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Bild zum KastenBild: Pilz GmbH & Co. KG

Genaue Planung war erster Schritt

„Wir hatten uns über das kamerabasierte Sicherheitssystem von Pilz schon vor einigen Jahren informiert – die Idee der barrierefreien dreidimensionalen Schutzraumüberwachung gefiel uns auf Anhieb gut“, erinnert sich Puckmayr. „Wir ließen uns parallel zu klassischen Schutzeinrichtungen mit Schutzzaun und Lichtschranken die SafetyEye-Lösung anbieten.“ Erster Schritt war dennoch die Machbarkeitsstudie. Eignet sich das dreidimensionale sichere Kamerasystem überhaupt für eine solche Anwendung? Dafür führte Pilz zunächst einige Tests durch: Erfasst wurden verschiedene Parameter, z.B. die Maße der vorhandenen Stellfläche bzw. des zu überwachenden Raums, die mögliche Installationshöhe der Kameraeinheit, die Lichtverhältnisse, die freie Sicht auf den relevanten Bereich. Die durchgeführte Analyse der Umgebungsbedingungen an der Montagelinie sowie die einhergehenden Berechnungen der notwendigen Sicherheitsabstände war positiv. Mit nur zwei SafetyEye-Einheiten war es möglich, den gesamten Sicherheitsbereich lückenlos zu überwachen. Auch den geforderten PLd nach ISO13849-1 würde SafetyEye als alleinige Sicherheitseinrichtung abdecken.

Flexibilität und Sicherheit in einem

Zudem sprach der von Pöttinger erstellte Kosten-Nutzenvergleich eindeutig für das sichere dreidimensionale Kamerasystem. „Das für uns wichtigste Argument ist die Zugänglichkeit von allen Seiten ohne störende Schutzzäune oder dergleichen – und das hat sich vom ersten Tag an bewährt“, bringt Puckmayr den wesentlichsten Nutzen auf den Punkt. „Die freie Sicht auf alle relevanten Stellen der Maschine ist ein großer Vorteil – besonders dann, wenn etwas nicht ordnungsgemäß funktioniert. Die erfahrenen Kollegen können sich am Prüfstand schnell einen Überblick verschaffen. Durch die Nähe zur Maschine nehmen sie zudem Geräusche besser wahr, die auf ein eventuelles Problem hinweisen.“ Vor dem Start des Testlaufs wird der an jeder Maschine angebrachte Code eingescannt – somit weiß sowohl die Software des Prüfstands als auch die SafetyEye-Steuerung, um welchen Typ bzw. welche Variante es sich handelt. Letztere aktiviert automatisch die hinterlegten, an die Form und Maßvorgaben der jeweiligen Maschine abgestimmten Sicherheitsräume.

Funktioniert ganz einfach

Das Funktionsprinzip dieser Sicherheitslösung? – Betritt ein Mitarbeiter den äußeren, so genannten Warnbereich, geht die Prüfmaschine zunächst in den sicheren Zustand, das heißt, sie fährt mit reduzierter Geschwindigkeit weiter. Gleichzeitig wird die Schutzbereichsverletzung optisch signalisiert. Sobald der Mitarbeiter den Warnbereich wieder verlässt, beschleunigt die Maschine automatisch auf die zuvor gefahrene Sollgeschwindigkeit. Wird jedoch die Grenze einer der inneren Sicherheitsräume, der Schutzräume, verletzt, gehen der Prüfstand und die Maschine sowohl mechanisch als auch hydraulisch in den sofortigen Nothalt. Erst nach entsprechender Quittierung kann der Wiederanlauf erfolgen. „Die Überwachung reicht nicht bis zur Bodenoberfläche, sondern bis zur so genannten Durchkriechbarkeitshöhe – das heißt am Boden liegende Luftschläuche oder Kabel stören das System nicht“, erklärt Sickinger einen weiteren Vorteil und ergänzt: „Übrigens mussten wir keine neue Beleuchtung installieren oder die bestehende adaptieren – die Kameras kommen mit den vorhandenen Lichtverhältnissen zu jeder Tages- und Nachtzeit aus.“ Falls die nur wenige Millimeter großen Linsen der Optik verschmutzt sein sollten, wird das von SafetyEye automatisch erkannt und entsprechend gemeldet – selbst dann, wenn es sich bloß um ein Spinnennetz handeln sollte.

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