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Bild: Süddeutscher Verlag

Elektroauto als Referenz

Den Abschluss des ersten Veranstaltungstags bildete ein Vortrag aus dem Bereich der Elektromobilität. Dr. Stephan Krumm, CEO der e.GO.mobile AG, referierte über das Konzept eines deutschen Elektrokleinwagens, den es ab Ende des Jahres geben soll. Herausgegangen aus dem Streetscooter-Projekt für die deutsche Post, sind die e.GO-Autos auf den Ansatz ‚just good enough‘ reduziert. Auf diese Weise will man den großen Automobilisten zeigen, wie sich 30.000 Elektroautos pro Jahr in Deutschland wirtschaftlich bauen lassen. Voraussetzung für den Erfolg ist dabei eine exakt passende Produkt- und Produktionsarchitektur. Über ein durchdachtes Baukastensystem können alle späteren Varianten und Use Cases schon von Anfang an berücksichtigt werden.

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Landmaschinenproduktion live

Auftakt und Highlight des zweiten Kongresstags war der Besuch und die Werksführung beim Landmaschinenbauer Claas. Am Stammsitz in Harsewinkel fertigt der Mittelständler sowohl Mähdrescher, als auch Feldhäcksler und Traktoren – und muss sich dabei dem Trend von steigender Komplexität bei gleichzeitig sinkenden Losgrößen stellen, wie Christian Köbke, Leiter Produktionssysteme, berichtete. Die Fertigungs- und Logistikketten müssen sich kontinuierlich darauf einstellen und anpassen lassen: In der Folge sind in der Blechfertigung z.B. starre Stanzen und Pressen überwiegend durch automatisierte Schneid- und Biegezellen ersetzt worden. Dennoch bleibt auch zukünftig der Mensch durch Qualifizierung und Training wichtigster Faktor in der Claas-Produktion.

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Start-ups auf dem Weg zum Erfolg

Am Nachmittag des zweiten Tages zeigten die Vorträge von zwei Start-ups wie Individualisierung zum erfolgreichen Geschäftsmodell führen kann. Die Firma Combeenation richtet sich als Anbieter von Produktkonfiguratoren an die Industrie. Am Beispiel eines Terrassenkonfigurators für Handwerker und Endkunden, verdeutlichte Geschäftsführer Klaus Pilsl, die Möglichkeiten moderner Tools. Das zweite Jungunternehmen, die Firma Corpus.e, konzentriert sich auf die Digitalisierung des Schuhhandels, und bietet dafür eine 3D-Scanner-Lösung an. Mit ihr lassen Kunden ihren Fuß direkt im Geschäft vermessen und gelangen dadurch zu dem am besten passenden Wanderstiefel oder zum komplett individuellen Laufschuh. Den Abschluss der Veranstaltung machten zwei Vorträge, die auf zukünftig erforderliche produktionstechnische Ausrüstung abzielten. Während Klaus Petersen, Marketingleiter Factory Automation für Europa bei Mitsubishi Electric, die Auswirkungen von Mass Customization auf Logistik- und Transportsysteme in der Produktion beschrieb, referierte Lucian Dold, Marketingmanager bei Omon, über den steigenden Einfluss von künstlicher Intelligenz auf die Fertigungstechnik.

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