Die Digitalisierung der Prozesse in der Industrie schreitet voran. Schon lange ist dieses Thema nicht mehr nur für Großkonzerne interessant, auch mittelständische Firmen erkennen das große Potenzial, das sich aus der digitalen Vernetzung ergibt. Damit lassen sich alle Teilbereiche des Unternehmens von der Produktentwicklung und Produktionsplanung über die Produktion bis hin zur Logistik und den Service exakt so regeln, wie es der Kunde verlangt. Insbesondere Mittelständler setzen vermehrt auf Digitalisierung, um die innovative Produktentwicklung zu verbessern und die Prozesse in Planung und Fertigung zu optimieren, womit sie Kosten einsparen und flexibler auf den Markt reagieren können. In diesem Wachstumsmarkt hat die Digital Factory eine Leuchtturmfunktion als die wohl wichtigste Plattform für IT-basierte Lösungen in der Industrie. Hier werden Neuheiten für alle Trendthemen der Branche präsentiert. Das Spektrum der Messe reicht von der mechanischen Konstruktion und der Entwicklung der Elektronik-Komponenten über Embedded Software, Fertigungsplanung, Datenmanagementsysteme, Bausteine für die Einbindung der Lieferketten und des Kundendienstes bis hin zur Integration in die übergreifenden Systeme der Unternehmens-IT. Neben dem Schwerpunkt PLM gibt es in diesem Jahr den neuen Schwerpunkt MES. Die Zahl der Aussteller der Digital Factory steigt im Jahr 2006 insgesamt um 12% auf 250, die Ausstellungsfläche wird mit rund 5.000m2 um 22,5% größer sein als im Vorjahr. Diese Zahlen gab Wolfgang Pech, Geschäftsbereichsleiter der Hannover Messe, zu Beginn des Jahres bekannt. Mit einem Gesamtwachstum von mehr als 20% gegenüber der Vorjahresveranstaltung hat sich die Digital Factory im Rahmen der Hannover Messe im dritten Jahr ihres Bestehens als weltweit führendes Branchen-Forum gleichermaßen bei Ausstellern wie Fachbesuchern etabliert. Und das nicht nur in der deutschen Messelandschaft, sondern international. Digital Factory: Hallen 15 und 16 MES – Highlight der Digital Factory und der Hannover Messe 2006 Vom Büro in die Produktionshalle sind es meist nur ein paar Schritte. Dennoch funktioniert der lückenlose Informationsfluss zwischen Geschäfts- und Produktionsprozess nicht immer reibungslos. Die Lösung liegt in der konsequenten Digitalisierung und Verzahnung aller industriellen Prozesse. Diese Erkenntnis greift mehr und mehr um sich. Die Digitale Fabrik wird Realität. Den Manufacturing Execution Systemen (MES) kommt bei der digitalen Vernetzung von Produktions- und Managementebene eine Schlüsselrolle zu. Der Einsatz der Fertigungssoftware wird sich in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Viele Unternehmen werden das enorme Kostensenkungspotenzial in der Produktion entdecken und nutzen. Zur Hannover Messe 2006 wird unter dem Dach der Digital Factory der Schwerpunkt MES in den Fokus genommen. Manufacturing Execution Systems sind eine Gruppe von Softwarelösungen, die Fertigungsabläufe im Unternehmen transparent machen. Diese IT-Instrumente sammeln und verarbeiten eine Vielzahl von Informationen aus der Betriebs- und Maschinendatenerfassung (BDE/MDE). Sie reduzieren Daten auf wenige relevante Informationen und stellen diese in der Form dar, wie sie auf der Managementebenen eines Unternehmens benötigt werden. Darüber hinaus liefern sie detaillierte Angaben zu den Material- und Fertigungskapazitäten einzelner Maschinen und unterstützen so die Steuerung der Anlagen. Mit den MES können auch Engpässe oder unvorhergesehen anfallende Aufträge problemlos gesteuert und bewältigt werden. Veraltete Fertigungspläne werden durch den Einsatz der Software überflüssig. Sie liefern dem Maschinenführer die Ist-Situation der Produktion in Echtzeit. So kann sich dieser stets für die effizienteste Fertigungsreihenfolge entscheiden oder Maschinen genau dann zur Wartung freigeben, wenn diese im aktuellen Produktionsprozess nicht benötigt werden. MES sind praktisch der Nachfolger des klassischen