschen. So lässt sich die SPS-Laufzeitumgebung komplett durch C/C++-Programme ersetzen. Die Entwickler sind in ihren Möglichkeiten frei und können zu jedem Zeitpunkt flexibel auf individuelle Anforderungen reagieren. Mit dem neuen System-Update ist der PFC200 Docker Ready und damit zukunftssicher. Mit dieser Technik lassen sich Softwarecontainer ohne Beeinflussung der Basissoftware installieren. Ein weiteres Highlight: Der neue Controller ist offen für die Anbindung an zahlreiche Cloud-Provider und MQTT-Broker. Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht





















