Der Schuh drückt nicht bei der Komponente
Der Umfang und die Leistungsfähigkeit der Automatisierungskomponenten von Rockwell Automation sieht Hamm als Türöffner, auch wenn er glaubt, dass den Kunden der Schuh häufig an anderer Stelle drückt, als auf Komponentenebene. „Früher ist viel über Technologie geredet worden. Man hat z.B. die Geschwindigkeiten der Steuerungen von Hersteller A mit der von Hersteller B verglichen. Heute ist die benötigte Leistung einfach da. Alles war damals sehr technologiegetrieben und auf das einzelne Produkt heruntergebrochen. Die Aufgabe des Maschinenbauers bestand nebenbei darin, die Komponenten zur Zusammenarbeit zu bringen und zu einem System zu formen. Als ich vor 13 Jahren bei Rockwell Automation angefangen habe, da hatten wir bereits eine Philosophie, die sich Integrated Architecture nannte, und die dem Kunden diese Aufgabe abgenommen hat“, berichtet Hamm. „Damit waren wir der Zeit weit voraus, denn letztlich verbirgt sich hinter Integrated Architectur in etwa das, was man heute unter Industrie 4.0 versteht. Wir haben diese Lösung seit damals permanent ausgebaut und weiterentwickelt. Mittlerweile hat Rockwell Automation eine umfangreiche Software-Suite oberhalb der Steuerungsebene im Angebot. Dazu gehören Produkte und Cloudservices im Bereich Visualisierung, Produktionsoptimierung, Analytics und Energiemonitoring, um nur einige zu nennen. Daher reden wir mit unseren Kunden heute eher über andere Dinge, die hinderlich sind bei der Umsetzung der Geschwindigkeiten. Durchgängigkeit und Integration in überlagerte Unternehmensebenen sind dabei häufige Themen in den Gesprächen.“
Sichere Systeme schaffen
Security ist eines der zentralen Themen der Produktion und damit auch ein wichtiges Betätigungsfeld von Rockwell Automation, erläutert Andreas Hamm. „Auch dies ist ein Automatisierungsbereich, der sich in den zurückliegenden Jahren völlig verändert hat, auch kulturell. Die Welten waren früher getrennt“, erklärt er. „Ich kenne noch Zeiten, in denen die ITler in vielen Unternehmen ungern mit den Produktionern zusammengearbeitet haben. Das waren gerade bei Endkunden zwei Gruppen, die nie so richtig das Problem und die Anforderungen des jeweils anderen verstanden haben. Mit der ganzen Industrie-4.0-Thematik und Security Services ist es elementar wichtig, dass diese zwei Abteilungen miteinander reden. Genau dafür stellen wir eine Infrastruktur zur Verfügung, die die Aspekte beider Seiten berücksichtigt. Das ist die eigentliche Challenge“ (lacht). Das Thema Security beginnt für Hamm bereits in der Komponente, aber es endet dort nicht: „Natürlich haben wir Security-Mechanismen in die Produkte implementiert, also beispielsweise in die Logi-Steuerungen oder natürlich in die Switches, wo wir übrigens auch mit Cisco kooperieren, die im Bereich IT Marktführer sind. Unsere Leistung reicht jedoch deutlich weiter: Auch die gesamte Infrastruktur liefern wir – gemeinsam mit Partner Cisco – aus einer Hand. Und auch hier spielt das Thema Beratung und fachliche Umsetzung in unserem Angebot eine große Rolle. Wenn der Kunde will, bauen wir ihm eine schlüsselfertige, sichere Produktionsinfrastruktur auf.“ Hamm gibt ein Beispiel eines solchen Projektes, das in seiner Zeit als Country Director in Irland unter seiner Verantwortung umgesetzt wurde: „Wir hatten ein Greenfield-Projekt bei einem großen Kunden in Irland, den wir von Anfang an über unsere NSS, also Network Security Services, consultingtechnisch unterstützt haben. NSS ist fester Bestandteil unserer Serviceabteilung, hier sitzen die Experten für eine sichere Produktionsinfrastruktur. Das Projekt hat mit einem Assessment angefangen unter der Fragestellung ‚Wie stellst du dir deine Infrastruktur auf der Automatisierungsebene vor?‘ Basierend darauf wurde ein Vorschlag erarbeitet und wir haben gemeinsam mit Cisco den Auftrag für die Umsetzung bekommen. Das funktioniert nicht nur auf der grünen Wiese, denn die Vorgehensweise bei Kunden mit einer gewachsenen Struktur wie z.B. in Deutschland ist sehr ähnlich. Wir nutzen unsere Expertise, erarbeiten Verbesserungsvorschläge und zeigen Optimierungsmöglichkeiten auf und versuchen die Ziele von IT und Automatisierung unter einen Hut zu bekommen.“ In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. Kompakte Sensoren spielen dabei eine Schlüsselrolle: Höchste Leistung in kompakter Bauform schafft mehr Platz für die Ware, denn die Technik macht sich klein. ‣ weiterlesen
Intralogistik: Neue Baumer ToF-Sensoren machen sich klein
Fazit
Wirklich beeindruckend, mit einem Deutschland-Chef eines großen Automatisierungskonzerns im Gespräch zusammenzusitzen und nicht einmal ist von einem konkreten Produkt die Rede: Der Neue an der Spitze der deutschen Rockwell-Automation-Division steckt zwar tief drin in der Materie und im Produktportfolio des Unternehmens. Aber in erster Linie ist Hamm an Lösungen für seine Kunden interessiert und an deren Weiterentwicklung. Das macht er deutlich und man glaubt ihm das. „Unsere innovativen Produkte und die breite Palette von der Sensorik über Safety, Steuerungstechnik bis hin zu Analytics und Cloudlösungen sind die Grundlage für innovative Lösungen und unsere Türöffner bei den Anwendern. Aber wir müssen heute mehr liefern, um den Kunden auf seiner Reise hin zu mehr Produktivität, besseren Entscheidungen und einer sicherer Produktion zu begleiten. Und dafür steht unseren Kunden ein kompetentes Team für Consulting und Service zur Verfügung.“ (kbn) Digitale Souveränität in der Automation: Fraunhofer IOSB-INA entwickelt einen KI-Assistenten für die SPS-Programmierung. ‣ weiterlesen
Automatisierung neu gedacht



















