In einem Tal bei Bad Münstereifel-Effelsberg in der Eifel betreibt das Max-Planck-Institut für Radioastronomie (kurz MPIfR) seit 40 Jahren das mit einem Reflektordurchmesser von 100m immer noch zweitgrößte vollbewegliche Radioteleskop der Welt (Bild 1). Dessen hochempfindliche Systeme für die Erfassung und Auswertung von Radiowellen nutzen Wissenschaftler aus aller Welt zur Erforschung astronomischer Objekte und Zusammenhänge. Im Fokus stehen dabei Ziele wie Sternentstehungsgebiete, Supernova-Überreste und Pulsare, interstellare Gase und Gasnebel, das galaktische Zentrum, Radiogalaxien, Quasare. Das 3.200t schwere Radioteleskop ist in der Azimutachse (horizontale Drehung) auf einem Schienenkranz von 64m Durchmesser und in der Elevationsachse (vertikale Neigung) in einem 90°-Winkel motorisch verfahrbar. So kann es auf eine Winkelsekunde genau auf praktisch jeden Punkt am Himmel ausgerichtet und diesem automatisch nachgeführt werden. Dabei fängt eine ausgeklügelte Konstruktion aus Haupt- und (Gregory-)Subreflektor selbst schwächste Signale ein, um diese gebündelt verschiedensten Auswertesystemen zuzuführen. Bitte nicht stören.. Voraussetzung für störungsfreien Betrieb des riesigen und dabei hochsensiblen Gesamtsystems sind auch zuverlässige Stromversorgungen, die hier ganz spezielle Anforderungen erfüllen müssen. Grundvoraussetzung ist, dass der Messbetrieb nicht durch elektromagnetische Abstrahlung beeinflusst wird. Um eventuelles Störrauschen in Richtung Teleskop zu verhindern, sind die Fensterscheiben der Laborräume mit einer Kupferschicht bedampft, die für eine Dämpfung von 30dB der selbst erzeugten elektromagnetischen Signale sorgen. Alle neuen Komponenten werden vor einem Einsatz geprüft, ob sie diese Grenze einhalten. Wenn nicht, sind zusätzliche Dämpfungsmaßnahmen erforderlich. Ganz und gar nicht beherrschbare Störquellen müssen in einem hermetisch gekapselten Faraday-Raum installiert werden. Beides will man möglichst vermeiden, weil es aufwändig, teuer und der verfügbare Platz endlich ist. …und nicht stören lassen Mindestens ebenso wichtig ist die Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit aller Komponenten, da diese zum Teil an Stellen verbaut sind, die im laufenden Messbetrieb nicht mehr bzw. auch sonst nicht eben einfach zugänglich sind. Insbesondere in der sogenannten Primärfokuskabine (Bild 2), die nur in zwei bestimmten Stellungen des Reflektors (7- und 90°-Stellungen) betreten werden kann. Auch an verschiedenen anderen Anlagenteilen wäre ein Ausfall einer Stromversorgung im laufenden Betrieb für die wissenschaftlichen Messungen fatal und mitunter kostspielig. Deshalb setzt das MPIfR mehr und mehr auf zuverlässige und leistungsstarke, geregelte Stromversorgungen der Sitop-Reihe von Siemens. Wo es auf absolute Verfügbarkeit ankommt, sind die Geräte unterbrechungsfrei bzw. redundant aufgebaut. Für jede Aufgabe eine optimale Standard-Lösung So sorgen mittlerweile Sitop-Geräte verschiedener Baureihen in unterschiedlichen Konfigurationen für dauerhaft zuverlässigen Betrieb der gesamten Automatisierungs- und auch der Kommunikationstechnik im und um das Teleskop. Angefangen beim einfachen, platzsparenden \’Sitop compact\‘ über Varianten im klassischen Simatic-Design bis zum flexibel ausbaubaren \’Sitop modular\‘; in ein- und dreiphasiger Ausführung mit Ausgangsströmen von 5 bis zu 40A. Bei Bedarf mit Meldekontakt, Redundanz-, Selektivitäts- oder Diagnosemodul oder wartungsfreier, neuerdings kondensatorgepufferter unterbrechungsfreier Stromversorgung (USV). Auch