Hochpräzise gestanzt

 Die Folienstanzmaschine Cube II stanzt z.B. Joghurtbecherdeckel 
mit bis zu 500 Hüben pro Minute.
Die Folienstanzmaschine Cube II stanzt z.B. Joghurtbecherdeckel mit bis zu 500 Hüben pro Minute.Bild: ©Martin Gold

Wer morgens seinen Joghurtbecher öffnet, hält mit großer Wahrscheinlichkeit einen Aludeckel in der Hand, der auf einer Maschine von Mendel ausgestanzt wurde. Gefertigt werden solche Deckel oft auf einer Cube II – dem aktuellen Modell von Mendel. Das feine Muster, das sich häufig auf der Aluminiumfolie findet, entsteht im Zuge des Prägevorgangs. „Fast alle unsere Maschinen arbeiten in der Verpackungsindustrie“, erzählt Matthias Moser, Managing Director bei Mendel, weiter. „Gefertigt werden vor allem Deckel für Joghurtbecher und Flaschenetiketten.“ Die Cube II überzeugt hierbei durch Flexibilität bei der Folienstärke und verarbeitet Materialien von 12 bis 100µm. Ein zentraler Arbeitsschritt – besonders bei Aluminium – ist das Prägen, welches das charakteristische Muster erzeugt und verhindert, dass ausgestanzte Deckel aneinander haften. Weitere Optionen wie Perforieren, Vorlochen oder Reliefprägen eröffnen zudem vielfältige Möglichkeiten, unterschiedliche Kundenanforderungen effizient umzusetzen. „Die meisten unserer Kunden stanzen Aluminiumfolien, aber auch Kunststofffolien und Papier lassen sich verarbeiten“, erklärt Moser weiter. Voraussetzung ist dabei stets die Verarbeitung von Rollenware.

 Lenze-Servoumrichter i750 im Schaltschrank
Lenze-Servoumrichter i750 im SchaltschrankBild: ©Martin Gold

Hohe Flexibilität und kurze Rüstzeiten

Die Stanzautomaten sollen durch hohe Flexibilität sowie kurze Rüstzeiten überzeugen, um somit direkt die Produktivität zu steigern. Die Kalander und Stanzwerkzeuge lassen sich daher in nur wenigen Minuten wechseln. „Das ist ein riesiger Vorteil insbesondere für kleinere Produzenten, die so durchaus mehrmals täglich einen Produktwechsel vornehmen können“, erklärt Moser. Hinzu kommt die Abwärtskompatibilität: Neue Stanzwerkzeuge und Kalander können auch in älteren Maschinentypen eingesetzt werden, welche aufgrund ihrer robusten, langlebigen Bauweise weiterhin weltweit im Einsatz sind. Eine weitere Besonderheit: Die Maschinen dürfen nur in klimatisierten Räumen betrieben werden, da die Stanzwerkzeuge mit 2µm Spalt ineinandergreifen und somit extrem präzise sind. Besonders geschätzt wird zudem die kompakte Bauform der Maschinen.

 Stefan Gschiel, Key Account Manager bei Lenze, und Matthias Moser, Managing Director bei Mendel, an der Cube-II-Visualisierung
Stefan Gschiel, Key Account Manager bei Lenze, und Matthias Moser, Managing Director bei Mendel, an der Cube-II-VisualisierungBild: ©Martin Gold

Partnerschaft auf Augenhöhe

Bereits für das Vorgängermodell vertraute Mendel auf das Knowhow des Antriebsspezialisten Lenze. Voraussetzung war dabei, den gesamten elektrischen Teil des Stanzautomaten von der Antriebstechnik bis zur Visualisierung aus einer Hand zu beziehen. „Lenze konnte uns in diesen Punkten durchgehend überzeugen, insbesondere, weil sich Komponenten – im Gegensatz zu unserem früheren Lieferanten – dank Offenheit in der Kommunikation problemlos einbinden und tauschen lassen“, so Moser. Mit der Weiterentwicklung zur Cube II hat Lenze jede Komponente noch einmal gezielt in ihrer Performance verbessert. „Der Schlüssel dafür ist unsere Expertise bei der Auslegung und Umsetzung komplexer Bewegungsabläufe“, betont Stefan Gschiel, Key Account Manager bei Lenze Österreich. Und von solchen komplexen Abläufen gibt es bei der Cube II reichlich. Das Zusammenspiel von Antrieben, Mechanik und Stanztechnik erfordert hohe Präzision und exakte Abstimmung. In enger Kooperation mit Mendel und der Gerhard Rauch GmbH, dem Mutterunternehmen von Mendel, entwickelte Lenze ein umfassendes Technologiepaket. Dazu gehören unter anderem die Controller c550, X500 WiFi/4G-Gateways, Servoumrichter i750 Cabinet sowie v800 Panel-PCs. Zusätzlich übernahm Lenze das komplette Hardware-Engineering für das Projekt, einschließlich der Lieferung aller Schaltschrankkomponenten.

Einfache Bedienung

Für das Projekt war von Anfang an klar: Eine schnelle und unkomplizierte Einarbeitung durch eine Benutzeroberfläche, Remote-Zugriff sowie präzise und zügige Diagnosen und Softwareupdates dank neuer Analysetools müssen im Software- und Hardwarekonzept direkt mitgedacht und von Beginn an integriert werden. Gleichzeitig verringert die Ein-Kabel-Technologie (OCT) bei den Servomotoren der Maschine den Verkabelungsaufwand und kann Motorreferenzen nach Softwareupdates beibehalten. Durch ihre klare visuelle Struktur ist die Benutzeroberfläche international einsetzbar und besonders benutzerfreundlich. Grund hierfür: Sie basiert auf HTML5 und ist speziell für eine symbolbasierte Bedienung mit minimalem Texteinsatz konzipiert. Der Übersetzungsaufwand ist deutlich verringert und neue Mitarbeiter können sich schnell und intuitiv einarbeiten. Gleichzeitig ermöglicht die HTML5-Architektur eine einfache Skalierung und Erweiterung, sodass auch zukünftige Anpassungen unkompliziert umgesetzt werden können. Diagnose- und Servicefunktionen sind übersichtlich integriert und unterstützen einen effizienten Betrieb.

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