Dieser Beitrag ist für mich eine gute Gelegenheit, um bei so manchem Hersteller von sicherheitsgerichteten Automatisierungsprodukten Abbitte zu leisten. Viele Jahre ist es mir so erschienen, als ob der drastische Anstieg der öffentlichen Wahrnehmung des Themas \’Funktionale Sicherheit\‘ (oder auch Safety) am Markt von zwei Faktoren getrieben war: 1. Hersteller mit dem Produktschwerpunkt Sicherheitstechnik haben ihre Marketingmaschinen angeworfen. 2. Mangels anderer spannender Themen ist die Branche auf der Suche nach einem Thema bei der \’Funktionalen Sicherheit\‘ hängen geblieben. Denn viele Jahre, so mein Eindruck, sind Maschinenbauer ja schließlich auch mit den vorhandenen Bordmitteln zurechtgekommen. Zudem war lange Zeit die Nachfrage nach sicherheitsgerichteter Steuerungstechnik bei vielen Steuerungsanbietern sehr überschaubar. Die beiden oben genannten Faktoren mögen eine Rolle für die wachsende Bedeutung der Funktionalen Sicherheit gespielt haben, sie sind jedoch nicht maßgeblich. Natürlich haben die Maschinenrichtlinien einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet. Aber auch das allein reicht nicht als Begründung aus. Ein ganz wichtiger Treiber ist aus meiner Sicht: Funktional sichere Maschinen sind schlicht qualitativ bessere Maschinen, mit denen Leben und Gesundheit des bedienenden Personals ebenso geschützt werden, wie die Maschinen selbst. Mit anderen Worten: Eine Maschine, die in Sachen \’Funktionale Sicherheit\‘ technologisch an der Spitze ist, stellt für Maschinen- und Anlagenbauer einen Wettbewerbsvorteil auf den internationalen Märkten dar. Unsicherheit bei den Anwendern Funktionale Sicherheit mit all ihren Aspekten ist ein höchst komplexes Thema für ausgewiesene Experten. Das ist der Grund dafür, dass bei vielen Maschinen- und Anlagenbauern eine mehr oder weniger große Unsicherheit herrscht. Es bleibt der Eindruck: Egal wie viel ich in das Thema investiere, es bleibt immer eine Restunsicherheit übrig. Diese Situation ist eine gute Grundlage für all diejenigen, die mit Dienstleistungen rund um das Thema Funktionale Sicherheit Geld verdienen wollen. Wichtiger Austausch unter Praktikern Neben der Zuhilfenahme externer Experten, ist der Austausch mit Anwendern und Experten eine gute Möglichkeit, zu einer größeren Klarheit beim Thema der Funktionalen Sicherheit zu kommen. So wie dies bei der Veranstaltung \’Technik-Benchmark Funktionale Sicherheit\‘ am 12. und 13. Oktober beim VDMA in Frankfurt geschehen ist. Unter den mehr als hundert Teilnehmern aus dem Maschinen- und Anlagenbau hat ein intensiver Austausch untereinander und mit Herstellern und Experten stattgefunden. Sie haben sich über die Vorgehensweise und unterstützende Tools zum Thema informiert. Anhand eines Anwendungsbeispiels der Firma Dambach Lagersysteme wurde die Umsetzung der EN ISO13849 auf praktische Weise präsentiert. Von der Risikobeurteilung über das Steuerungskonzept bis hin zu Berechnung, Software und Dokumentation wurde der gesamte Prozess dargestellt. Neun verschiedene Softwaretools wurden anhand der Beispielapplikation vorgestellt. Diese Tools bieten dem Anwender Unterstützung bei der Dokumentation der Risikobeurteilung und/oder Berechnung von Sicherheitsfunktionen. Die Teilnehmer wurden von den Referenten aktiv eingebunden. So mussten konkrete Aufgabenstellungen von den Teilnehmern gelöst werden, die dann präsentiert und diskutiert wurden. Im Rahmen einer parallelen Ausstellung konnten sich die Besucher der Veranstaltung über Produkte und Lösungen informieren. Eine Umfrage unter den Teilnehmern hat ergeben, dass insbesondere der Praxisbezug dieser Veranstaltung sehr geschätzt wurde. Steigende Bedeutung Es ist damit zu rechnen, dass das Thema der Funktionalen Sicherheit weiterhin an Bedeutung gewinnen wird. Neben der Zuhilfenahme von Dienstleistungen bieten Veranstaltungen wie diese des VDMA eine hervorragende Möglichkeit, dass Anwender mehr Sicherheit beim Thema Sicherheit gewinnen. Solche Veranstaltungen sind nachahmenswert und zur Wiederholung empfohlen. (mbw)
Funktionale Sicherheit als Wettbewerbsfaktor
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