DC/DC-Wandler sind im Einsatz, sodass sämtliche Anforderungen mit Produkten \’aus einer Hand\‘ abgedeckt werden. Durch die Vielseitigkeit und Leistungsfähigkeit der industriebewährten Sitop-Geräte muss der Betreiber keine Kompromisse mehr eingehen. Wie z.B. mit einer selbstgebauten, Trafo-gestützten Lastspannungsversorgung aus den 1980er Jahren, die eine Ausgangsspannung von 28V lieferte. Das ist für heutige LED-Anzeigen und andere Komponenten auf Dauer nicht förderlich, weil es die Lebensdauer verkürzt und auch unnötig Energie verbraucht. In Zukunft liefern hier geregelte Netzteile der Baureihe \’Sitop modular\‘ (Bild 3) eine konstante Ausgangsspannung von 24V in engen Toleranzen. Die neue Lastspannungsversorgung im sogenannten E(lektro)-Haus des Radioteleskops setzt sich zusammen aus mehreren Netzteilen zur Hauptversorgung über eine USV und eine entsprechende Notstromversorgung (NV) über ein Dieselaggregat. Sollte die Hauptversorgung doch einmal unterbrochen werden, übernimmt automatisch die USV die Versorgung, bis das Dieselaggregat angelaufen ist. So wird die ungestörte Funktion der wichtigsten Aggregate aufrechterhalten. Zudem ist die Umwandlung von Wechselstrom in Gleichstrom mit den neuen Geräten effizienter, da die primär getaktete Stromversorgung einen höheren Wirkungsgrad hat. Bei den dreiphasigen Sitop-Geräten PSU300M, die zur Versorgung von 96 Aktuatoren für die automatische Nachführung des Subreflektors vorgesehen sind, beträgt dieser dank ausgeklügelter Schaltungstechnik 93%. Das reduziert die Wärmeentwicklung im Schaltschrank, spart Energie und auch Platz – weil geringere Verluste eine kompaktere Bauweise zulassen. Außerdem könnte (im bisher noch nicht eingetretenen Fall der Fälle) ein defektes Standard-Gerät schneller ersetzt werden als eine Sonderlösung. Redundant aufgebaut und direkt aus der Niederspannungshauptversorgung gespeist sind die Sitop-Geräte für die Versorgung der Feststellbremsen. Damit ist ein \’Fallen\‘ der Bremsen bei voller Verfahrgeschwindigkeit praktisch ausgeschlossen, das sonst gravierende Auswirkungen auf die gesamte Konstruktion haben könnte. Wo unterbrechungsfreie Stromversorgung gefordert ist, setzt das MPIfR neuerdings auf wartungsfreie, kondensatorgepufferte Geräte des Typs Sitop UPS500S (Bild 4). Diese haben im Vergleich zu herkömmlichen Blei-Gel-Akkus eine deutlich höhere Lebensdauer, auch bei erhöhten Einsatztemperaturen von bis zu 60°C. Eine der ersten Anwendungen ist ein neues Brandmeldesystem, wobei die 24V-Versorgung solange aufrecht erhalten werden muss, bis die Sicherheitssteuerung an die Zentrale gemeldet hat, dass die Leistungsversorgung tatsächlich abgeschaltet ist, sodass ohne weitere Gefahren gelöscht werden kann. \’Einbauen und vergessen\‘
Nicht stören und sich nicht stören lassen… Geregelte Industrie-Stromversorgungen gewährleisten störungsfreien Betrieb des zweitgrößten Radiotelesk
-
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für Ingenieure
Wie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt mit Beispielen aus der Praxis, wie Anwender sämtliche Vorteile der digitalen Schnittstelle nutzen. Das funktioniert…
-
Führungswechsel bei UniversalAutomation.Org
Der Franzose Benoît Thooris (Bild) übernimmt als President der Non-Profit-Organisation UniversalAutomation.org von Raquel Torres, die das Amt seit 2024 innehatte.
-
Eröffnung des neuen Hauptsitzes von Origo Solutions in Kristiansand
Hima feierte die Eröffnung des neuen Regionalzentrums für Skandinavien: den Hauptsitz von Origo Solutions in Kristiansand.
