Die Mitgliedsfirmen der Arbeitsgemeinschaft Großanlagenbau im Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (AGAB) erzielten 2009 Bestellungen in Höhe von 22,1Mrd.E. Das ist ein Drittel weniger als im Rekordjahr 2008 (32,8Mrd.E), wie die Arbeitsgemeinschaft Ende März mitteilte. \“Dennoch ist es den deutschen Anbietern gelungen, ihre relative Stärke im Vergleich zum Wettbewerb zu behaupten. Marktanteile haben die Unternehmen 2009 nicht eingebüßt\“, kommentierte AGAB-Sprecher Dieter Rosenthal, SMS Siemag AG, die aktuellen Zahlen. Der Großanlagenbau erlebe einen Trend zu immer größeren Projektvolumina, der sich auch 2009 fortgesetzt habe. Rosenthal fügte hinzu: \“Eine funktionsfähige staatliche Exportkreditversicherung (Hermesdeckung) ist deshalb mehr denn je von zentraler Bedeutung, denn nur mit soliden Finanzierungen kann der deutsche Großanlagenbau international wettbewerbsfähig bleiben.\“ Inlandsnachfrage schwach, Rückgänge im Kraftwerksbau In Deutschland sei die Nachfrage 2009 um 41% auf 3,9Mrd.E (2008: 6,5Mrd.E) gefallen. Nahezu alle Sparten verzeichneten erhebliche Rückgänge, so auch der Kraftwerksbau. \“Vor allem die fehlende gesellschaftliche Akzeptanz von Kohlekraftwerken macht den Anbietern zu schaffen. Durch die Entwicklung von Verfahren zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid wirkt der Anlagenbau diesem Trend jedoch aktiv entgegen\“, erläuterte Rosenthal. Industrieländer wichtigste Abnehmer von Großanlagen Die Auslands-Auftragseingänge sanken im Berichtszeitraum um ein Drittel auf 18,3Mrd.E (2008: 26,3Mrd.E). Die Industrieländer (Westeuropa, Nordamerika, Japan und Australien) waren mit Bestellungen von 4,7Mrd.E (2008: 8,7Mrd.E) die bedeutendste Kundengruppe. Die Nachfrage aus China, Indien und Russland lag um gut die Hälfte unter dem jeweiligen Vorjahresniveau. Ein Wachstumsmarkt des Großanlagenbaus war hingegen der Nahe und Mittlere Osten: Die Auftragseingänge seien hier von 2,4Mrd.E auf 4,6Mrd.E gestiegen. Umfangreiche Industrieprojekte wie der Aufbau eines multinationalen Stromnetzes in den Staaten des Golfkooperationsrats oder die Errichtung großer Chemiekomplexe in Abu Dhabi oder Katar zogen die Anlagennachfrage nach oben. Beschäftigungszuwachs gegen den Markttrend Trotz der schwierigen Auftragslage haben die Unternehmen der AGAB ihre Stammbelegschaften in Deutschland 2009 auf 59.600 Personen (2008: 58.400) ausgebaut. Mehr als 6% davon waren im Bereich Forschung und Entwicklung beschäftigt. Rosenthal: \“Dies zeigt, dass der Großanlagenbau eine baldige Rückkehr zu normaleren Marktverhältnissen erwartet und seine Marktstrategie der Technologieführerschaft beibehält.\“ Ausblick 2010: Talsohle im Großanlagenbau durchschritten Der Großanlagenbau schließt eine rasche Rückkehr auf das Niveau der Boomjahre 2007 und 2008 aus. Dennoch sei die Branche nicht pessimistisch. \“Die Mitglieder der AGAB rechnen für 2010 mit auf aktuellem Niveau oder leicht darüber liegenden Bestellungen. Die Talsohle im Auftragseingang ist durchschritten\“, lautete das Fazit Rosenthals. (afs) Hannover Messe: Halle 16, Stand D18
Großanlagenbau: Talsohle im Auftragseingang durchschritten
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