In der Vergangenheit hat Siemens einen Großteil seines Umsatzes mit Hardware gemacht. Wie wandelt sich das Geschäft? Wird der Löwenanteil in Zukunft über Softwarelösungen und Lizenzen erwirtschaftet?
Mrosik: Wir machen heute schon einen durchaus beachtlichen Teil unseres Geschäfts mit Software. Wenn man berücksichtigt, dass die Digitalisierung und damit das Segment Software dynamischer wachsen als das klassische Automatisierungsgeschäft, zeichnet sich der zukünftige Weg deutlich ab. Aber das Hardwaregeschäft wird seinen Stellenwert auf absehbare Zeit nicht verlieren. Denn nur durch die Kombination beider Seiten können wir unseren Gesamtansatz so verfolgen, dass er uns und unseren Kunden einen Wettbewerbsvorteil bietet.
War in der Branche lange Zeit der One-Stop-Shop das Maß aller Dinge, betont Siemens in letzter Zeit immer stärker sein Angebot an offenen Lösungen. Wie verändert sich der Markt in dieser Hinsicht?
Mrosik: Letztendlich entscheidet der Kunde, was er einsetzt. Deshalb müssen unsere Komponenten und Lösungen offen genug sein, um im Zusammenspiel mit den Produkten anderer Lieferanten zu funktionieren. Dennoch bleibt es unser ehrgeiziger Anspruch, dass eine reine Siemens-Kette von der Simatic-SPS bis hoch in die MindSphere dem Anwender größere Vorteile bietet als eine gemischte Konstellation. Das ist stets das Ziel, wenn wir unsere Produkte verbessern, das Portfolio ergänzen und dessen Bestandteile eng und stimmig miteinander verknüpfen. So können wir den Kunden durch Funktionalität überzeugen und aufzeigen, dass der durchgängige Weg die letztendlich bessere Wahl für seine Geschäftsinteressen ist. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
Die Fertigung soll zunehmend vom Erfolg von Apps profitieren, wie wir sie von Smartphone und Co. kennen. Auch Siemens will mit MindSphere eine führende Plattform für industrielle Apps schaffen. Wie stellen Sie sicher, dass dieser Plan aufgeht?
Mrosik: Auch an dieser Stelle ist das Thema Offenheit sehr wichtig. Cloud- und App-basierte Erlösmodelle funktionieren anders als das traditionelle Geschäft. Hier muss man stark in Kooperationen denken. Im Zweifel arbeitet man mit Unternehmen in manchen Bereichen zusammen, obwohl man sich in anderen Bereichen wettbewerblich begegnet. Wichtig ist: Je breiter das Fundament an verfügbaren Anwendungen und Systemen für MindSphere, umso attraktiver wird es für andere Firmen und Entwickler, auch ihre Lösungen für unsere Cloud bereitzustellen. Das ist es, was ein solches IoT-Betriebssystem schlussendlich differenziert, und die 30 Millionen weltweit installierten Simatic-Automatisierungssysteme bilden hier eine sehr gute Ausgangsbasis. MK|Ware schafft Transparenz in der Fertigung: Maschinenzustände, Auftragsdaten und Rückmeldungen stehen in Echtzeit bereit. ‣ weiterlesen
Shopfloor-Daten sinnvoll nutzen



