Maschinenleitstandes. Vom Wareneingang bis zum fertigen Produkt kann ein Unternehmen nachvollziehen, welche Komponenten wann unter welchen Prozessbedingugen von welchem Werker verbaut wurden. MES trägt also auch dem Bedarf an konsequenter Rückverfolgung zur Qualitätssicherung Rechnung. Für die Digital Factory als internationale Leitmesse für integrierte Prozesse und IT-Lösungen ist MES ein ideales Themenfeld. Aus horizontaler Sicht werden wie bei ERP oder PLM verschiedenen Anwendungsfunktionen in einem homogenen System integriert, die früher eher über spezialisierte, zumeist inkompatible IT-Systeme realisiert wurden. Aus vertikaler Sicht fungiert MES als zentraler Integrator zwischen der ERP- und der Autoamtisierungswelt. Aus strategischer Sicht ist MES ein wichtiges Bindeglied, um die virtuelle Fabrik mit der realen Fabrik zu verbinden. Über den Abgleich der IT-Planungsmodelle mit den realen Fabrikdaten lassen sich enorme Optimierungspotenziale in der Produktion erschließen. Die Aussteller im Bereich der Digital Factory präsentieren die gesamte Bandbreite industrieller Software entlang der industriellen Wertschöpfungskette. In diesem Jahr können Besucher von einer besonderen Voraussetzung für das Schwerpunktthema MES profitieren: Messeleitung, Verbände und Hersteller von MES-Systemen ziehen gemeinsam an einem Strang, um ausführliche Information vor allem in den noch wenig aufgeklärten Mittelstand zu tragen. Neben neuesten Technologien werden Beispiele zu sehen sein, wie die Schnittstellen zwischen MES und ERP minimiert werden können. Weitere Trendthemen sind die Erhöhung der Traceability, die Optimierung von Echtzeit-Analysen oder der verstärkte Einsatz von Optimierungsalgorithmen zur Feinplanung in den MES-Planungstools. Mehr als 230 Aussteller aus zehn Ländern zeigen komplette Lösungen entlang der industriellen Wertschöpfungskette. Insbesondere die Vernetzung von Teilsystemen steht im Vordergrund. Auch auf den Automationsmessen Interkama+ und Factory Automation werden einige Unternehmen ihre Innovationen zu den MES vorstellen. Auf dem Anwenderforum treffen sich Fachleute zu Live-Diskussionen über die Trends der Branche, hier bieten Profis lebendige Anwender- und Fachvorträge zu den aktuellen Themen der Digitalen Fabrik. PLM – Auf den richtigen Zusammenhang kommt es an Der Schwerpunkt Product Lifecycle Management (PLM) wächst in diesem Jahr noch einmal deutlich. Zahlreiche Aussteller des letzten Jahres haben ihre Standfläche bis zur Verdopplung vergrößert. Dabei spiegelt die Breite des Angebots auf der Digital Factory auch die wachsende Rolle von PLM in immer mehr Unternehmensbereichen der Industrie wieder. Rainer Glatz, Geschäftsführer des Fachverbands Software im VDMA, betont: \“Die intensive und konstruktive Kommunikation zwischen Fachpresse, Ausstellern und Messeveranstalter zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.\“ Martin Grunau, Direktor Channel Development bei Dassault Systèmes in Deutschland, stimmt zu: \“Das Konzept geht auf. PLM wird im richtigen Zusammenhang gezeigt.\“ Auch Thomas Gessner, Marketingdirektor von PTC, hält am Konzept fest: \“Wir halten die Digital Factory für eine ideale Dialogplattform und werden gemeinsam daran arbeiten, sie als \“Place to be\“ für PLM zu etablieren.\“ Für SAP rückte Thomas Ohnemus, Direktor Global Solutions Marketing my SAP PLM, die wachsende internationale Bedeutung der Hannover Messe in den Vordergrund und ergänzte mit Blick auf die Messebesucher: \“Positiv war für uns der hohe Anteil der Fachbesucher aus unseren Fokusbranchen. Das Besondere ist aus unserer Sicht der Mix aus Branchenfokus und Technologie.\“ Niels Göttsch, Pressesprecher bei UGS, unterstreicht: \“Wir waren insbesondere positiv überrascht, wie stark unser Stand von Besuchern aus den anderen Hallen der Hannover Messe frequentiert wurde. Wenn Sie wissen wollen, ob ein Messekonzept gut ist, müssen Sie den Vertrieb der Aussteller fragen. Unser Vertrieb war begeistert.