Copilot, nicht Autopilot
Beim Thema KI verabschiedete sich Frank vom Wettlauf der Modelle, den würden die USA und China unter sich ausmachen. Entscheidend sei, die Werkzeuge über den ganzen Lebenszyklus zu vernetzen. Phoenix Contact hat dazu in alle Gewerke Server für das Model Context Protocol (MCP) integriert: Ein Sprachmodell kennt dann das Engineering und den aktuellen Zustand der Maschine und kann bei einem Ausfall sagen, warum er passiert ist. Verfügbar sein soll das zur SPS 2026. Auf der Steuerung selbst erlaubt MCP aber keinen Zustandswechsel, Projekt, I/O- und Prozessabbild bleiben unangetastet. „Wir sprechen von Copiloten, nicht von Autopiloten.“ Weil die Tokenkosten steigen, erwartet Frank zudem kleinere, spezialisierte Modelle, die im eigenen Haus laufen.
Ausblick und Fazit
Deichert zog die Linie zurück zur Safety: Wer Software künftig weitgehend von KI erzeugen lässt, muss seine Schutzziele kennen und braucht Prüfmechanismen, etwa digitale Zwillinge, in denen der Code getestet wird, bevor er auf die Anlage kommt. Festo will auf der SPS prototypisch einen Coding Agent zeigen. Unger ergänzte Testagenten, Support und Physical AI in den Produkten. Die Verantwortung aber, so Unger, unterschreibt am Ende immer noch der Inverkehrbringer.
Offenheit und Partnerschaft – das zeigte sich auf dem PLCnext Summit – muss keine Marketingvokabel bleiben, sondern kann ein Geschäftsmodell sein -offen, wo es allen nützt, geschlossen, wo das eigene Knowhow steckt.
Am 29. und 30. September hatten Yaskawa, Phoenix Contact und Festo zum PLCnext Community Summit an den europäischen Sitz von Yaskawa in Hattersheim bei Frankfurt eingeladen. Der Summit wandert mit den Partnern: Im vergangenen Jahr war Festo in Esslingen Gastgeber, damals kamen rund 90 Entwickler, Partnerunternehmen und Anwender zusammen, im nächsten Jahr wird wieder Phoenix Contact das Summit ausrichten.
Das Summit ist vor allem ein Treffen der Entwickler. Die Community tagte bis zum Folgetag, die Presse war am ersten Tag zu Gast, mit einem Executive Roundtable am Vormittag (aus dem dieser Bericht enstanden ist) und einem Rundgang durch die Mini-Expo. Dort stellten sich rund 15 Partner vor, vom Softwarehaus bis zum Sondermaschinenbauer. Dabei wurden zahlreiche Themen moderner Automatisierungsanforderungen adressiert, beispielsweise Automatisierungslösungen in Softwarecontainern, Simulation, Integration, HMI, vor allem aber Künstliche Intelligenz und der Cyber Resilience Act.
Was charakterisiert PLCnext Technology?
Phoenix Contact hat PLCnext Technology als komplettes Automatisierungs-Ökosystem auf die Anforderungen des industriellen IoT ausgerichtet. Es arbeitet auf einem echtzeitfähigen Linux-Betriebssystems und kann IEC-61131-3-Code und Hochsprachen wie C++, C# oder Python parallel ausführen. Allerdings ist das nur die Basis. Die Kombination aus offener Steuerungsplattform, modularer Engineering-Software PLCnext Engineer und App-Store (www.plcnextstore.com) soll eine einfache und vor allem Schnelle Adaption an wechselnde Anforderungen sowie eine effiziente Nutzung von existierenden und zukünftigen Software-Diensten ermöglichen. Dafür bietet die Lösung nicht nur SPS-typische Echtzeit-Performance und Datenkonsistenz für Hochsprachen bzw. modellbasierten Code, sondern auch eine schnelle, einfache Integration von Open-Source-Software oder Apps.


















