Die Satellitenkommunikation stellt nicht nur die einzige Alternative zu allen terrestrischen Kommunikationsnetzen dar, sie erlaubt auch eine Infrastruktur, die diese Netze aufgrund technischer Beschränkungen nicht bieten können. Im Wesentlichen unterscheidet man zwei Arten von Satellitensystemen. Die eine arbeitet mit geo-stationären Satelliten, die in einer Entfernung von ca. 36.000km fix über der Erde stehen. Dieses System zeichnet sich durch hervorragende Sprachqualität und sehr hohe Datenübertragungsraten aus. Das zweite System nutzt sogenannte LEO (Low Earth Orbit) Satelliten, die in ca. 780km Höhe um die Erde kreisen. Bei diesem System liegt der Fokus besonders auf der Sprachkommunikation. Satellitentelefone oder SAT-Terminals bauen eine direkte Verbindung zum Satelliten auf. Der Satellit dient als Spiegel und leitet das Signal an die Bodenstation des jeweiligen SAT-Systems weiter. Die Bodenstation vermittelt das Signal an das Festnetz, GSM-Netz oder ins Internet. Eine direkte Kommunikation zwischen zwei SAT-Terminals oder Telefonen ist ebenfalls möglich. In diesem Fall werden die terrestrischen Netze umgangen. Die gängigen Satellitensysteme sind Inmarsat, Iridium, Thuraya und VSAT. Auf Basis dieser modernen Satellitenkommunikation lassen sich heute sehr einfach und kosteneffizient Daten-, Telefon- und Fax-Dienste nutzen. Eigenschaften der Satellitenkommunikation – Kommunikationsmöglichkeit, auch wenn kei- ne terrestrischen Netze wie PSTN, UMTS und GSM verfügbar sind – Stromversorgungsmöglichkeit aus integrier- tem Akku oder durch 110 V – 240V und durch 12-V/ 24-V Batteriespannung – Möglichkeit einer festen Installation in Gebäu- den durch absetzbare Antenne mit HF- bzw. Systemkabelverbindung – Möglichkeit des mobilen Einsatzes – Kommunikationsarten: Sprache, Fax und Daten – Möglichkeit des Anschlusses an vorhandene TK-Anlage – Konferenzfähigkeit (über TK-Anlage) – Anschluss von Computern zwecks Datenübertragung – Verbindung von Satellitentelefon zu Satelli- tentelefon des gleichen Systems ohne terres- trische Leitungsverbindungen Die Vielzahl der heute angebotenen Terminals erfüllt jede Anforderung an eine moderne Kommunikationseinheit egal ob mobil oder stationär. Die Ausstattung der aktuellen Geräte bietet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten auf höchstem Sicherheitsniveau. Die Telefone und Terminals sind in unterschiedlichen Größen und Funktionen erhältlich und optional konfigurierbar. Hierzu verfügen die Geräte, je nach Satellitensystem und Gerätehersteller, beispielsweise über: – Schnittstellen für : Telefon und Fax (analog & ISDN), LAN, USB – Drahtlose Schnittstellen für Bluetooth und WiFi – Protokolle für Videokonferenz, Video-Strea- ming und den Versand / Empfang von SMS – Datentransferraten von 2,4kbps bis zu 492kbps (für mobile SAT-Terminals) – Deutlich höhere Bandbreiten mit der Nutzung einer VSAT-Anlage möglich (abhängig von dem gebuchten Service) – Garantierte Bandbreite (IP-Streaming) bis 384kbps – Parallele Sprach- und Datenkommunikation – Sicherer VPN-Zugag – Remote Access Die modernen Geräte sind robust, da sie für den Einsatz unter extremen Bedingungen bei militärischen Organisationen, Medien und Hilfsverbänden konzipiert wurden. Die meisten Geräte sind staub- und spritzwassergeschützt, einige davon verfügen sogar über die Schutzklasse IP67. Fallbeispiel Pumpenüberwachung Die Joh. Heinr. Bornemann GmbH ist Hersteller von anspruchsvollen Förderlösungen für die Öl- und Gasförderung, Tankterminals, Marine, die Petro-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Neben Pumpen und Pumpensystemen bietet Bornemann seinen Kunden dazu schnellen und weltweiten Service. Diese Serviceleistungen werden u.a. mittels eines Condition Monitoring Systems (CMS) mit integriertem Remote Access realisiert. Wenn die Kommunikationswege für den Remote Access bei der zu betreuenden Kundenanlage keine ausreichende Bandbreite, Sicherheit oder Verfügbarkeit bieten, setzt Bornemann auf die Nutzung von sicherheitsgerichteter Satellitenkommunikation. Anwendungsbeschreibung Ein Kunde der Firma Bornemann betreibt eine Offshore Öl-Förderplattform. Auf der Förderplattform ist ein Bornemann Multiphasenfördersystem mit einer Schraubenspindelpumpe im Einsatz. Diese Pumpe besitzt einen Verbrennungsmotor als Antriebsaggregat, dessen Frischluft-Einlassklappen sich nicht mehr korrekt betätigen lassen, somit ist der Förderbetrieb einschränkt.Vorgehen in einem Servicefall ohne CMS: Servicemonteur und Softwareprogrammierer reisen auf die Plattform, um die Fehlerursache zu klären. Nach Klärung wurden Ersatzteile bestellt und nach Eintreffen montiert. Zeitaufwand nach Klärung der technischen Details: 1-2 Wochen. Heutige Abwicklung eines Servicefalles mit Hilfe von CMS: Mittels der Satellitenkommunikation wird eine Remote Access Verbindung für den Fernzugriff des CM-Systems zur Plattform ermöglicht. Der Softwareprogrammierer in der Bornemann Zentrale überprüft auf diesem Wege das Steuerungssystem und kann den Fehler direkt feststellen. Dem Kunden werden die Ersatzteile zugeschickt und dieser tauscht die Teile, nach Anweisung, selbstständig aus. Nach Einbau der Ersatzteile kann der Förderbetrieb uneingeschränkt weitergeführt werden. Zeitaufwand nach Klärung der technischen Details: 4-5 Stunden. Fazit Die Vorteile für Bornemann und seine Kunden liegen auf der Hand: Das Condition Monitoring via Satellit unterstützt die hohe Anlagenverfügbarkeit und steigert so die Produktivität unabhängig von infrastrukturellen Barrieren. Via Satellit wird der Einsatz von Servicestrategien/-produkten für die lebzeitoptimierte Instandhaltung auch dort möglich, wo die Zuverlässigkeit terrestrischer Verbindungen nicht gewährleistet werden kann. Dies reduziert die Kosten von Anlagenbetreibern und sorgt für hohe Kundenzufriedenheit. Kasten: Über CPN Satellite Services GmbH:
Condition Monitoring via Satellit
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