\“ Auch im Jahr 2006 werden auf der Hannover Messe daher Komponenten aus den Bereichen CAD, CAE, E-CAD, CAM, PDM, Projektmanagement, Collaboration, Visualisierung und Digitale Fabrik zu finden sein. Mit dem \“Forum Digital Factory\“ gibt es einen neuen Baustein für das Gespräch zwischen Ausstellern und Besuchern. Marktplatz Digital Factory Digitale Lösungen für den Mittelstand stehen auf dem Marktplatz Digital Factory im Blickpunkt. Die zentrale Informationsplattform bietet insbesondere potenziellen Kunden aus mittelständischen Unternehmen eine optimale Orientierung. An den Themeninseln Konstruktion (Lehrstuhl für Maschinenbauinformatik und Institut für Maschinenkonstruktion, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg), Planung (VDMA), Produktion (Forschungsinstitut für Rationalisierung an der RWTH Aachen) und Service (Ruhr-Universität Bochum) können Fragen zu industriellen Softwareanwendungen diskutiert werden. Marktplatz Digital Factory: Halle 16 Forum Digital Factory – Industry meets IT Ohne den Einsatz geeigneter IT-Lösungen und entsprechender Methoden und Prozesse sind produzierende Unternehmen den Anforderungen der Globalisierung nicht mehr gewachsen. Auf dem IT-Forum erfahren Entscheider aus dem Mittelstand, wie die besten Unternehmen die strategische Waffe Informationstechnik effizient einsetzen. Das Anwenderforum Digital Factory bietet Livediskussionen, Anwender- und Fachvorträge zu aktuellen Themen: Konstruktion, Planung, Service, Produktion, Manufacturing Execution System, Product Lifecycle Management, Enterprise Resource Planning. An jedem Tag steht das Forum unter einem bestimmten Branchenfokus. Täglich von 13:00 bis 14:00 Uhr finden hier Podiumsdiskussionen mit Experten zu den genannten Themen statt. Die Highlights aus dem Prgramm: -Montag, 24.04.06, Branchenfokus Maschinen- und Anlagenbau MES: \“Mehr Effizienz in der Fertigung oder nur nächster IT-Hype?\“ Leitung: Claus Wilk, Wirtschaftzeitung Produktion -Dienstag, 25.04.06, Branchenfokus Fahrzeug- und Zuliefererindustrie \“Neuer Ansatz für ein kosten günstiges und zukunftssicheres MES\“ Leitung: Thomas Krenzke; Sekas (Fachartikel IT&Production) -Mittwoch, 26.04.06, Branchenfokus Einkauf und Beschaffung \“Effiziente Lösungen für den Lokalisierungsprozess im Unternehmen\“, Leitung: Tim Rudolph; piconsult -Donnerstag, 27.04.06, Branchenfokus Elektrotechnik, Elektronik \“Nutzenpotenziale der digitalen Fabrik für den Mittelstand\“ Leitung: Dr.-Ing. Thilo Jania; Unity AG -Freitag, 28.04.06 Branchenfokus PLM für den Mittelstand \“Dem Wettbewerb voraus\“: Software zur Produktionsplanung im Überblick Forum Digital Factory Halle 16, Stand C28 Forum ITC: Internationale Produktkommunikation – der Schlüssel zum globalen Markt Die Hannover Messe widmet sich im Rahmen der Digital Factory dem Thema technische Produktkommunikation. Als integraler Teil der Wertschöpfungskette und wichtiger Wettbewerbsfaktor für die exportierende Industrie ist die Produktkommunikation heute ein strategischer Faktor für produzierende Unternehmen. Alleine in Deutschland werden ca. 9 Milliarden Euro für die Erstellung und Übersetzung technischer Texte ausgegeben, hier liegen enorme Effizienzsteigerungspotenziale brach. Das Forum ITC ist ein Zusammenschluss führender Anbieter von Werkzeugen und Dienstleistungen rund um die Internationale Technische Kommunikation. Auf einem Gemeinschaftsstand informieren kompetente Ansprechpartner zum Beispiel über die modulare Quelltexterstellung mit Hilfe von Content Management-, Katalog- und Redaktionssystemen, die Minimierung von Übersetzungsaufwänden durch Translation Memory-, Terminologie- und CTM-Systeme oder etwa die Effizienzsteigerung durch Outsourcing an qualifizierte Redaktions- und Übersetzungsdienstleister. Forum ITC Halle 16, Stand D10 VDMA-Gemeinschaftsstand: Die ganze Bandbreite IT-basierender Lösungen und Dienstleistungen VDMA Mitgliedsunternehmen