Automatisiert und erdbebensicher

Den Stammsitz in Nagoya, auf dessen Gelände das H4-Werk steht, gibt es bereits seit 1924. Dort ist ein großer Teil der Produktionshallen denkmalgeschützt, was dem Areal eine besondere Atmosphäre verleiht: Hier entsteht moderne Automatisierungstechnik in historischen Gebäuden und in diesem Sinne wird Hightech kombiniert mit Tradition – letzteres ist ein sehr wichtiger Punkt für das Selbstverständnis japanischer Unternehmen. Aber in Hinsicht neuer Produktionsanlagen ist die Historie eher ein hinderlicher Aspekt. Denn genauso wie in Europa und Deutschland, kann Denkmalschutz auch in Japan Modernisierungspläne zur Herausforderung machen. Neue Gebäude zu errichten ist für Mitsubishi Electric also leichter gesagt als getan. Weil der Platz so kostbar ist, wurde die Not zur Tugend gemacht und das SPS-Werk H4 entsprechend nach oben gezogen. Mit 31m Höhe muss es in Japan aber spezielle Anforderungen erfüllen, die hierzulande vernachlässigbar sind: Gebäude und Produktion müssen erdbebensicher sein. In der Folge ist das Werk nach neuesten Kriterien konstruiert und ruht auf einem Rahmen, der nur über eine Vielzahl von Gummi- und Stahlfeder-Stoßdämpfern mit dem Boden verbunden ist. So kann das Gebäude Schwingungen von rund einem halben Meter ausgleichen und soll damit Erdbeben standhalten, die über die Stärke des Tohoku-Bebens von 2011 hinausgehen. Bei leichten Erdstößen muss man die Produktion aufgrund der Bauweise gar nicht stoppen.

Der japanische Begriff Monozukuri ist tief im Leitbild von Mitsubishi Electric verankert und lässt sich in etwa mit \’Die Kunst der Herstellung\‘ ins Deutsche übersetzen. Die gleichnamige Artikelserie im SPS-MAGAZIN widmet sich in den kommenden Ausgaben folgenden Themen.

  • SPS-MAGAZIN 1+2/2016 – Mitsubishi Electric und die e-F@ctory-Allianz
  • SPS-MAGAZIN 3/2016 – Smart Factories in Nagoya und Kani
  • SPS-MAGAZIN 4/2016 – Global Player mit japanischen Wurzeln

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