Wie schätzen Sie das Thema IoT und Cloud für das Sigmatek-Angebot und Ihre Kunden ein?

Melkus: Bei diesen Schlagworten gibt es in der Praxis noch viel Klärungsbedarf. Beispielsweise dazu, welche Cloud überhaupt gemeint ist. Geht es um Lösungen, die bereits aus der IT-Welt bekannt sind? Oder wird es eigene Automatisierungsclouds geben? Führt der Weg in die Datenwolke wirklich über das Internet oder nur zur Edge in den Serverraum des Anwenders? Auch die Frage nach wirklich nachhaltigem Nutzen aus der Cloud ist in der Praxis noch nicht endgültig geklärt. Datensammeln ist eben nur eine Seite der Medaille. Man muss die Informationen auch nachhaltig handhaben und auswerten können. Letztendlich wird die Kunst darin liegen, die richtigen Korrelationen herzustellen und zu interpretieren. Dafür nötige Prozesse und Algorithmen lassen sich aber nicht einfach aus dem Hut zaubern und wir als Automatisierer werden aus heutiger Sicht nur bedingt dazu beitragen können. Klar ist aber, dass unsere Systemlösungen offen sein müssen und wir Schnittstellen zur Anbindung an die Cloud anbieten. Alle CPUs aus dem Hause Sigmatek können mit OPC-UA-Server- und -Clientfunktionalität ausgestattet werden. Auch im Umfeld von IT- und Datenlösungen ist OPC UA zu einem etablierten Standard herangereift und damit sind dem bidirektionalen Austausch von Auftrags- und Prozessdaten die Bahnen geebnet.

Wie geht es weiter bei Sigmatek, Herr Melkus? Welche Veränderungen und Herausforderungen erwarten Sie in Zukunft?

Melkus: Was die Technologie betrifft, wird die Software in der Automatisierung zukünftig noch mehr Gewicht bekommen, allein schon aus Gründen der Komplexitätsreduzierung. Applikationen komplex zu lösen, ist erfahrungsgemäß kein Problem. Aufgaben hingegen so einfach umzusetzen, dass jeder damit umgehen kann, das ist die große Herausforderung. Hier spielt natürlich auch der Easy2Use-Ansatz moderner Engineering- und Bedienkonzepte hinein. Mit unserer objektorientierten und somit modularen Softwareentwicklungsumgebung Lasal sind wir hier gut aufgestellt. Aktuell arbeiten wir auf Hochtouren an noch mehr Engineering-Komfort. Nur wer bei diesem Aspekt Vorteile und Mehrwert bietet, wird dem Kunden auch zukünftig Automatisierungstechnik verkaufen können. Mittelfristig müssen wir uns sowieso darauf einstellen, dass die Unterscheidung der Systeme immer mehr in der Software, Services und neuen Added-Value-Angeboten liegen wird. Vertriebstechnisch stehen die Weichen ebenso auf Wachstum. In Österreich, Deutschland, der Schweiz und in den Niederlanden läuft es sehr gut und auch in Asien sind wir erfolgreich unterwegs.

Welche Pläne verfolgt Sigmatek hier?

Melkus: Wir prüfen kontinuierlich, welche Märkte wir international auf- oder ausbauen können. Ein Volltreffer für uns war der Start in Südkorea im vergangenen Jahr. Dort fokussiert sich ein Großteil des Highendmaschinenbaus für die gesamte asiatische Region und in diesem Segment passen unsere Automatisierungssysteme natürlich ausgezeichnet. In der Folge hat sich unser Geschäft in Korea richtig gut entwickelt.

Seiten: 1 2 3 4 5