präsentieren am Gemeinschaftsstand interessierten Anwendern und IT-Verantwortlichen das komplette Spektrum der Systeme zur Optimierung industrieller Prozessketten. Insbesondere die 3D-Technologie hält immer stärker Einzug in den Maschinen- und Anlagenbau. Digitale Simulationen helfen, die Planungszeiten drastisch zu verkürzen und gleichzeitig die Planungsqualität und die -sicherheit zu erhöhen. Zunehmend findet diese Technologie Einzug in den Maschinen- und Anlagenbau. Anlagenkonfigurationen, Anlagen- und Materialflusssimulationen, Layoutplanungen sind nur einige Anwendungsbeispiele für die Digitale Fabrik. Der VDMA nutzt digitale Prozesse, die für die Planung, Konstruktion, Produktion und den Service vorgesehen sind, für die Messevorbereitung. Der virtuelle VDMA-Gemeinschaftsstand: www.vdma.org Informieren Sie sich über die Aussteller und nehmen Sie im Vorfeld der Messe Kontakt auf, um einen Termin zu vereinbaren. Klicken Sie hierzu einfach auf den Namen des Ausstellers und das Modell dreht zu dem gewünschten Software-Partner. Halle 16, Stand C16 MESA Europe Kick-off-Meeting Mit der Ausbreitung des MES-Gedankens haben sich eine Reihe von Initiativen ergeben, deren Ziel es ist, den Begriff MES weiter zu definieren und zu normieren. Weltweit anerkannter Vorreiter und Treiber der MES-Idee ist die MESA (Manufacturing Enterprise Solution Association). Die MESA ist eine Non-Profit-Organisation und als Gemeinschaft von Fertigungsunternehmen, Systemintegratoren, Lieferanten von Hardware und Software sowie Beratern zu verstehen. Alle diese MESA-Mitglieder haben sich darauf spezialisiert, die Flexibilität und die Anwendbarkeit von Produktionssystemen in der Fertigung zu verbessern. Im Programm und in den Events der MESA stehen Best-Practice-Beispiele für Fertigungsunternehmen im Vordergrund. Die MESA-Mitglieder profitieren dabei von der Zusammenarbeit bei der Erstellung von integrierten und praxisgerechten Lösungen für die Fertigung und das Fertigungsmanagement. Während der Jahreskonferenz 2005 in Orlando wurde beschlossen, über ein so genanntes Expansion Committee die Aktivitäten der MESA außerhalb der USA voranzutreiben. Innerhalb der MESA International wurde eine Organisationsstruktur geschaffen, in der sich regionale MESA-Unterorganisationen formieren können. Mit der Berufung Dr. Jürgen Klettis (MPDV Mikrolab GmbH) in den Vorstand der MESA International wurde die Formierung einer europäischen Sparte in Angriff genommen. Landes- oder sprachspezifische Unterorganisationen sollen helfen, die Ausbreitung der Dachorganisation unter regionalen Gesichtspunkten voranzutreiben. So sind in Europa bereits in Belgien und den Niederlanden sowie in Deutschland, der Schweiz und Österreich Suborganisationen aktiv. Die MESA hält für Fertigungsbetriebe eine Reihe von Informationen zu den Themen Fertigungsmanagement, Produktentstehung, Qualitätsmanagement und Produktionsoptimierung bereit. Besondere Bedeutung hat hierbei die Integration von fertigungsnahen Systemen. Insbesondere der konstruktive und rege Erfahrungsaustausch zwischen Anwendern und Systemanbietern wird von der Non-Profit-Organisation unterstützt und gefördert. Die MESA-Branchen-Veranstaltungen, Fachtagungen und Veröffentlichungen bieten Herstellern, Systemintegratoren und Lieferanten ein Forum, praktische Lösungen zu entwickeln. Im Fokus der Beratung steht dabei eine Kombination aus Information, Betriebswirtschaft und Fertigungsmanagement. Am 26. April 2006 findet während der Hannover Messe im Saal Brüssel in Halle 1 zwischen 13:30 und 15:00 Uhr ein Kick-off-Meeting zum Start der MESA Europe statt. Neben Dr. Jürgen Kletti werden der Chairman der MESA International Karsten Newbury (Siemens USA), und der Vorsitzende des Expansion Committees Jan Snoeij (LogicaCMG) erwartet. 26. April 2006: Kick-off-Meeting MESA Europe
Digital Factory – Internationale Plattform der Produktions-IT
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