-
Safety
Schutztür- und Schlüsselsystem schützen sensible Intralogistikanlagen
Um sein in die Jahre gekommenes Sicherheitssystem für Gassenzugänge zu ersetzen, war Movu Robotics auf der Suche nach einer Lösung, die die Gefahrenzonen in automatischen Lagersystemen zuverlässig absichert.…
-
Maßgeschneiderte 3D-Sensorik für die Inline-Inspektion
Präzision für die KI-Ära
Der weltweite KI-Boom bringt immer größere und schwerere Elektronikbauteile hervor, sodass Inspektionssysteme mittlerweile schnell an ihre Grenzen stoßen. Gemeinsam mit AT Sensors hat ASMPT einen kundenspezifischen 3D-Laserprofilsensor entwickelt,…
-
Anzeige
Mehr Speed mit IO-Link: 5 Praxistipps für IngenieureWie Anwender das volle Potenzial smarter Sensoren ausschöpfen
IO-Link hat deutlich mehr zu bieten als die bekannten Vorzüge. Dieser Fachartikel zeigt…
-
Stromerzeugung im 1. Quartal mehrheitlich aus erneuerbaren Quellen
Im 1. Quartal wurden in Deutschland 126,6 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert und in…
-
Wirtschaftsleistung um 0,3% höher als im Vorquartal
Das Bruttoinlandsprodukt ist im 1. Quartal 2026 gegenüber dem 4. Quartal 2025 – preis-, saison- und…
-
Produktion im April: +0,4% zum Vormonat
Die reale (preisbereinigte) Produktion im Produzierenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen…
-
Studie von Fluke: Digitale Reife deutscher Hersteller stagniert
Die Fluke Corporation hat Ergebnisse einer neuen Untersuchung zur digitalen Reife der Instandhaltung…
-
Dezentrale Sicherheitsrelais in IP65
Weiterentwicklung in vollem Gange
Mit der Tethys IP65-Familie positioniert sich Zander Aachen als Brückenbauer zwischen bewährter, klassischer…
-
Deutsche Elektro- und Digitalindustrie: Erneutes Auftragsplus dank starker Auslandsnachfrage
Im April sind die wertmäßigen Auftragseingänge in der deutschen Elektro- und Digitalindustrie laut…
-
Ulrich Leidecker in engeren ZVEI-Vorstand gewählt
Mit der Wahl auf der Mitgliederversammlung des ZVEI e.V., dem Verband der Elektro-…
-
Nach Land aufgeschlüsselte Elektroexporte im März
Die Exporte der deutschen Elektro- und Digitalindustrie sind im März erneut gestiegen.
-
Erfolgreiche Österreich-Premiere
Ausstellerstarke All About Automation in Wels
Die erste Ausgabe der Messereihe All About Automation in Österreich war mit 268…
-
EBM-Papst eröffnet neuen Hightech-Standort in Rumänien
Am 2. Juni hat EBM-Papst einen neuen Standort im rumänischen Oradea offiziell eröffnet.
-
Ziehl-Abegg trauert um langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden
Ziehl-Abegg trauert um Uwe Ziehl. Der Unternehmer und langjährige Aufsichtsratsvorsitzende ist am 6.…
-
Importpreise im April: +5,3% gegenüber April 2025
Die Importpreise waren im April 2026 um 5,3% höher als im April 2025.
-
Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe im April: -3,8% zum Vormonat
Der reale (preisbereinigte) Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist nach vorläufigen Angaben des Statistischen…
-
Strukturwandel im Mittelstand: Industriesektor schrumpft
Der deutsche Mittelstand hat sich in den Jahren seit 2010 tiefgreifend verändert.
-
Neuer CEO bei Siemens Electrical Products
Siemens hat Markus Grabmeier mit Wirkung zum 1. Juni zum neuen CEO der…
-
Kontron präsentiert das High-End-3U-VPX-Board VX30101
Kontron hat das neue Kontron VX30101 angekündigt. Dieses 3U-VPX-High-End-Computing-Board der nächsten Generation wurde…
-
Neue Axia-Antriebsfamilie bei Bonfiglioli
Bonfiglioli hat die neue Axia-Antriebsfamilie, bestehend aus AxiaVert und AxiaAgile, vorgestellt. AxiaVert wurde…
-
Von der OT-Risikobewertung bis zum operativen Schutz
TXOne Networks stellt die Sennin-Produktfamilie vor.
das könnte sie auch interessieren
-
Messtechnikzubehör
DataTec erweitert Portfolio um Signalzugriffs- und Verbindungslösungen
-
Energieführung für Industrieroboter
Freitragende Energiekette für 600°-Robotikbewegungen
-
-
















