Heißt dass, dass Sie Cloudlösungen per se ablehnen?

Dold: Nein, ganz im Gegenteil, wir wollen aber, dass die Maschinenbauer die Wahl haben. Wir arbeiten derzeit daran, eine skalierbare und kaskadierbare Lösung für unsere Kunden anzubieten. Dabei bleiben alle Echtzeitauswertungen auf der Steuerung. Überlagerte Muster, für die die Analyse-Fähigkeiten der Steuerung vielleicht nicht ausreichen, können bei Bedarf an einen leistungsfähigen Edge-Controller weitergegeben werden. Das heißt vom Ansatz her fangen wir in der Maschine an. Wenn die Maschine nicht mehr weiter kommt, kann sie auch diese Muster an den Edge-Controller weiterschicken, der dann weitere Optimierungen durchführt und diese Optimierungsparameter wieder zurückgibt an die Steuerung. Dadurch erreichen wir zusätzliche Optimierungen in der Linie. Als dritte Ebene bleibt dann noch eine entsprechende Cloudlösung, in der dann – sofern notwendig – weitergehende Analysen erfolgen können.

Wird diese Lösung bereits mit der Steuerung verfügbar sein?

Dold: Das steht zwar auf der Roadmap, aber einen Termin dafür kann ich Ihnen heute noch nicht nennen. Was ich Ihnen jedoch sagen kann ist, dass wir die gesamte Architektur der Steuerung so gewählt haben, dass sie wirklich skalierbar und kaskadierbar ist. Das Edge- und Cloud-Produkt als solches ist mit dem Maschinencontroller jedoch noch nicht verfügbar. Geben Sie uns aber noch ein halbes Jahr bist ein Jahr Zeit. Diese Dinge müssen auch erprobt sein, wir brauchen also Kunden, die mit uns den Weg gehen, die mit uns gemeinsam Erfahrungen sammeln wollen und den nächsten Schritt machen. Aber es steht ganz klar auf der Roadmap.

Werden diese KI oder die adaptiven Algorithmen zur Folge haben, dass man den ein oder anderen Sensor mehr in der Maschine braucht?

Dold: Heute sehen wir in den Maschinen eine klare funktionale Sensorik, die sich in der Regel direkt auf den Fertigungsprozess bezieht. Viele aussagefähige Messwerte, die sich hingegen auf die Maschine beziehen, sind heute jedoch noch nicht verfügbar, weil Sie die für eine klassische Maschine nicht benötigen. Ich gehe davon aus, dass kritische Parameter hier ergänzt werden. Das wird erforderlich sein um die notwendigen Optimierungsziele im Sinne einer besseren OEE tatsächlich zu erreichen. Ich glaube nicht, dass eine Maschine, die vor fünf Jahren konstruiert wurde, alle Daten liefert, die notwendig sind, um entsprechende Einflüssgrößen korrelieren zu können. Insofern: Ja, KI wird auch Auswirkungen auf die Sensorik einer Maschine haben.

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