Laut dem Branchenverband ZVEI entfallen 2/3 des gesamten industriellen Verbrauchs an elektrischer Energie auf mit Elektromotoren angetriebene Maschinen. Nach deren Angaben ließen sich durch den Ersatz von Altantrieben durch moderne Antriebssysteme, allein in Deutschland, pro Jahr Energieeinsparungen in Höhe von 38 Milliarden Kilowattstunden erzielen. Auf Europa hochgerechnet ergäben sich sogar 135 Milliarden Kilowattstunden. Die CO2-Emission könnten in Europa um 69 Millionen Tonnen mit elektronischer Drehzahlregelung und Energiesparmotoren reduziert werden. So weit die Zahlen vom ZVEI aus einer Broschüre zum Thema. Nach Angaben des Umweltbundesamtes von 2009, gelten in den USA seit Jahren Mindesteffizienzstandards. Dort erreichten die Hocheffizienzmotoren (IE2) zu diesem Zeitpunkt bereits einen Anteil von 54 Prozent und die noch effizienteren IE3-Motoren schon 16 Prozent. In Deutschland und Europa lag der Anteil der IE3-Motoren noch bei unter einem Prozent. Technische und finanzielle Hürden Aus Sicht der Antriebstechnikhersteller ergeben sich bestimmte Hürden bei der Entwicklung und dem Verkauf von Antrieben der Effizienklassen IE3 und IE4. Zunächst einmal ist es so, dass der Materialeinsatz ansteigt, wenn ein höherer Wirkungsgrad erreicht werden soll. Im Angesicht allgemein steigender Rohstoffpreise eine Herausforderung, diese Antriebe zu attraktiven Preisen am Markt zu positionieren. Stellt man jedoch eine Gesamtkostenbetrachtung an, so amortisieren sich die Mehrkosten energieeffizienter Antriebe innerhalb relativ kurzer Zeit. Nach Angaben von Experten ist dies nach 5000 bis 8000 Betriebsstunden der Fall. Technische Herausforderungen kommen insbesondere dann auf die Hersteller zu, wenn es um die Regelung dieser modernen, energieeffizienten Drehstrommotoren geht. Werden diese mit einem Umrichter betrieben, dann braucht es ein entsprechendes Know-how für die Ermittlung von Drehmoment und Drehzahl. Anbieter solche Systeme müssen also sowohl im Bereich der Motoren als auch bei den Umrichtern über ein extremes Expertenwissen verfügen, um das Potenzial ganz ausschöpfen zu können. Der Entwicklungsaufwand ist ganz erheblich. Kostenrechnung lohnt sich Sowohl für Maschinen- und Anlagenbauer als auch für produzierende Unternehmen lohnt sich eine genaue Kostenrechnung. Maschinenbauern bietet sich das Potenzial, durch den konsequenten Einsatz energieeffizienter Antriebe Wettbewerbsvorteile am Markt durch sparsame Anlagen zu erzielen. Vorausgesetzt es liegen detaillierte Berechnungen vor, anhand derer potenziellen Kunden ein schon sehr bald eintretender Vorteil der geringeren Energiekosten verdeutlicht werden kann. Es lohnt sich also, bereits jetzt nach den energieeffizientesten Lösungen Ausschau zu halten, und die bereits vorhandenen Potenziale voll auszuschöpfen. Dies können moderne Antriebe der Klasse IE2 sein, aber auch, wo bereits vorhanden, Antriebe der Klasse IE3 und IE4. Am Ende ist es, wie so oft, eine Frage der Kosten, die man jedoch auch in diesem Fall über die gesamte Laufzeit betrachten muss. Auch wenn es schon etwas abgedroschen erscheinen mag: Die \’Total Cost of Ownership\‘ sind maßgeblich. Ein altbekannter Umstand, der doch noch allzu häufig ignoriert wird. Und noch ein Aspekt zum Schluss: Wir sind es uns und den nächsten Generationen schuldig, verantwortlich mit der Welt und deren Ressourcen umzugehen. (mbw)
Die Potenziale der Energieeinsparung jetzt nutzen
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